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diplom-arbeit
geschrieben von: jonah shapiro ()
Datum: 15. Juni 2008 14:23

hallo leute!
vielleicht könnt ihr mir bei diesem problem helfen:

Im Falle von Schwarzen Deutschen ist die Familie ein Ort, an welchem Rassismuserfahrungen sowie Gefühle wie Angst, Wut und Selbsthass besprochen und der Umgang mit diesen erlernt werden kann.

die frage: muss es am ende des satzes "können" heißen? muss vorher ein "werden können" stehen? oder wie könnte man das alles umschiffen?

vielen dank im voraus.

liebe grüße
jonah

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: Redeker, Bangkok ()
Datum: 15. Juni 2008 17:39

Guten Abend Jonah,

mein Vorschlag:

"Im Falle von Schwarzen Deutschen ist die Familie ein Ort, wo Rassismuserfahrungen besprochen werden können und der Umgang mit Gefühlen wie Angst, Wut und Selbsthass erlernt werden kann."

(Ich verstehe, dass Sie den Begriff "Schwarze Deutsche" als Eigennamen gebrauchen, deshalb die Großschreibung. Ihre Satzaussage ist eine Feststellung. Sollte es nicht vorsichtiger heissen: ...sollte (könnte) die Familie ein Ort sein...?)

Mit freundlichen Grüßen

Michael Redeker

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 15. Juni 2008 18:13

Ich bin übrigens nicht einverstanden mit der Großschreibung von "Schwarzen Deutschen".
Das ist anders als beim "Schwarzen Meer".

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: jonah shapiro ()
Datum: 15. Juni 2008 20:35

guten abend michael,
erst einmal danke ich Ihnen für Ihren ratschlag. hört sich für mich angenehmer an. zunächst einmal muss ich noch erwähnen, dass dies ein satz ist, der nicht von mir stammt, sondern von einer freundin, die über schwarze deutsche frauen schreibt. ich weiß auch nicht, ob es in ordnung ist, Schwarze Deutsche und Weiße Deutsche mit großen buchstaben zu schreiben, aber anscheinend hat sie dies aus der literatur entnommen (gruß auch an franziska!). das mit dem "sollte" ist ein berechtigter einwand, den ich an anderer stelle auch gemacht habe. aber da nicht. sollte ich wohl. :-)
liebe grüße
jonah

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 15. Juni 2008 23:01

Eine interessante Seite zum Thema "schwarze Deutsche" fand ich auch hier.

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: jonah shapiro ()
Datum: 15. Juni 2008 23:27

ich schaue mir gleich die seite an...
zunächst einmal folgendes:

Insbesondere von Vereinen/Organisationen wird synonym der Begriff „Schwarze Deutsche“ verwendet. In diesem Zusammenhang bezieht sich das Wort „Schwarz“ nicht auf die Hautfarbe eines Menschen, sondern soll sich auf alle vom Rassismus betroffenen Menschen in Deutschland beziehen und wird deshalb groß geschrieben (Teo 1994, S.146f.).

tut mir leid, dass ICH alles klein schreibe :-)
franziska, ich finde übrigens schön, dass du so engagiert und interessiert bist

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: jonah shapiro ()
Datum: 15. Juni 2008 23:29

franziska,
scheint eine interessante seite zu sein. es geht halt um mulatten und nicht um schwarze deutsche. ich habs aber an meine freundin weitergegeben mit bitte sich die seite anzuschauen und zu kommentieren.
vielen dank erstmal.
liebe grüße
jonah

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: jonah.shapiro ()
Datum: 16. Juni 2008 00:04

Starke Kritik am Begriff „Schwarze Deutsche“ übt beispielsweise die Internet Community 100prozentigmulatto.de. Sie stören sich daran, dass das Wort Schwarz so betont wird, da es geschichtlich so negativ belegt ist. Als Beispiele nennen sie das Mittelalter (vgl. Kapitel 1.2) sowie die Missionierung Afrikas, die Sklaverei und das Apartheidsystem, in welchen stets die Rede von „Schwarzen/Blacks“ ist. Ihrer Meinung nach rangiert die Bezeichnung „Schwarz“ auf einer Ebene mit anderen negativ besetzten Begriffen wie beispielsweise „Neger“.
Sie selbst sehen im Begriff „MulatteIn“ den einzigen adäquaten Ausdruck, da dieser als Einziger beschreibt, dass eine Person weder schwarz noch weiß ist. Ihnen ist zwar bewusst, dass der Ausdruck womöglich aus dem Tierreich abgeleitet worden ist, jedoch verbinden sie mit dem Maulesel Eigenschaften wie z.B. Intelligenz und einen ausgeprägten Orientierungssinn. Außerdem sind sie der festen Überzeugung, dass ein Wort einen negativen, etymologischen Ursprung haben kann, im Laufe der Zeit jedoch seine Bedeutung zum positiven hin verändern kann.

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: jonah.shapiro ()
Datum: 16. Juni 2008 00:08

...
Diese Erläuterungen zeigen deutlich, dass Afrodeutsche, die sich bislang nicht mit Wortbedeutung oder -ursprung auseinander gesetzt haben, sich an den Bezeichnungen orientieren, die ihnen von Kindheit an vertraut sind und, die ihnen von der Gesellschaft gegeben werden. An dieser Stelle wird auch deutlich, dass sich Weiße Deutsche nach wie vor an die Bezeichnungen „Farbige/r“, „Mischling“, etc. halten und die Bezeichnungen „Afrodeutscher“/“Schwarze/r Deutscher“ gesellschaftlich nicht anerkannt sind.
Vereine / Organisationen wie beispielsweise die ISD sowie Personen, die sich aktiv mit der Lebenssituation Afrodeutscher auseinander setzen, halten sich aufgrund der Wortbedeutungen, dem Wunsch nach Selbstbestimmung, dem Ziel der Gleichberechtigung etc. ausschließlich an die Worte „Afrodeutsche/r“ bzw. „Schwarze Deutsche“ und lehnen jegliche andere Bezeichnungen strikt ab.
Im Folgenden werde ich mich an den Ausdrücken „Afrodeutsche / Schwarze Deutsche“ orientieren, da auch ich der Meinung bin, dass es wichtig ist, sich selbstbestimmter Begriffe zu bedienen, besonders in der Auseinandersetzung mit der Identitätsfindung.

Re: diplom-arbeit
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 16. Juni 2008 16:40

Ich glaube, du gehst die Sache richtig an, Jonah! Viel Glück weiterhin.

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