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Befremdliche Erfahrungen bei B2 Prüfung in Hamburg
geschrieben von:
svenschuldt
()
Datum: 04. Oktober 2025 20:24
Hallo liebe Forum-Mitglieder,
ich wende mich heute an euch, weil meine Verlobte kürzlich eine zutiefst befremdliche und inakzeptable Erfahrung bei ihrer B2-Prüfung in Hamburg gemacht hat. Wir fragen uns, ob wir einen unglücklichen Einzelfall erlebt haben oder ob ein solches Verhalten von Prüfern und Institutionen häufiger vorkommt.
Die gesamte Organisation des Tages ließ bereits zu wünschen übrig. Die Prüfung begann mit einer halben Stunde Verspätung, ohne dass irgendjemand es für nötig hielt, die wartenden und nervösen Teilnehmer zu informieren. Zudem sorgte ein absurder bürokratischer Aufwand, bei dem vor jedem neuen Prüfungsraum erneut die Identität per Ausweis festgestellt werden musste, für eine Atmosphäre des Misstrauens statt der Konzentration.
Wirklich problematisch wurde es jedoch in der mündlichen Prüfung. Eines der Themen war eine Diskussion über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Antibiotika. Hier stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage: Sollte eine Sprachprüfung nicht primär die Fähigkeit bewerten, die Sprache zu verwenden, anstatt spezialisiertes Fachwissen zu diskutieren? Ein solch komplexes medizinisches Thema überfordert selbst Muttersprachler ohne Vorbereitung und hat nach meinem Verständnis nichts mit der Feststellung von B2-Sprachkompetenzen zu tun.
Die persönliche und unprofessionelle Haltung des Prüfers setzte sich fort, als meine Verlobte ihr Lieblingsbuch, „Der Idiot“ von Dostojewski, vorstellte. Der herablassende Kommentar des Prüfers, es wäre „besser gewesen, wenn sie dieses Buch auf Deutsch gelesen hätte“, war nicht nur unangebracht, sondern zeugt auch von einem befremdlichen Kulturverständnis.
Der Gipfel der Inkompetenz wurde jedoch beim Thema „Lernen mit Medien“ erreicht. Als meine Verlobte auf die zentrale Rolle von Künstlicher Intelligenz in modernen Lernsystemen zu sprechen kam, reagierte der Prüfer nicht nur mit Unverständnis, sondern wurde verbal aggressiv. Er attackierte sie mit der Frage, ob sie denn überhaupt wisse, was Lernmedien seien. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass KI heutzutage ein maßgeblicher und ein wichtiger Bestandteile von IT-basierten Lernmedien ist. Die Reaktion des Prüfers lässt daher nur einen Schluss zu: Seine eigene Bildungslücke und sein mangelhaftes Wissen über ein zentrales Thema der modernen Pädagogik haben ihn dazu verleitet, seine Unsicherheit durch einen Angriff auf die kompetente Prüfungsleistung meiner Verlobten zu kompensieren. Es ist problematisch, wenn die Wissenslücken eines Prüfers dazu führen, dass Prüflinge für ihre aktuellen und fundierten Beiträge bestraft werden.
Insgesamt empfanden wir die Situation als eine Demütigung. Anstatt einer fairen und objektiven Bewertung der Sprachkenntnisse erlebten wir eine Demonstration von Arroganz und fachlicher Unzulänglichkeit seitens des Prüfers. Wir tragen uns mit dem Gedanken, eine offizielle Beschwerde einzureichen. Daher meine Fragen an euch: Sind solche Erfahrungen normal? Habt ihr Ähnliches erlebt und würdet ihr uns zu einer Beschwerde raten?
Vielen Dank für eure Einschätzungen.
ich wende mich heute an euch, weil meine Verlobte kürzlich eine zutiefst befremdliche und inakzeptable Erfahrung bei ihrer B2-Prüfung in Hamburg gemacht hat. Wir fragen uns, ob wir einen unglücklichen Einzelfall erlebt haben oder ob ein solches Verhalten von Prüfern und Institutionen häufiger vorkommt.
Die gesamte Organisation des Tages ließ bereits zu wünschen übrig. Die Prüfung begann mit einer halben Stunde Verspätung, ohne dass irgendjemand es für nötig hielt, die wartenden und nervösen Teilnehmer zu informieren. Zudem sorgte ein absurder bürokratischer Aufwand, bei dem vor jedem neuen Prüfungsraum erneut die Identität per Ausweis festgestellt werden musste, für eine Atmosphäre des Misstrauens statt der Konzentration.
Wirklich problematisch wurde es jedoch in der mündlichen Prüfung. Eines der Themen war eine Diskussion über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Antibiotika. Hier stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage: Sollte eine Sprachprüfung nicht primär die Fähigkeit bewerten, die Sprache zu verwenden, anstatt spezialisiertes Fachwissen zu diskutieren? Ein solch komplexes medizinisches Thema überfordert selbst Muttersprachler ohne Vorbereitung und hat nach meinem Verständnis nichts mit der Feststellung von B2-Sprachkompetenzen zu tun.
Die persönliche und unprofessionelle Haltung des Prüfers setzte sich fort, als meine Verlobte ihr Lieblingsbuch, „Der Idiot“ von Dostojewski, vorstellte. Der herablassende Kommentar des Prüfers, es wäre „besser gewesen, wenn sie dieses Buch auf Deutsch gelesen hätte“, war nicht nur unangebracht, sondern zeugt auch von einem befremdlichen Kulturverständnis.
Der Gipfel der Inkompetenz wurde jedoch beim Thema „Lernen mit Medien“ erreicht. Als meine Verlobte auf die zentrale Rolle von Künstlicher Intelligenz in modernen Lernsystemen zu sprechen kam, reagierte der Prüfer nicht nur mit Unverständnis, sondern wurde verbal aggressiv. Er attackierte sie mit der Frage, ob sie denn überhaupt wisse, was Lernmedien seien. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass KI heutzutage ein maßgeblicher und ein wichtiger Bestandteile von IT-basierten Lernmedien ist. Die Reaktion des Prüfers lässt daher nur einen Schluss zu: Seine eigene Bildungslücke und sein mangelhaftes Wissen über ein zentrales Thema der modernen Pädagogik haben ihn dazu verleitet, seine Unsicherheit durch einen Angriff auf die kompetente Prüfungsleistung meiner Verlobten zu kompensieren. Es ist problematisch, wenn die Wissenslücken eines Prüfers dazu führen, dass Prüflinge für ihre aktuellen und fundierten Beiträge bestraft werden.
Insgesamt empfanden wir die Situation als eine Demütigung. Anstatt einer fairen und objektiven Bewertung der Sprachkenntnisse erlebten wir eine Demonstration von Arroganz und fachlicher Unzulänglichkeit seitens des Prüfers. Wir tragen uns mit dem Gedanken, eine offizielle Beschwerde einzureichen. Daher meine Fragen an euch: Sind solche Erfahrungen normal? Habt ihr Ähnliches erlebt und würdet ihr uns zu einer Beschwerde raten?
Vielen Dank für eure Einschätzungen.
Re: Befremdliche Erfahrungen bei B2 Prüfung in Hamburg
geschrieben von:
bluemoon
()
Datum: 05. Oktober 2025 21:23
Das klingt in der Tat sehr unprofessionell von Seiten des Prüfers. An welchem Institut wurde die Prüfung abgelegt?
Ich habe mich allerdings auch gefragt, ob es üblich ist, dass Lebenspartner bei einer B2-Prüfung mit anwesend sind? Davon habe ich eigentlich noch nie etwas gehört.
Ich habe mich allerdings auch gefragt, ob es üblich ist, dass Lebenspartner bei einer B2-Prüfung mit anwesend sind? Davon habe ich eigentlich noch nie etwas gehört.
Re: Befremdliche Erfahrungen bei B2 Prüfung in Hamburg
geschrieben von:
Anna78
()
Datum: 06. Oktober 2025 20:30
Hallo,
Erst einmal: Das ist natürlich sehr bedauernswert und sollte so nicht laufen.
Hier hätte man den wartenden Teilnehmenden sicher eine kurze Information geben können, aber eine halbe Stunde Verzug ist nicht ungewöhnlich und kann verschiedene Gründe haben, die teilweise nicht von der Prüfungsorganisation zu verantworten sind. Die wiederholte Identitätskontrolle steht verpflichtend in den Prüfungsregularien und leider ist Misstrauen hier erfahrungsgemäß absolut angebracht. Die Fälle, bei denen andere Personen zu Prüfungen geschickt werden, nehmen tendenziell zu. Da die Teilnehmenden zwischendurch das Haus verlassen können und oft die Aufsicht in der schriftlichen Prüfung nicht die gleiche Person ist wie bei den mündlichen Prüfungen, ist eine wiederholte Identitätskontrolle notwendig.
Die Teilnehmer sollen in diesem Teil der Prüfung kein Fachwissen vorweisen, sondern allgemein über Ihre Erfahrungen sprechen und sich zu einem (abstrakten) Thema austauschen, Argumente für oder gegen etwas nennen und diese begründen. Akzeptabel wäre es bei einem solchen Thema zum Beispiel aber auch, über Erfahrungen mit anderen Medikamenten/Heilmethoden zu sprechen, wenn man zu Antibiotika selbst keine Ideen hat.
Zum Rest Ihres Beitrags: Es ist natürlich schwer zu sagen, ob der Prüfer wirklich "herablassend" war und Ihre Verlobte mit Fragen "attackierte" oder ob sie vielleicht in einer Stresssituation alles etwas dramatischer wahrgenommen hat, als es tatsächlich war. - Und ich möchte hier abmildernd hinzufügen, dass es natürlich auch Aufgabe der Prüfenden ist, den Stress aus der Situation ein bisschen herauszunehmen, was in dem Fall offensichtlich nicht gelungen ist. Woran das liegt, wissen nur die, die in dem Raum waren.
Das "wir" in diesem Satz finde ich ein bisschen befremdlich. Wie bluemoon schon fragte: Waren Sie dabei? Dann wäre die Prüfung tatsächlich unprofessionell gelaufen, denn dies sollte nicht sein.
Ob eine Beschwerde Sinn macht, ist schwer zu sagen. Vermutlich führt das zu nichts.
Zitat
ich wende mich heute an euch, weil meine Verlobte kürzlich eine zutiefst befremdliche und inakzeptable Erfahrung bei ihrer B2-Prüfung in Hamburg gemacht hat. Wir fragen uns, ob wir einen unglücklichen Einzelfall erlebt haben oder ob ein solches Verhalten von Prüfern und Institutionen häufiger vorkommt.
Erst einmal: Das ist natürlich sehr bedauernswert und sollte so nicht laufen.
Zitat
Die Prüfung begann mit einer halben Stunde Verspätung, ohne dass irgendjemand es für nötig hielt, die wartenden und nervösen Teilnehmer zu informieren. Zudem sorgte ein absurder bürokratischer Aufwand, bei dem vor jedem neuen Prüfungsraum erneut die Identität per Ausweis festgestellt werden musste, für eine Atmosphäre des Misstrauens statt der Konzentration.
Hier hätte man den wartenden Teilnehmenden sicher eine kurze Information geben können, aber eine halbe Stunde Verzug ist nicht ungewöhnlich und kann verschiedene Gründe haben, die teilweise nicht von der Prüfungsorganisation zu verantworten sind. Die wiederholte Identitätskontrolle steht verpflichtend in den Prüfungsregularien und leider ist Misstrauen hier erfahrungsgemäß absolut angebracht. Die Fälle, bei denen andere Personen zu Prüfungen geschickt werden, nehmen tendenziell zu. Da die Teilnehmenden zwischendurch das Haus verlassen können und oft die Aufsicht in der schriftlichen Prüfung nicht die gleiche Person ist wie bei den mündlichen Prüfungen, ist eine wiederholte Identitätskontrolle notwendig.
Zitat
Wirklich problematisch wurde es jedoch in der mündlichen Prüfung. Eines der Themen war eine Diskussion über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Antibiotika. Hier stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage: Sollte eine Sprachprüfung nicht primär die Fähigkeit bewerten, die Sprache zu verwenden, anstatt spezialisiertes Fachwissen zu diskutieren?
Die Teilnehmer sollen in diesem Teil der Prüfung kein Fachwissen vorweisen, sondern allgemein über Ihre Erfahrungen sprechen und sich zu einem (abstrakten) Thema austauschen, Argumente für oder gegen etwas nennen und diese begründen. Akzeptabel wäre es bei einem solchen Thema zum Beispiel aber auch, über Erfahrungen mit anderen Medikamenten/Heilmethoden zu sprechen, wenn man zu Antibiotika selbst keine Ideen hat.
Zum Rest Ihres Beitrags: Es ist natürlich schwer zu sagen, ob der Prüfer wirklich "herablassend" war und Ihre Verlobte mit Fragen "attackierte" oder ob sie vielleicht in einer Stresssituation alles etwas dramatischer wahrgenommen hat, als es tatsächlich war. - Und ich möchte hier abmildernd hinzufügen, dass es natürlich auch Aufgabe der Prüfenden ist, den Stress aus der Situation ein bisschen herauszunehmen, was in dem Fall offensichtlich nicht gelungen ist. Woran das liegt, wissen nur die, die in dem Raum waren.
Zitat
Anstatt einer fairen und objektiven Bewertung der Sprachkenntnisse erlebten wir eine Demonstration von Arroganz und fachlicher Unzulänglichkeit seitens des Prüfers.
Das "wir" in diesem Satz finde ich ein bisschen befremdlich. Wie bluemoon schon fragte: Waren Sie dabei? Dann wäre die Prüfung tatsächlich unprofessionell gelaufen, denn dies sollte nicht sein.
Ob eine Beschwerde Sinn macht, ist schwer zu sagen. Vermutlich führt das zu nichts.
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