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Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Tomas
()
Datum: 18. März 2009 17:19
Hallo, also außer den W-Fragen kann ich auch schon die Aussagesätze, die Ja/Nein-Fragen, ja, und nun auch den Imperativ!
Beim Imperativ steht das Verb immer an erster Stelle.
Mit dem Satzzeichen beim Imperativ habe ich noch etwas Schwierigkeiten. Ich dachte immer, das richtige Satzzeichen beim Imperativ ist das Ausrufezeichen, nun las ich aber Imperative mit Punkt.
Ist das richtig?
Oder ist der Imperativ gar keine bestimmte Satzform, sondern eher eine bestimmte Verbform?
Wie ist das denn genau?
(Natürlich weiß ich, wie man den Imperativ von den Verbformen für die zweite (sg. + pl.) und dritte Person (formelle Anrede) herleitet. Aber ich würde gern so ganz pauschal wissen, ob der Imperativ eher eine Satzstruktur oder eher eine Verbform ist.)
Beim Imperativ steht das Verb immer an erster Stelle.
Mit dem Satzzeichen beim Imperativ habe ich noch etwas Schwierigkeiten. Ich dachte immer, das richtige Satzzeichen beim Imperativ ist das Ausrufezeichen, nun las ich aber Imperative mit Punkt.
Ist das richtig?
Oder ist der Imperativ gar keine bestimmte Satzform, sondern eher eine bestimmte Verbform?
Wie ist das denn genau?
(Natürlich weiß ich, wie man den Imperativ von den Verbformen für die zweite (sg. + pl.) und dritte Person (formelle Anrede) herleitet. Aber ich würde gern so ganz pauschal wissen, ob der Imperativ eher eine Satzstruktur oder eher eine Verbform ist.)
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Hussein
()
Datum: 18. März 2009 18:05
Hallo!
Man geht davon aus, dass der "Imerativ" Modus eines Satzes ist, wie es bei dem Konjunktiv und dem Indikativ der Fall ist.
Als Satzzeichen dafür kommt m. E. in der Regel nur das Ausrufezeichen infrage.
Gruß
Hussein
Man geht davon aus, dass der "Imerativ" Modus eines Satzes ist, wie es bei dem Konjunktiv und dem Indikativ der Fall ist.
Als Satzzeichen dafür kommt m. E. in der Regel nur das Ausrufezeichen infrage.
Gruß
Hussein
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Franziska
()
Datum: 18. März 2009 18:26
Pssst. Sprich bitte ganz, ganz leise. Ohne Ausrufezeichen!
Gerade die leisen Befehle sind doch manchmal viel wirksamer, oder?
Unterschreib jetzt, oder deine Familie muss sterben.
(Von einem finsteren Gangster ganz ruhig gesprochen)
Gerade die leisen Befehle sind doch manchmal viel wirksamer, oder?
Unterschreib jetzt, oder deine Familie muss sterben.
(Von einem finsteren Gangster ganz ruhig gesprochen)
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Hussein
()
Datum: 18. März 2009 19:14
Hallo Franziska!
Peter hat das Auto geklaut.
Auf den ersten Blick (ohne Kontext) kann man sagen, dass es sich bei dem obigen Satz ein Fesstellung oder ein Mitteilung, weil es hier um einen Aussagesatz handelt. In einer bestimmten Situation kann man durch eine andere Intonation kann man mit diesm Satz eine Frage formulieren. Am Satzende steht trotzdem ein Punkt, denn es eine Eingenschaft der Aussagesätze ist. Hier kann man sagen, dass die Intonation keine Rolle auf die Interpunktion spielt.
Ein anderes beispiel dafür, dass der Inhalt des Satzes nichts mit der Form und daher auch nichts mit dem Satzzeichen zu tun hat:
Könntest du mir mal das Salz reichen? Man merkt es, dass es sich dabei inhaltlich um eine Aufforderung handelt. Der Satz behält aber das Fragezeichen.
Zurück zum Thema!
Der Imperativ bringt in der Regel (Es gibt auch einige Ausnahmen) eine Aufforderung zum Ausdruck. Diese Aufforderungen teilt man in ungefähr 14 Arten ein. Wie unterscheiden man zwischen den Arten der Aufforderung?
Die Elemente , mit denen man zwischen den unteschiedlichen Typen von Aufforderung unterscheiden kann, sind die Intonation, Modalpartikel, Kontext etc. also wie man den imperativischen Satz ausspricht.
Der Satz: Sprich bitte ganz, ganz leise! würde ich nicht als Befehl, sondern als eine Bitte bezeichnen. und auch dem Ausrufezeihen geben, weil alle imperativische Aufforderungen orthografisch mit einem Ausrufezeichen enden.
Der Satz: Unterschreib jetzt, oder deine Familie muss sterben!
Eine solche Art von Aufforderung nennt man Erpressung (Hindelang 1978), die auch mit einem Ausrufezeichen enden soll, igal,ob sie laut oder leise gesprochen wird.
Gruß
Hussein
Peter hat das Auto geklaut.
Auf den ersten Blick (ohne Kontext) kann man sagen, dass es sich bei dem obigen Satz ein Fesstellung oder ein Mitteilung, weil es hier um einen Aussagesatz handelt. In einer bestimmten Situation kann man durch eine andere Intonation kann man mit diesm Satz eine Frage formulieren. Am Satzende steht trotzdem ein Punkt, denn es eine Eingenschaft der Aussagesätze ist. Hier kann man sagen, dass die Intonation keine Rolle auf die Interpunktion spielt.
Ein anderes beispiel dafür, dass der Inhalt des Satzes nichts mit der Form und daher auch nichts mit dem Satzzeichen zu tun hat:
Könntest du mir mal das Salz reichen? Man merkt es, dass es sich dabei inhaltlich um eine Aufforderung handelt. Der Satz behält aber das Fragezeichen.
Zurück zum Thema!
Zitat
Pssst. Sprich bitte ganz, ganz leise. Ohne Ausrufezeichen! Gerade die leisen Befehle sind doch manchmal viel wirksamer, oder?
Der Imperativ bringt in der Regel (Es gibt auch einige Ausnahmen) eine Aufforderung zum Ausdruck. Diese Aufforderungen teilt man in ungefähr 14 Arten ein. Wie unterscheiden man zwischen den Arten der Aufforderung?
Die Elemente , mit denen man zwischen den unteschiedlichen Typen von Aufforderung unterscheiden kann, sind die Intonation, Modalpartikel, Kontext etc. also wie man den imperativischen Satz ausspricht.
Der Satz: Sprich bitte ganz, ganz leise! würde ich nicht als Befehl, sondern als eine Bitte bezeichnen. und auch dem Ausrufezeihen geben, weil alle imperativische Aufforderungen orthografisch mit einem Ausrufezeichen enden.
Der Satz: Unterschreib jetzt, oder deine Familie muss sterben!
Eine solche Art von Aufforderung nennt man Erpressung (Hindelang 1978), die auch mit einem Ausrufezeichen enden soll, igal,ob sie laut oder leise gesprochen wird.
Gruß
Hussein
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Franziska
()
Datum: 18. März 2009 19:34
Cool, was du alles weißt, Hussein! Ich bin aber immer noch der Meinung, dass wir mit der Setzung eines Ausrufezeichens recht frei umgehen können.
Ich verzichte immer wieder gerne darauf!!!
Ich verzichte immer wieder gerne darauf!!!
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Tomas
()
Datum: 18. März 2009 20:11
Hussein, ich bin auch beeeindruckt von deinem Wissen.
Ich verstehe es aber immer noch nicht ganz.
Du schreibst, der Imperativ sei genauso wie der Konjunktiv und der Indikativ Modus eines Satzes.
Die Verwirrung bleibt also bestehen und wird nun noch um die Begriffe Konjunktiv und Indikativ erweitert.
Meines Wissens sind Konjunktiv und Indikativ nämlich Modi des Verbes und nicht des Satzes.
Wobei ein Fachmann schon versuchte, mir zu erklären, dass der Konjunktiv im Deutschen eben kein Modus sei, sondern eher so eine Art normale Verbzeit. Das mit dem Modus tritt eher bei den Sprachen in den Vordergrund, die ohnehin gar nicht einen sogenannten Konjunktiv sondern eher einen sogenannten Subjunktiv hätten.
Man kann mit einem Konjunktiv zum Beispiel sowohl W-Fragen als auch Aussagesätze formen. OK, bei Aussagesätzen schwingt dann immer ein Grad von Unbestimmtheit mit und die W-Fragen klingen komisch. Aber je nach Kontext geht das durchaus.
Aber wie steht es um den Imperativ?
Ich verstehe es aber immer noch nicht ganz.
Du schreibst, der Imperativ sei genauso wie der Konjunktiv und der Indikativ Modus eines Satzes.
Die Verwirrung bleibt also bestehen und wird nun noch um die Begriffe Konjunktiv und Indikativ erweitert.
Meines Wissens sind Konjunktiv und Indikativ nämlich Modi des Verbes und nicht des Satzes.
Wobei ein Fachmann schon versuchte, mir zu erklären, dass der Konjunktiv im Deutschen eben kein Modus sei, sondern eher so eine Art normale Verbzeit. Das mit dem Modus tritt eher bei den Sprachen in den Vordergrund, die ohnehin gar nicht einen sogenannten Konjunktiv sondern eher einen sogenannten Subjunktiv hätten.
Man kann mit einem Konjunktiv zum Beispiel sowohl W-Fragen als auch Aussagesätze formen. OK, bei Aussagesätzen schwingt dann immer ein Grad von Unbestimmtheit mit und die W-Fragen klingen komisch. Aber je nach Kontext geht das durchaus.
Aber wie steht es um den Imperativ?
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
jero
()
Datum: 18. März 2009 20:40
Guten Abend!
Mir ist auch schon aufgefallen - insbesondere bei Arbeitsanweisungen in Lehrwerken -, dass man den Imperativ gelegentlich/immer öfter (?) ohne Ausrufezeichen setzt. Das soll dadurch offensichtlich "netter" wirken. Ich finde das noch gewöhnungsbedürftig. Für mich fehlt da immer was auf den ersten Blick.
jero
www.cafe-deutsch.de
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.03.09 20:56.
Mir ist auch schon aufgefallen - insbesondere bei Arbeitsanweisungen in Lehrwerken -, dass man den Imperativ gelegentlich/immer öfter (?) ohne Ausrufezeichen setzt. Das soll dadurch offensichtlich "netter" wirken. Ich finde das noch gewöhnungsbedürftig. Für mich fehlt da immer was auf den ersten Blick.
jero
www.cafe-deutsch.de
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.03.09 20:56.
Re: Ist der Imperativ eine Verbform oder eine Satzstruktur?
geschrieben von:
Hussein
()
Datum: 18. März 2009 20:57
Hallo Tomas!
Bei dem einen Autor findet man den Begriff blablabla bei dem anderen finden man den Begriff blablabla, obwohl die beiden Begriffe denselben Sachverhalt bezeichnen. Es gibt zwar einige einheitliche Begriffe für einen bestimmten grammatischen Fall, aber es gibt auch unterschiedliche Begriffe für einen anderen.
Du musst dich nicht um die Begriffe kümmern. Es lohnt sich nicht. Man lernt eine Sprache, um damit kommunizieren zu können oder um Texte aus der Fremdsprache in die Muttersprache zu übersetzen oder umgekehrt.
Ich habe mich lange mit den grammatischen Begriffen während meines Studiums beschäftigt. und was? In der Praxis? Ich versuche zu sprechen, ich kann es aber nicht, weil in meinem Kopf nur dieser Wortschatz ist (die grammatischen Begriffe) Ich muss auch jedes Mal, wenn ich in der mündlichen Kommunikation auf die Grammatik jedes Wortes zu beachten, um keine Fehler zu machen, aber das hinderte mich, fließend zu sprechen.
Diese grammatischen Begriffe können auch zu Fehlern führen. Stell dir vor. Wenn ich spreche, sage ich immer die Zimmer oder meine Zimmer, obwohl ich genau weiß, dass es das Zimmer sein soll. Ich sage das, weil in meinem Kopf steht, dass die Begriffe "Feminin, Neutral und Maskulin" sind. und das ist die Ursache dafür, dass ich statt das Zimmer die Zimmer sage, weil in meiner Muttersprache Zimmer feminin ist. Ich wünschte, ich hätte diese Begriffe nie gelernt.
Zurück zum Thema.
Also kümmere dich nicht um die Bezeichnungen Indikativ, Konjunktiv, oder Imperativ.
Ein der Fehler der grammtischen Bücher ist es, dass sie beispielsweise den Begriff Imperativ auch als Befehlsform bezeichnen, obwohl man mit diesem Modus nicht nur Befehle, sondern auch Bitten, Anweisungen, Ermahnungen, Warnungen, Ratschläge, Vorschläge etc. zum Ausdruck bringen kann.
Also kümmer dich nicht um den Begriff Konjunktiv, sondern darum, was man mit dem Konjunktiv zum Ausdruck bringen kann ( Irreale Wünsche, höfliche Ausdrücke etc. den Rest kennst schon)
Imperativ (wie es oben gesagt)
Indikativ (Behauptung, Feststellung etc.)
Gruß
Hussein
Bei dem einen Autor findet man den Begriff blablabla bei dem anderen finden man den Begriff blablabla, obwohl die beiden Begriffe denselben Sachverhalt bezeichnen. Es gibt zwar einige einheitliche Begriffe für einen bestimmten grammatischen Fall, aber es gibt auch unterschiedliche Begriffe für einen anderen.
Du musst dich nicht um die Begriffe kümmern. Es lohnt sich nicht. Man lernt eine Sprache, um damit kommunizieren zu können oder um Texte aus der Fremdsprache in die Muttersprache zu übersetzen oder umgekehrt.
Ich habe mich lange mit den grammatischen Begriffen während meines Studiums beschäftigt. und was? In der Praxis? Ich versuche zu sprechen, ich kann es aber nicht, weil in meinem Kopf nur dieser Wortschatz ist (die grammatischen Begriffe) Ich muss auch jedes Mal, wenn ich in der mündlichen Kommunikation auf die Grammatik jedes Wortes zu beachten, um keine Fehler zu machen, aber das hinderte mich, fließend zu sprechen.
Diese grammatischen Begriffe können auch zu Fehlern führen. Stell dir vor. Wenn ich spreche, sage ich immer die Zimmer oder meine Zimmer, obwohl ich genau weiß, dass es das Zimmer sein soll. Ich sage das, weil in meinem Kopf steht, dass die Begriffe "Feminin, Neutral und Maskulin" sind. und das ist die Ursache dafür, dass ich statt das Zimmer die Zimmer sage, weil in meiner Muttersprache Zimmer feminin ist. Ich wünschte, ich hätte diese Begriffe nie gelernt.
Zurück zum Thema.
Also kümmere dich nicht um die Bezeichnungen Indikativ, Konjunktiv, oder Imperativ.
Ein der Fehler der grammtischen Bücher ist es, dass sie beispielsweise den Begriff Imperativ auch als Befehlsform bezeichnen, obwohl man mit diesem Modus nicht nur Befehle, sondern auch Bitten, Anweisungen, Ermahnungen, Warnungen, Ratschläge, Vorschläge etc. zum Ausdruck bringen kann.
Also kümmer dich nicht um den Begriff Konjunktiv, sondern darum, was man mit dem Konjunktiv zum Ausdruck bringen kann ( Irreale Wünsche, höfliche Ausdrücke etc. den Rest kennst schon)
Imperativ (wie es oben gesagt)
Indikativ (Behauptung, Feststellung etc.)
Gruß
Hussein
Bitte in den Foren nur auf Deutsch schreiben!
Auch fremdsprachliche Beiträge (d. h. Beiträge über andere Sprachen) müssen wir leider löschen.

