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Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: Tomas ()
Datum: 12. September 2008 01:29

Partizipialsätze zu erklären ist ziemlich schwierig.

Ich glaube, selbst wenn man sie perfekt erklären könnte, so folgte daraus noch lange nicht, dass sie der DaF-Lernende auch verstünde/verstände und schnell ins Sprachgefühl bekäme...

Aber selbst mit dem Erklären happert es, weil unterschiedliche Logiken dahinter stecken und für jeweils unterschiedliche Beispiele gerade stehen können:

OK, Partizip I, das ist ein bisschen mehr mit Aktiv und so, und Partizip II, das ist eher Passiv oder so.

Aber eine andere Logik, das ist die Zeitlogik, mit Partizip II drückt man Vorzeitigkeit aus, etwa so:

"Bei Rock´n roll-Eltern aufgewachsen gründete er später eine eigene Rock´n roll-Band"

oder Partizip I mit Gleichzeitigkeit

"Mit Rockmusikern zusammend wohnend lernte er, elektrische Gitarre zu spielen."

Wie kann ich einen einheitlichen und harmonischen Erklärungsansatz für Partizipialsätze finden?

"Einmal gekocht verdampft das Wasser", oder heißt es besser, "Kochend verdampft das Wasser" ?

Wie bringe ich das Thema mit den Zeiten mit dem Thema zu Aktiv und Passiv bei den Partizipialsätzen zusammen?

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: Kai Götz ()
Datum: 13. September 2008 02:08

Hallo Tomas,
vielleicht kann man den Unterschied am besten durch "während" und "dadurch, dass" deutlich machen, was im Übrigen auch erklären würde, warum im Fall von Partizip II ein Komma gesetzt wird und beim Partizip I nicht:
"Dadurch dass er bei Rock'n'Roll-Eltern aufwuchs, gründete er..." vs.
"Während er mit Rockmusikern zusammenlebte lernte er..."
Oder:
"Dadurch dass das Wasser kocht, verdampft es" vs.
"Während das Wasser kocht, beginnt es zu verdampfen"
Gruß, Kai

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: Kai Götz ()
Datum: 13. September 2008 02:39

Jetzt habe ich doch ein falsches Komma gesetzt, verflixt... :-)

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: jero ()
Datum: 13. September 2008 08:54

Kai Götz schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Tomas,
> vielleicht kann man den Unterschied am besten
> durch "während" und "dadurch, dass" deutlich
> machen, was im Übrigen auch erklären würde, warum
> im Fall von Partizip II ein Komma gesetzt wird und
> beim Partizip I nicht:...> Gruß, Kai

Hm ... Schau mal hier zum Thema Kommasetzung: [www.neue-rechtschreibung.de]

jero

www.cafe-deutsch.de



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.09.08 12:46.

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das tatsächlich fast absolute Ende....?
geschrieben von: Tomas ()
Datum: 13. September 2008 16:43

Das ist ja ein Ding. Selbst Deutsche scheinen es manchmal schwer mit diesen Sachen zu haben.

Aber der Reihe nach:

Meines Wissens kann man nach einem einleitenden Partizipialsatz ein Komma setzen ODER auch nicht, dabei spielt es gar keine Rolle, ob das Partizip I oder II verwendet wird? Oder bin ich da falsch?

Woher hat Kai bloß die Vermutung, dass man beim Partizip II ein Komma verwenden muss?

Ich selbst finde es immer besonders schön und dynamisch nach einleitenden Partizipialsätzen KEIN Komma zu verwenden und ich erkläre wieso:

Die normale Standard-Satzstellung im Deutschen bringt es mit sich, dass das Verb an zweite Stelle gesetzt wird. Wenn man nach einem Partizipialsatz kein Komma verwendet, so bleibt diese Gesamtstruktur des Satzes mit Verb an zweiter Stelle erhalten. Das gefällt mir!

Den Link von Jero habe ich mir angeschaut, er erscheint mir etwas unsystematisch, konfus und nicht weiterhelfend. So steht da:

"Komma muss gesetzt werden
c) bei Infinitiv- und Partizipgruppen mit Hinweiswörtern: Ein Auto zu kaufen, das ist schwer. Ich liebe es, Sport zu treiben. ...
d) und bei Abhängigkeit von einem Substantiv: Er hat den Wunsch, Arzt zu werden. …
e) bei Infinitiv mit zu: um, ohne, statt, anstatt, außer, als zu"

Die Beispiele, die aufgeführt werden, sind jedoch durchweg Infinitivgruppen. Ich sehe kein Beispiel für eine "Partizipgruppe mit Hinweiswort" aufgeführt.

Mal ganz davon abgesehen:

Komma-Regeln sind subtile Feinheiten für Muttersprachler oder extrem fortgeschrittene DaFler.

In einem früheren Lernstadium geht es zunächst einmal darum, beim DaFler überhaupt ein Grundgefühl für die Struktur und den Sinn eines Partizipialsatzes aufzubauen. Und meine möglicherweise noch kleine Erfahrung lehrt mir, dass dies extrem schwierig ist.

Und darüber hinaus betone ich nochmals, dass ich selbst irgendwo noch etwas unsicher darüber bin, wie man diese beiden unterschiedlichen Aspekte, die bei Partizipialsätzen eine Rolle spielen, einerseits die Frage Aktiv oder Passiv und andererseits die Frage Gleichzeitigkeit oder Vorzeitigkeit, in einem gemeinsamen, nicht zu schwierigen Erklärungsansatz unterbringt.

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: jero ()
Datum: 13. September 2008 20:26

Den Link von Jero habe ich mir angeschaut, er erscheint mir etwas unsystematisch, konfus und nicht weiterhelfend. So steht da:

"Komma muss gesetzt werden
c) bei Infinitiv- und Partizipgruppen mit Hinweiswörtern: Ein Auto zu kaufen, das ist schwer. Ich liebe es, Sport zu treiben. ...
d) und bei Abhängigkeit von einem Substantiv: Er hat den Wunsch, Arzt zu werden. …
e) bei Infinitiv mit zu: um, ohne, statt, anstatt, außer, als zu"



Guten Abend,

unter dem angefügten Link (indem wirklich nur das Wichtigste steht, aber keineswegs "konfus", sondern ganz geordnet) steht auch:

Zitat:

"Kommasetzung:

Komma darf wegbleiben
a) in Satzreihen vor 'und' bzw. 'oder': Er studiert noch und sie ist arbeitslos. ...
b) bei Infinitiv- und Partizipgruppen: Ich hoffe dir eine Freude zu bereiten. Zu Hause angekommen legte er sich hin. ..
."

Aus dem letzten Beispiel kann man zumindest entnehmen, dass man auch bei einer Partizipialgruppe kein Komma setzen muss, aber könnte und dass dabei NICHT zwischen P I und P II unterschieden wird. Ich gebe aber zu, dass die Information etwas knapp ist (Ich hatte das nur überflogen). Zwecks Genauerem kann man aber weiter nachforschen.

jero

www.cafe-deutsch.de



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.09.08 20:53.

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: jero ()
Datum: 13. September 2008 20:42

...

Früher war die Regelung meiner Erinnerung nach so:

1.) Ein einfaches Partizip (I oder II) trennt man nicht mit Komma vom übrigen Satz.

Singend ging sie die Straße entlang.

2.) Ein mit einem Wort erweitertes Partizip kann man mit einem Komma vom übrigen Satz abtrennen.

Fröhlich singend (,) ging sie die Straße entlang.

3.) Ein mit mehr als einem Wort erweitertes Partizip (Partizipialgruppe) trennt man vom übrigen Satz mit Komma ab.

Ein Lied fröhlich singend, ging sie die Straße entlang.

Auf die beschriebene Weise lässt sich die Partizipialgruppe eigentlich auch ganz gut herleiten. Man könnte mit einem normalen Adjektiv beginnen ("Schnell ging sie die Straße entlang") und dann das Partizip in adverbialer Funktion dafür einsetzen und schrittweise erweitern.

jero
www.cafe-deutsch.de



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.09.08 20:44.

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: Tomas ()
Datum: 25. September 2008 18:17

Das ist eine sehr schöne Regel, Jero. Ich halte mich jetzt schon seit ein paar Tagen an sie.

Aber ich bin mir da nun doch etwas unsicher.

"Genau genommen" (,) hast Du nämlich geschrieben, dass die Regel lediglich "früher" so war?

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Re: Partizipialsaetze...das fast absolute Ende....
geschrieben von: jero ()
Datum: 25. September 2008 20:16

Guten Abend,

ich bin nicht so sehr sicher in der neuen Rechtschreibung, obwohl ich ein eifriger Befürworter bin. Da enthalte ich mich lieber. Ich weiß noch, dass die Kommasetzung bei den Partizipialgruppen sehr "liberalisiert" wurde, aber besser schaust du mal nach (falls hier keiner antwortet).

jero
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