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Arbeitsmarkt und Honorare

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Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: Ulrike123 ()
Datum: 14. September 2024 20:46

Hallo zusammen.

Mich würde mal interessieren, was ihr so brutto für 40 Unterrichtseinheiten (also 39 oder 40 Stunden pro Woche) verdient? Wollen wir uns vielleicht mal austauschen und vergleichen? Ich arbeite schon lange im Integrationskursbereich und bekomme immer noch 3.200 Euro brutto. Die Chefetage plant keine Gehaltserhöhung, darum bin ich gerade auf der Suche nach einer neuen Stelle..
Wie sehen die Gehälter aktuell aus? Was sollte man für 40 UE verlangen? 3.600? 3.800? 4.000? Was meint ihr?

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: Gernot Back ()
Datum: 16. September 2024 14:29

Du solltest für 3.200 Euro brutto nicht mehr als 27 UE pro Woche unterrichten, mal ganz abgesehen davon, dass du mehr als 30 UE ohnehin nicht innerhalb einer Gesamt-Regelarbeitszeit von 40 Zeitstunden noch ordentlich vor- und nachbereiten kannst.

Wenn dir dein Arbeitgeber weniger als das 120-Fache deines wöchentlichen Unterrichtsdeputats zahlt, gibt er inklusive aller Lohn-Nebenkosten (Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Umlagen) weniger als für eine Honorarkraft aus, bekommt vom BAMF aber den gleichen Pauschbetrag pro Teilnehmer und UE. Mit anderen Worten: Er haut dich dann übers Ohr!

Vgl.: [www.deutsch-als-fremdsprache.de]

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: Ulrike123 ()
Datum: 17. September 2024 11:47

Die Realität sieht leider anders aus. Entweder man akzeptiert die Bedingungen oder findet einfach keinen Job. Nach etlichen Vorstellungsgesprächen habe ich gemerkt, dass keine einzige Sprachschule für die Vor- und Nachbereitung zahlt – und diese Zeit wird auch nie als Arbeitszeit angerechnet. Deshalb läuft es überall auf 40 Unterrichtseinheiten und 40 Arbeitsstunden pro Woche hinaus. „Alle Lehrkräfte machen das so und niemand beschwert sich“, heißt es dann oft von den Personalern. Mir wurde auch gesagt, dass man die Vorbereitung „ganz entspannt am Wochenende von zu Hause“ erledigen kann. Sprich: unbezahlte Arbeit.

Ob da die Qualität stimmt, ist fraglich... Ich kann einfach nicht schlampig arbeiten und gebe mir viel Mühe, damit die Kursteilnehmenden ihre Prüfungen schaffen.

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: ainja ()
Datum: 17. September 2024 17:18

Das kenne ich wirklich anders ... im schlechtesten Fall wurden mir allerdings auch mal UE als ZS angerechnet - d.h. pro UE hatte man 15 Min. in Petto. Im besten Fall hatte ich mal 23 UE für 36 bezahlte ZS. Momentan 20 UE für 28 ZS.

Haha, "niemand beschwert sich". Klar, weil man da für solcherart Bedingungen erst gar nicht anfängt oder die Biege macht. Das ist zudem allerübelstes Strategengehabe. Man muss es sich allerdings auch wirklich wert sein. Nicht umsonst haben viele Lehrkräfte bei Einführung der ZQ BSK das Handtuch geschmissen, weil das das letzte Tüpfelchen war, was man vielleicht noch brauchte.
Das will gelernt sein, solche Angebote ein für allemal abzulehnen. Dann lieber übergangsweise (Plan B) etwas anderes machen und langen Atem haben. Wer will denn schon auf Dauer 40 UE machen, sogar wenn man 60 ZS bezahlt bekäme?

Bei solchen Aussagen wie, dass man die Unterrichtsvor- und natürlich auch noch die Nachbereitung und ansonsten alles andere zu Hause am WE machen könne, würde ich mich wrs. noch nicht mal mehr bedanken für das Gespräch.

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: Anahc ()
Datum: 17. September 2024 21:23

Ja, leider wird auch in meiner Stadt (mit 5/6 Bildungsträgern) so viel bezahlt. Die einzige Ausnahme ist die VHS, wo es nach dem Tarif bezahlt wird, aber die VHS stellt seit langen keine an. Ich habe mich deswegen nun für die Honorartätigkeit entschieden.

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: NathanGold ()
Datum: 26. September 2024 11:15

Bei meiner alten Schule gab es E13, also um die 60 000 im Jahr. Für weniger würde ich diesen Job von Deutschland aus bei den Abgaben auch einfach nicht mehr durchführen.

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: Tiffy ()
Datum: 27. September 2024 08:37

40 UE pro Woche würde ich für kein Geld der Welt machen, da habe ich nach einem Monat einen Burnout. Ich habe mal eine Weile 30 UE gemacht, das war mir aber auch schnell zuviel. Vielleicht bin ich ja einfach ein Weichei, aber ich bin entschlossen, bei meinen 20-25 UE pro Woche zu bleiben. Im Moment bekomme ich noch Honorarverträge, bei denen ich mitreden kann, wann die Termine und wann die Ferien sind. Wenn sich das ändert, werden wir sehen müssen... Ich habe meine Chefetage jedenfalls schon wissen lassen, dass ich keinen Festanstellungsvertrag unterschreibe, bei dem sie mir im Jahr weniger brutto zahlen als jetzt (bei gleicher Arbeitszeit versteht sich). Ich habe aber den Vorteil, dass ich Notfalls auch so irgendwie bis zur Rente überlebe...

Wenn sich niemand über diese 40-UE-Verträge beschwert, dann sollten wir dringend dafür sorgen, dass sich das ändert :-)

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: alex.v_b ()
Datum: 02. Juni 2025 20:09

Ich war im Oktober-November 2024 auf der Jobsuche und habe viele Sprachschulen bei meinen Vorstellungsgesprächen kennengelernt. Das Fazit:

- Es gibt eine Schule, wo eine Vollzeitstelle 40 Stunden (50UE) pro Woche beinhaltet.
Dafür wurde mir das Gehalt in Höhe von 3715 Euro brutto angeboten.

- Es gibt viele Sprachschulen, wo 31,25 UE - 33 UE gleich 39 Stunden und damit eine Vollzeitstelle sind. Dafür wurden die Gehälter in Höhe von 3200 - 3400 Euro vorgeschlagen.

- Die meisten Sprachschulen bieten 30 -32 Urlaubstage, manche haben Urlaubs- oder Weihnachtsgeld und noch dazu das Jobticket.

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: DaF-Coach-56 ()
Datum: 19. Juni 2025 17:24

ich mag mich irren, aber wenn nach den Rundschreiben vom Ende Februar/Anfang März den Trägern verboten wird, eine Lehrkraft für mehr als 29 UE einzusetzen....dann werden immer weniger Anbieter von Sprachkursen Lehrkräften feste Verträge anbieten. Das genau kommt nämlich auf mich zu. Mir wurde ab 1.12. ein Honorarvertrag anstelle eine Verlängerung meines zum 31.12. auslaufenden Vertrages angeboten. Mein Chef: "Dann verdienen Sie sehr viel Geld." Gut, nicht wahr? Und da die Situation in dieser Branche immer prekärer geworden ist (immer mehr Lehrkräfte, aber wenig Geld bzw. das Geld fließt in den Erhalt des Trägers)...werden sich auch für ländlich gelegene Träger bestimmt Lehrkräfte finden lassen, die pro Tag 100km pendeln. Ich habe durch die Jahre von lächerlichen, die Menschenwürde beleidigenden Honoraren und auch Bruttogehältern gehört.

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Re: Brutto bei Festanstellung
geschrieben von: Gernot Back ()
Datum: 21. Juni 2025 09:56

DaF-Coach-56 schrieb:
-------------------------------------------------------
> ich mag mich irren, aber wenn nach den
> Rundschreiben vom Ende Februar/Anfang März den
> Trägern verboten wird, eine Lehrkraft für mehr als
> 29 UE einzusetzen....dann werden immer weniger
> Anbieter von Sprachkursen Lehrkräften feste
> Verträge anbieten. Das genau kommt nämlich auf
> mich zu. Mir wurde ab 1.12. ein Honorarvertrag
> anstelle eine Verlängerung meines zum 31.12.
> auslaufenden Vertrages angeboten. Mein Chef: "Dann
> verdienen Sie sehr viel Geld." Gut, nicht wahr?

Dann mach das doch und reduziere dein Deputat auf einen Stundenumfang von nicht mehr als 29 UE, die du dann auch ordentlich vor- und nachbereiten kannst!

Wenn du dieselbe Arbeit als Honorarkraft übrigens vorher auf der Basis einer Festanstellung ausgeübt hast, ist auch das ja wieder ein Punkt, mit dem du im Rahmen eines Statusfeststellungsverfahrens bei der Deutschen Rentenversicherung belegen kannst, dass du in Wahrheit nur scheinselbständig tätig bist, und du doch wieder angestellt werden musst. Das geht bis Ende 2026 natürlich nur, wenn du deinem Auftraggeber keinen Freibrief nach § 127 SGB IV ausstellst.

Anspruch auf vier Wochen bezahlten Urlaub hast du als arbeitnehmerähnliche Honorarkraft allerdings sowieso auch. Arbeitnehmerähnlichkeit ist gegeben, wenn du überwiegend von einem Auftraggeber (Träger) wirtschaftlich abhängig bist.

Das kannst du in dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln nachlesen, vor dem ich gerade erfolgreich eine Urlaubsabgeltung für das Jahr 2023 erstritten habe. Die Sozialversicherungsbeiträge, die ich in der Zeit bei diesem Träger gezahlt habe, hole ich mir übrigens auch noch von Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zurück. Ein entsprechendes Statusfeststellungsverfahren habe ich eingeleitet. Die Beiträge darf dann statt meiner auch der Träger übernehmen, und zwar zur Strafe zu 100 und nicht nur 50 %, da er versäumt hat, mich anzumelden.

> Und da die Situation in dieser Branche immer
> prekärer geworden ist (immer mehr Lehrkräfte, aber
> wenig Geld bzw. das Geld fließt in den Erhalt des
> Trägers)...werden sich auch für ländlich gelegene
> Träger bestimmt Lehrkräfte finden lassen, die pro
> Tag 100km pendeln. Ich habe durch die Jahre von
> lächerlichen, die Menschenwürde beleidigenden
> Honoraren und auch Bruttogehältern gehört.

Sei doch froh, dass sich daran nun endlich etwas ändert!

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