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Mir liegt was an Dir!
geschrieben von:
Richard
()
Datum: 27. Juni 2008 00:26
Hallo!
Ich habe eine grammatikalische Frage. Ich habe meiner Freundin in einer entsprechenden Diskussion gesagt, "es ist nicht so, dass mir nicht was an dir gelegen ist!". Inhaltlich (zeitlich) ist gemeint, es liege mir jetzt was an ihr. Sie ist Österreicherin, ist aber mit ihren Eltern nach Mexiko ausgewandert und hat ihre ersten 14 Lebensjahre nur Spanisch gesprochen. Vor ebenfalls rund 14 Jahren ist sie nach Wien gezogen und hat damals Deutsch als Fremdsprache gelernt, aktuell und seit Jahren beherrscht sie Deutsch (ziemlich) perfekt. Sie findet nun, ich habe ein "Perfekt" gebraucht in der obenstehenden Formulierung, was bedeute, dass die Aussage die Vergangenheit bis an die Gegenwart betreffe, aber die Gegenwart und die Zukunft ausschliesse (vergangene, in der Vergangenheit abgeschlossene Aussage). Damit bin ich nicht einverstanden. Nach meinem Sprachgefühl bezieht sich der Satz situativ auf die Gegenwart, mehr noch, er hat gefühlsmässig gar keine so deutlich betonte zeitliche Dimension, sondern bezieht sich als allgemeine Aussage auf die nähere Vergangenheit, Gegenwart und die nähere Zukunft. Ich denke, dass das "gelegen ist" gar keine Perfekt-Funktion hat im gemachten situativen Sprachgebrauch, sondern funktionell gleich ist, als würde ich die Gegenwart "liegt" benützen. Ist "es ist mir an dir was gelegen" nicht sogar eine feststehende Formel, wenn auch vielleicht nicht ganz hochsprachlich? Dazu muss ich allerdings sagen, dass meine Muttersprache ein Schweizerdeutsch ist (Soledurnerisch). Und Schweizerdeutsch funktioniert bekannterweise grammatikalisch viel primitiver als die Schriftsprache (es gibt z. B. gar kein Imperfekt auf Schweizerdeutsch). So würden wir auf Schweizerdeutsch eher zur "gelegen ist"-Formulierung neigen, aber damit durchaus die Gegenwart meinen - wohl weil dieses "ist" ein Gefühl von Gegenwart vermittelt (unabhängig von seiner eigentlichen grammatikalischen Funktion). Nun denn, Schluss der Haarspaltereien, Hauptsache, sie hat - Grammatik hin oder her - verstanden, was denn gemeint war! Gibt es aber ein Argumentarium, das meine Ansicht über meine beabsichtigte Aussage auch in der korrekten Schriftsprache stützt? Danke für alle Antworten.
Ich habe eine grammatikalische Frage. Ich habe meiner Freundin in einer entsprechenden Diskussion gesagt, "es ist nicht so, dass mir nicht was an dir gelegen ist!". Inhaltlich (zeitlich) ist gemeint, es liege mir jetzt was an ihr. Sie ist Österreicherin, ist aber mit ihren Eltern nach Mexiko ausgewandert und hat ihre ersten 14 Lebensjahre nur Spanisch gesprochen. Vor ebenfalls rund 14 Jahren ist sie nach Wien gezogen und hat damals Deutsch als Fremdsprache gelernt, aktuell und seit Jahren beherrscht sie Deutsch (ziemlich) perfekt. Sie findet nun, ich habe ein "Perfekt" gebraucht in der obenstehenden Formulierung, was bedeute, dass die Aussage die Vergangenheit bis an die Gegenwart betreffe, aber die Gegenwart und die Zukunft ausschliesse (vergangene, in der Vergangenheit abgeschlossene Aussage). Damit bin ich nicht einverstanden. Nach meinem Sprachgefühl bezieht sich der Satz situativ auf die Gegenwart, mehr noch, er hat gefühlsmässig gar keine so deutlich betonte zeitliche Dimension, sondern bezieht sich als allgemeine Aussage auf die nähere Vergangenheit, Gegenwart und die nähere Zukunft. Ich denke, dass das "gelegen ist" gar keine Perfekt-Funktion hat im gemachten situativen Sprachgebrauch, sondern funktionell gleich ist, als würde ich die Gegenwart "liegt" benützen. Ist "es ist mir an dir was gelegen" nicht sogar eine feststehende Formel, wenn auch vielleicht nicht ganz hochsprachlich? Dazu muss ich allerdings sagen, dass meine Muttersprache ein Schweizerdeutsch ist (Soledurnerisch). Und Schweizerdeutsch funktioniert bekannterweise grammatikalisch viel primitiver als die Schriftsprache (es gibt z. B. gar kein Imperfekt auf Schweizerdeutsch). So würden wir auf Schweizerdeutsch eher zur "gelegen ist"-Formulierung neigen, aber damit durchaus die Gegenwart meinen - wohl weil dieses "ist" ein Gefühl von Gegenwart vermittelt (unabhängig von seiner eigentlichen grammatikalischen Funktion). Nun denn, Schluss der Haarspaltereien, Hauptsache, sie hat - Grammatik hin oder her - verstanden, was denn gemeint war! Gibt es aber ein Argumentarium, das meine Ansicht über meine beabsichtigte Aussage auch in der korrekten Schriftsprache stützt? Danke für alle Antworten.
Re: Mir liegt was an Dir!
geschrieben von:
Redeker, Bangkok
()
Datum: 28. Juni 2008 11:12
Lieber Richard,
wenn es denn Ihrer Liebe hilft:
schauen Sie in diesen Link zum DWDS unter Nummer 5). Es ist eine praesentische Redensart im Sinne von "Es liegt mir etwas an dir." Im Perfekt muesste es "Es hat mir etwas an dir gelegen." heissen.
Sie haben mit dem zeitlichen Aspekt ganz Recht: es handelt sich bei dieser Konstruktion meines Erachtens um ein Zustandspassiv mit einem "es" als formalem Subjekt: Ewigkeit.
(Ich habe leider keine Internetzeit mehr.)
Mit freundlichen Gruessen
Michael Redeker
wenn es denn Ihrer Liebe hilft:
schauen Sie in diesen Link zum DWDS unter Nummer 5). Es ist eine praesentische Redensart im Sinne von "Es liegt mir etwas an dir." Im Perfekt muesste es "Es hat mir etwas an dir gelegen." heissen.
Sie haben mit dem zeitlichen Aspekt ganz Recht: es handelt sich bei dieser Konstruktion meines Erachtens um ein Zustandspassiv mit einem "es" als formalem Subjekt: Ewigkeit.
(Ich habe leider keine Internetzeit mehr.)
Mit freundlichen Gruessen
Michael Redeker
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