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lauschen
geschrieben von: mezeijudit ()
Datum: 14. Januar 2006 11:06

Guten Morgen Michael!
Wenn ich gut verstehe, dann dieses Gedicht spricht über den Tod, und Bedrohung. Aber "es lauschen half", in diesem Struktur verstehe ich nicht das Wort "half". Und lauscht für sich verstehe ich auch nicht genau. Lauschen+ Acc, das kenne ich, ich horche etwas, u.s.w.

lauschen

Also Zwei Frage habe ich: half, und für sich.
Vielleicht kann man dieses "half" ironisch nehmen?

Mit schönen Grüssen
Judit

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Re: lauschen
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 14. Januar 2006 12:38

Liebe Judit,

(ich heiße zwar nicht Michael ... ;-), aber vielleicht kann ich ein paar Gedanken beisteuern:
Lauschen bedeutet "heimlich zuhören" und ist nicht mit Akkusativ. Der Satz hier heißt: Etwas (es, was) hilft uns lauschen. Es hilft uns also dabei, auf etwas zu lauschen. In der Vergangenheit, es half uns. Das ist vorbei, dieses Etwas lauscht jetzt allein, ohne uns.
Man könnte den Satz so formulieren:
Was uns (früher) half zu lauschen, also heimlich zuzuhören, das lauscht jetzt allein. Hm.
Vielleicht hilft dir das ja ein kleines bisschen?

Franziska

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Re: lauschen
geschrieben von: mezeijudit ()
Datum: 14. Januar 2006 13:25

Franziska! (ja, du heisst nicht Michael, aber bist Du verschwunden in der letzte Zeit)
Ja, gut, einverstanden, es half uns auf etwas heimlich lauschen, und jetzt sind wir nicht mehr da, meinst Du auch, dass dieses "es" der Tod wäre, oder was?
Bei uns sagt man, dass der Tod lauscht uns, lauscht immer über uns, u.s.w) deswegen hatte ich das Wort "half" nicht verstanden, natürlich wörtlich schon, aber, hm...der Tod half uns???
Grüsse:
Judit

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Tod und Zeit
geschrieben von: Redeker, Bangkok ()
Datum: 14. Januar 2006 17:01

Guten Abend Judit und Franziska,

"Der uns die Stunden zählte,
er zählt weiter."

Dieses "er" ist wohl Chronos, die Zeit oder der Tod.

Im memento mori ist immer auch ein Element von Furcht und Bedrohung. Wenn wir auf die vertickende, gezählte Zeit horchen oder ihr lauschen, fühlen wir uns hilflos, und da hilft uns ein "es". Das ist wohl nicht der Tod.

"Nur was uns lauschen half:
es lauscht nun
für sich allein."

Und dazu lassen sich im Internet passende Bilder und Texte finden:


"Die Zeit ist der Tod."

und




Mit freundlichen Grüßen

Michael

Michael Redeker



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.06 17:10.

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Re: Tod und Zeit
geschrieben von: mezeijudit ()
Datum: 14. Januar 2006 19:13

Guten Abend Michael!

Denken Sie an Gott?
Weil ich denke jetzt an Herrn, der hat Celan damals alleine gelassen. Er schrieb so: nicht er hat den Gott verloren, sondern der Gott hat uns verloren. "Es", oder der Gott lauscht nur für sich?
Kann man so interpretieren, interessant, danke
Judit

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Re: lauschen
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 15. Januar 2006 22:20

Weißt du, Judit, ich halte mich lieber zurück bei Dingen, die ich nicht ganz verstehe. Und darum bin ich sehr still bei Celan-Gedichten ... ;-)
Ansonsten aber gern dabei, wenn es um Grammatik oder Wörter geht!

Liebe Grüße

von Franziska

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Re: lauschen
geschrieben von: mezeijudit ()
Datum: 16. Januar 2006 06:38

Franziska!
Halte Du dich nicht zurück, niemand versteht ganz diese Gedichte, aber einige Gedanken haben alle. Und ich bedanke alle Hilfe (auch grammatikalische)

Umsonst hat jemand einige Gedanken über dieses Wort:
Schlafausscheidung? (Traum vielleicht, oder etwas ganz anderes, ich persöhnlich suche jetzt bei Freud, aber noch nicht gefunden)

Mit schönen Grüssen
Judit

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Re: lauschen
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 16. Januar 2006 08:46

Ja siehst du, zum Beispiel "Schlafausscheidung"! Ein Wort, das Celan erfunden hat. Und wir können nie ganz sicher sein, was er damit meinte. Vielleicht wusste er es selbst nicht so genau?
Hier das Gedicht dazu, falls sich jemand Gedanken machen möchte:
[www.paulcelan.de]

Tschüs!

Franziska

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Re: lauschen
geschrieben von: mezeijudit ()
Datum: 16. Januar 2006 13:30

Franziska!
ich fürchte, dass er wusste genau, er war sehr oft unter psychiatrischen Behandlung. Etwas, was im Schlaf tritt auf, (aber was?)und sehr stark ist, es kann auch Eis bilden. Was kann es sein? Ich versuchte heute mit einer Biologin zu sprechen, sie sagte, dass Hormone, und so weiter, aber es kann ich nicht auf ungarisch formulieren. Ich erinnere mich an ein persöhnlichen Erlebniss, einmal war ich im Krankenhaus, dann aufwachend vom Narkose "kämpfte" ich mit riesengrossen Eisstücken, versuchte ich dazwischen schwimmen.
Ich hoffe trotz aller Schwierigkeiten, dass jemand kann mir helfen
Danke mindestens
Judit

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