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Anforderungen an den Bewerber und andere Beispiele
geschrieben von:
Tomas
()
Datum: 27. September 2008 18:55
Irgendwo in einem Bürotext lasen wir nun über die
"Anforderungen an den Bewerber".
Ich würde hierzu gerne wissen, ob ein Deutsch-Fremdsprachler, der solche Sachen nicht einfach im Gefühl hat, irgendwie wissen kann, dass man hier die Präposition "an" verwendet,
Solche Menschen können nämlich fragen, ob die Präposition "an" des Substantives irgendwas mit dem Präfix "an" des Verbes zu tun hat?
Also noch deutlicher gefragt, kann man irgendwie die richtige Präposition zum Substantiv aus dem Präfix des Verbes herauslesen?
Analoge Beispiele wären zum Beispiel:
"Überlegungen über die Finanzkrise"
"Ausgaben aus dem Bundeshaushalt"
"Angaben an die zuständige Behörde"
"Abflug ab Zürich"
und andere Beispiele.
In all diesen Beispielen scheint es einen gewissen Spielraum zu geben, tatsächlich das Präfix des Verbes auch zur Präposition beim Substantiv zu machen, das ist jedoch nicht verbindlich. Je nach Kontext müssen oft auch andere Präpositionen verwendet werden.
Wie sieht das genau aus?
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.08 21:52.
"Anforderungen an den Bewerber".
Ich würde hierzu gerne wissen, ob ein Deutsch-Fremdsprachler, der solche Sachen nicht einfach im Gefühl hat, irgendwie wissen kann, dass man hier die Präposition "an" verwendet,
Solche Menschen können nämlich fragen, ob die Präposition "an" des Substantives irgendwas mit dem Präfix "an" des Verbes zu tun hat?
Also noch deutlicher gefragt, kann man irgendwie die richtige Präposition zum Substantiv aus dem Präfix des Verbes herauslesen?
Analoge Beispiele wären zum Beispiel:
"Überlegungen über die Finanzkrise"
"Ausgaben aus dem Bundeshaushalt"
"Angaben an die zuständige Behörde"
"Abflug ab Zürich"
und andere Beispiele.
In all diesen Beispielen scheint es einen gewissen Spielraum zu geben, tatsächlich das Präfix des Verbes auch zur Präposition beim Substantiv zu machen, das ist jedoch nicht verbindlich. Je nach Kontext müssen oft auch andere Präpositionen verwendet werden.
Wie sieht das genau aus?
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.08 21:52.
Re: Anforderungen an den Bewerber und andere Beispiele
geschrieben von:
Kai Götz
()
Datum: 08. Oktober 2008 23:47
Hallo Tomas,
es hat sich noch keiner Deiner (wieder mal) sehr interessanten Frage erbarmt. Damit sie nicht so antwortungslos dahinvegetiert, versuche ich es (und mich) mal, ohne Anspruch auf unfehlbare Gültigkeit...
Ich fürchte, dass es eine absolute Regelung in diesem Fall nicht gibt, bzw. dass man die entsprechend passende Präposition ebenso "dazulernen" muss wie den Artikel zu einem Substantiv oder die Formen unregelmäßiger Verben.
Zum Beispiel hat man eine Anschauung "zu" etwas und nicht "an". Auch Dein Beispiel mit "Überlegung" würde man bevorzugt mit "zu" formulieren. Vielleicht liegt es bei der "Anforderung an einen Bewerber" auch an der Präposition, die das Verb fordern fordert (hübsches Wortspiel), sprich: meine Forderung "an" dich (resp. meine Anforderung an dich).
Vielleicht wird die Schwierigkeit mit dem entsprechend verwendeten Verb deutlich:
Ich erteile eine Anordnung AN dich.
Ich verfüge eine Anordnung FÜR die Truppe.
Ich habe eine Anordnung IN eigenem Interesse.
Ich stelle eine Anordnung ZUR Diskussion.
Ich entscheide in einer Anordnung ÜBER das Eingreifen.
Ich setze eine Anordnung AUSSER Kraft.
Ich widersetze mich einer Anordnung AB Inkrafttreten.
Ich kenne die Anordnung AUS der Staatskanzlei.
Ich folge der Anordnung AB heutigem Datum.
Ich besitze eine Anordnung UNTER diesem Aktenzeichen.
Ich kenne eine Anordnung ZU diesem Fall.
Gruß, Kai
es hat sich noch keiner Deiner (wieder mal) sehr interessanten Frage erbarmt. Damit sie nicht so antwortungslos dahinvegetiert, versuche ich es (und mich) mal, ohne Anspruch auf unfehlbare Gültigkeit...
Ich fürchte, dass es eine absolute Regelung in diesem Fall nicht gibt, bzw. dass man die entsprechend passende Präposition ebenso "dazulernen" muss wie den Artikel zu einem Substantiv oder die Formen unregelmäßiger Verben.
Zum Beispiel hat man eine Anschauung "zu" etwas und nicht "an". Auch Dein Beispiel mit "Überlegung" würde man bevorzugt mit "zu" formulieren. Vielleicht liegt es bei der "Anforderung an einen Bewerber" auch an der Präposition, die das Verb fordern fordert (hübsches Wortspiel), sprich: meine Forderung "an" dich (resp. meine Anforderung an dich).
Vielleicht wird die Schwierigkeit mit dem entsprechend verwendeten Verb deutlich:
Ich erteile eine Anordnung AN dich.
Ich verfüge eine Anordnung FÜR die Truppe.
Ich habe eine Anordnung IN eigenem Interesse.
Ich stelle eine Anordnung ZUR Diskussion.
Ich entscheide in einer Anordnung ÜBER das Eingreifen.
Ich setze eine Anordnung AUSSER Kraft.
Ich widersetze mich einer Anordnung AB Inkrafttreten.
Ich kenne die Anordnung AUS der Staatskanzlei.
Ich folge der Anordnung AB heutigem Datum.
Ich besitze eine Anordnung UNTER diesem Aktenzeichen.
Ich kenne eine Anordnung ZU diesem Fall.
Gruß, Kai
Re: Anforderungen an den Bewerber und andere Beispiele
geschrieben von:
jero
()
Datum: 09. Oktober 2008 09:12
Hallo,
das ist ebenfalls das Thema "feste Präpositionen", diesmal allerdings bei Substantiven. Da hilft in vielen Fällen nur (Auswendig-)Lernen.
Deine Beispiele, Kai, müssen verwirren, denn die Präpositionen gehören nicht allein deshalb zum Substantiv Anordnung, nur weil sie im Satz "zufällig" hinter -Anordnung- stehen. Da geht nun vieles durcheinander. Manchmal gehört sie zum Verb (z.B. entscheiden über); manchmal gehören sie zu einer Wortgruppe (z.B. zur Diskussion stellen); manchmal ist es eine "lose" Präposition, die sich aus der Situation heraus ergibt (z.B. aus der Staatskanzlei).
Um zu erkennen, zu wem die Präposition gehört, kann man eine Satzgliedanalyse durchführen, d.h., Objekte, Adverbialbestimmungen, Attribute ermitteln!!! Dann klärt sich vieles fast von selbst. ;-)
jero
www.cafe-deutsch.de
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.08 09:17.
das ist ebenfalls das Thema "feste Präpositionen", diesmal allerdings bei Substantiven. Da hilft in vielen Fällen nur (Auswendig-)Lernen.
Deine Beispiele, Kai, müssen verwirren, denn die Präpositionen gehören nicht allein deshalb zum Substantiv Anordnung, nur weil sie im Satz "zufällig" hinter -Anordnung- stehen. Da geht nun vieles durcheinander. Manchmal gehört sie zum Verb (z.B. entscheiden über); manchmal gehören sie zu einer Wortgruppe (z.B. zur Diskussion stellen); manchmal ist es eine "lose" Präposition, die sich aus der Situation heraus ergibt (z.B. aus der Staatskanzlei).
Um zu erkennen, zu wem die Präposition gehört, kann man eine Satzgliedanalyse durchführen, d.h., Objekte, Adverbialbestimmungen, Attribute ermitteln!!! Dann klärt sich vieles fast von selbst. ;-)
jero
www.cafe-deutsch.de
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.08 09:17.
Re: Anforderungen an den Bewerber und andere Beispiele
geschrieben von:
Tomas
()
Datum: 09. Oktober 2008 14:35
Vielen Dank. Es ist interessant, auch dieses Thema im Zusammenhang mit festen Präpositionen zu sehen. Nun kommt ja wirklich was zusammen!
Re: Anforderungen an den Bewerber und andere Beispiele
geschrieben von:
Kai Götz
()
Datum: 10. Oktober 2008 22:33
Hallo jero,
es ist mir durchaus bewusst, dass meine Beispiele verwirren können mögen, weil sie verschiedene sprachliche Aspekte "vermischen" könnten. Aber gerade das scheint mir für Fremdsprachler umso schwieriger zu machen. Immerhin scheinen wir uns darüber einig zu sein, dass es ohne "Dazulernen" nicht gehen mag...
Gruß, Kai
es ist mir durchaus bewusst, dass meine Beispiele verwirren können mögen, weil sie verschiedene sprachliche Aspekte "vermischen" könnten. Aber gerade das scheint mir für Fremdsprachler umso schwieriger zu machen. Immerhin scheinen wir uns darüber einig zu sein, dass es ohne "Dazulernen" nicht gehen mag...
Gruß, Kai
Re: Anforderungen an den Bewerber und andere Beispiele
geschrieben von:
jero
()
Datum: 11. Oktober 2008 09:05
Kai Götz schrieb:
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> Hallo jero,
> es ist mir durchaus bewusst, dass meine Beispiele
> verwirren können mögen, weil sie verschiedene
> sprachliche Aspekte "vermischen" könnten. Aber
> gerade das scheint mir für Fremdsprachler umso
> schwieriger zu machen. Immerhin scheinen wir uns
> darüber einig zu sein, dass es ohne "Dazulernen"
> nicht gehen mag...
> Gruß, Kai
hm ...........................
jero
www.cafe-deutsch.de
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.08 09:09.
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> Hallo jero,
> es ist mir durchaus bewusst, dass meine Beispiele
> verwirren können mögen, weil sie verschiedene
> sprachliche Aspekte "vermischen" könnten. Aber
> gerade das scheint mir für Fremdsprachler umso
> schwieriger zu machen. Immerhin scheinen wir uns
> darüber einig zu sein, dass es ohne "Dazulernen"
> nicht gehen mag...
> Gruß, Kai
hm ...........................
jero
www.cafe-deutsch.de
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.08 09:09.
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