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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Meli ()
Datum: 30. Oktober 2006 23:36

Hallo,
ich bin gerade auch auf der Suche danach wie ich meine Situation der Krankenkasse verbessern kann. Man hat mir geraten in eine private Versicherung zu wechseln, da das für ledige Personen billiger sei. Ist das so richtig? Ist eine private Krankenversicherung für Honorarktäfte DaF ohne Familie billiger?
Ich freue mich sehr über Tipps
Danke
Meli

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 31. Oktober 2006 08:06

Das hängt leider auch von deinem Alter ab, und ob du Männlein oder Weiblein bist! Frauen zahlen nämlich mehr. Grundsätzlich gibt es private Krankenkassen, die billiger sind als die gesetzlichen, ja. Aber man muss sich vorher guuut informieren!
(Wir hier sind keine Experten, sondern nur Betroffene, klar)

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Dörte ()
Datum: 01. November 2006 14:06

Ich bin kein KV-Profi, höre aber von Kollegen und anderen Betroffenen immer wieder, welche Probleme sie mit ihrer PKV haben, wenn es einkunftstechnisch nicht mehr so läuft. Ein Kollege von mir muss jetzt den Umweg über Hartz IV gehen, um aus seiner PKV überhaupt wieder rauszukommen, die gigantische Beträge verlangt.

Also da würde ich mich vorher umfassend informieren - auch z. B. bei Erwin Denzler, der sich zu diesem Kram ja ganz gut auskennt. Google mal auf ihn - er hat mindestens 2 Sites, eine heißt glaube ich www.400-eurojob.de oder so ähnlich! Er hat auch schon einen Eintrag hier im Forum gemacht!

LG Dörte

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 01. November 2006 16:00

Hier ist der Link dazu:

[www.akademie.de]

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: moi ()
Datum: 02. November 2006 19:11

versicherung...ich bin bei Allianz und zahle knapp 230 euro/monat momentan. nächstes jahr wird es eine kleine erhöhung geben, aber dann bin ich immernoch bei ca. 250 euro.

es stimmt schon, was hier schon mehrfach gesagt wurde, freiberufler geht eigentlich nur mit zweitjob oder einen gutverdienenden partner... :( schade eigentlich.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Anna2 ()
Datum: 03. November 2006 15:29

Schon mal an eine ausländische Versicherung gedacht? Die Versicherung Interglobal bietet zum Beispiel direkt Versicherungen für Lehrer an. Ich (28 Jahre alt) bezahle dort einen Jahresbeitrag (!) von unter 800 Euro. Man muss zwar einige Sachen (z.B.Routineuntersuchungen) selbst bezahlen, aber damit bleibt man immer noch weit unter dem was eine deutsche Versicherung einem so abknöpft.Und sollte bei der Routineuntersuchung etwas gefunden werden, zahlt die Versicherung die Behandlung. Wer Interesse hat, hier mal die website:

www.interglobalpmi.com

Für Lehrer sind die sog. Schools Plans.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Klaus ()
Datum: 06. November 2006 15:43

Wozu überhaupt KV? Ich komme auch ganz gut ohne klar.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Anna2 ()
Datum: 06. November 2006 18:54

Klar, kann man ne normale Arztrechnung selbst bezahlen, aber wenn dann mal der Blinddarm zwickt oder ähnliches kann das schnell verdammt teuer werden (ausser natürlich man spart das was man an monatlichen Beiträgen zahlen würde konsequent irgendwo).

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: wersching ()
Datum: 10. November 2006 19:11

Übrigens, noch eine schlechte Nachricht: an einer Ostuni bekommt man als Lehrbeauftragter 16 Euro pro 45 Minuten

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Christliche Sozialunion ()
Datum: 26. November 2006 01:00

Franziska schrieb:
-------------------------------------------------------
> Na vielleicht kann ich ja auch als
> DaF-Freiberuflerin davon pofitieren, dass ich Mann
> und Kind(er) über mich versichern lassen kann??
> Man sollte nicht immer in so herkömmlichen
> Kategorien denken.


Deine Kategorie-Denke kennen wir ja ebenso ;-) Du redest in der Diskussion ständig am Thema vorbei mit deinem Familien-Gerede aus der Sichtweise einer Verheirateten heruaus. Duignorierst die besondere KK-Situation der ledigen/geschiedenen/alleinlebenden Lehrerinnen. Von wem sollen sich denn diese Lehrerinnen mitversichern lassen bzw. wen sollen diese Lehrerinnen mitversichern ohne Mann, ohne Kind LOL Was schreibst du da eigentlich...mitversichert sein oder mitversichern Können, klar ist das toll, das ist doch jedem Depp klar, aber was bringt das um Himmels Willen den Unverheirateten. Meine Güte, was für eine Ignoranz! arrgh

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Christliche Sozialunion ()
Datum: 26. November 2006 01:18

@Erwin Denzler
Dankeschön für Ihren sehr informativen Beitrag (Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag für geringverdienende Selbstständige)

Traurig nur, dass immer noch nicht der Arbeitgeber, der sich in den Deckmantel des Dienstleistungs-Nehmers hüllt, zur finanziellen Verantwortung gezogen wird, sondern die Arbeitsagentur. Der Staat also zahlt/bezuschusst die KK-Beiträge, die der "Diensleistungs-Nehmer" sprich Arbeitgeber eigentlich hälftig mittragen müsste.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: AW ()
Datum: 26. November 2006 11:27

Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dass es in diesem Land nicht besser werden kann, solange jeder nur an sich denkt und jede Regelung, die eine andere "gesellschaftliche Gruppe" begünstigt, als ungerecht abgetan wird. Franziska hat Recht: es gibt viele Leute, denen es AUCH schlecht geht (freiberufliche DaF-Dozenten sind in diesem Land NICHT die einzigen armen Benachteiligten!) und für die es gut ist, dass sie kostenfrei mitversichert sein können. Diese Leute werden hier offensichtlich als Sozialschmarotzer verurteilt.
Es geht vielen schlecht, aber solange dieser Denkansatz, NUR für sich selbst das Beste rauszuholen, in allen(!) sozialen Schichten und in allen Lebensbereichen besteht, wird es nie besser. Ich selbst hatte seit Studienabschluss (liegt einige Jahre zurück) auch noch nie einen festen Job, sehe auch keine Perspektive mehr und habe keine "Absicherung" durch Familie, aber deshalb beschuldige ich nicht "die anderen". Unser gesamtes Sozialsystem mit KK, RV usw. ist von Grund auf falsch, weil es für die heutige Gesellschaft und Arbeitswelt nicht mehr aktuell ist. Aber der ewige Sozialneid hilft da nicht weiter, und die "Bevorzugten" sind, jedenfalls die von Hartz IV /Arbeitslosigkeit/ Niedriglohn Betroffenen, nicht schuld an eurer eigenen Situation.
Auch wenn die eigene Situation noch so schlimm ist, kann man weitgehend sachlich diskutieren (auch in diesem Forum). Gerade als DaF-Dozent soll man ja nicht nur Sprache vermitteln, sondern auch Integrationsarbeit leisten. Welches Bild von Deutschland und unserer Gesellschaft vermittelt ihr eigentlich im Unterricht?

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Anna2 ()
Datum: 26. November 2006 15:45

und an praktischen kostengünstigeren Alternativen ist hier in diesem Forum ja anscheinend niemand interessiert (siehe mein Beitrag vom 3. November). ist ja auch viel bequemer ewig weiterzumeckern, anstatt sich mal um die Lösung der eigenen Probleme zu kümmern. Man kann natürlich auch weiterhin auf die sauer sein, die da andere Möglichkeiten haben, eben weil sie vielleicht verheiratet sind. Ist aber irgendwie ein bisschen engstirnig. Es muss schließlich jeder sehen wo er bleibt, und wenn ich die Möglichkeit hätte, bei meinem Mann mitversichert zu sein, wär ich doch echt blöd, die nicht zu nutzen.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: AW ()
Datum: 26. November 2006 18:47

Ja, da war doch was...
Ich habe ehrlich gesagt das erste Mal von dieser Möglichkeit gehört. Es klingt beim ersten Lesen etwas dubios, eine ausländische Versicherung zu nehmen (Wie weiß man, ob sie seriös ist? Bezahlen sie alle notwendigen Behandlungen? Wird es in deutschen Arztpraxen akzeptiert, oder haben die Angst, dass sie ihr Geld nicht bekommen? Ist es nur für Lehrer oder kann ich dort bleiben, wenn ich später eine "normale" sozialversicherungspflichtige Stelle als Angestellter finde? usw.). Vielleicht hat sich auch deshalb niemand auf deinen Beitrag gemeldet, weil es abwegig erscheint. Trotzdem komisch, da es ja eben ein Vorschlag war und kein Gemecker.
Im Moment ist die Frage, KK zu wechseln, für mich nicht aktuell, aber ich würde bei Gelegenheit darauf zurückkommen und mich auf jeden Fall informieren.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Jemand-Ohne-Frust ()
Datum: 27. November 2006 11:14

... zum Thema Krankenversicherung über den Ehepartner:

Das ist von dem Zeitpunkt an nicht mehr möglich bzw illegal, von dem mehr als 400 Euro im Monat verdienst. Oder, anders gesagt, sobald du mehr als 400 Euro im Monat verdienst, kannst du offiziell nicht mehr familienversichert sein.

Die ganzen Hausfrauen, Muttis, Studenten und nahezu alle anderen Freizeitpädagogen im DaF-Bereich, die die Honorare drücken und ihre Lehrtätigkeit mehr oder weniger als Hobby ansehen (bzw. als eines von vielen Mitteln zur Selbstverwirklichung), sind in der Regel verheiratet und geben ihre Honorare bei der KV nicht an. So sparen sie im Gegensatz zu den wenigen ehrlichen freiwillig verischerten Beitragszahlern rund 250 Euro im Monat.

Leider muss man sagen, dass es kaum anders geht, damit sich die Tätigkeit auf Honorarbasis überhaupt lohnt. Mich frustriert das auch,
da ich zu den wenigen gehöre, die als Selbstzahler in einer gestzlichen KV brav meine Beiträge zahle.

Allerdings muss man auch sagen, dass der oben geschilderte Sachverhalt juristisch in die Kategorie "Betrug bzw. Missbrauch von Sozialleistungen" fällt. Nicht nur die BfA, sondrn auch die Kassen können rückwirkend Beiträge einfordern, wenn Sie dahinterkommen,
dass jd. mehr als 400 Euro auf Honorarbasis verdient.

Mir persönlich wäre da das Risiko zu hoch, da man bzw eher "Frau" ja den KVen jährlich das Einkommen nachweisen muss...

Gruss, M.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: AW ()
Datum: 27. November 2006 14:03

Das Gleiche gilt übrigens auch für die Rentenversicherung. Es gibt gerade hier in diesem Forum wohl viele, die im Vergleich zu "den ehrlich zahlenden" keine RV-Beiträge zahlen, obwohl ja ein großer Teil der Rentner auch nicht gerade wohlhabend ist, aber die sind ja wieder "die anderen" und jeder muss ja nur für sich selbst kämpfen. Es besteht aber bei jedem das Risiko, dass die Unterschlagung von RV-Beiträgen irgendwann auffliegt (spätestens, wenn man den Status wechselt, also vom Freiberufler zum Angestellten, Rentner, Arbeitslosen, Hausfrau, ...). Die DRV registiert doch jede Sozialversicherungsnummer und damit die Einzahlungszeit und -höhe von Rentenbeiträgen bzw. sie wollen für die Jahre, in denen man nicht eingezahlt hat, einen Nachweis, was man in dieser Zeit eigentlich beruflich/ausbildungsmäßig so gemacht hat.
Der RV-Beitrag ist zwar für die meisten unverhältnismäßig hoch, aber im Vergleich zu den angeblich betrügerischen Hausfrauen, die nebenbei unterrichten (meistens wohl 1-2 Kurse à 90 Minuten pro Woche) und dabei meistens wirklich nur geringfügig verdienen (= unter 400 Euro GEWINN, nicht Honorar), steht man in Bezug auf Ehrlichkeit nicht besser da. Im Übrigen weiß ich nicht, wie viele es davon wirklich gibt, denn am Finanzamt bzw. der Steuererklärung kommt man mit Nebenjobs selten vorbei, da es zumidenst bei öffentlichen Bildungsträgern regelmäßig Betriebsprüfungen gibt, und von da aus kommt das Finanzamt schnell auf die freien Mitarbeiter zurück. Und was im Steuerbescheid steht, prüft die Krankenkasse als Grundlage für Beiträge.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Christliche Sozialunion ()
Datum: 29. November 2006 03:36

AW schrieb:
-------------------------------------------------------
> Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dass
> es in diesem Land nicht besser werden kann,
> solange jeder nur an sich denkt und jede Regelung,
> die eine andere "gesellschaftliche Gruppe"
> begünstigt, als ungerecht abgetan wird.


Ja, ja sobald man eine offensichtlich sehr ungerechte Regelung und ungleichmäßige Belastung kritisiert, bekommt man Sozialneid vorgeworfen. Komische Sicht der Dinge, dass die Gruppe, die ungerechter Weise erheblich profitiert und das System ins Wanken bringt, in Schutz genommenwird, aber die Gruppe, die in die Röhre kuckt und hin und wieder etwas aufmuckt, kritisiert wird. Benachteiligte=Sozialneider???
Also jeder, der auf Gleichstellung klagt, ist ein Sozialneider?
Und wie wird es dann besser? Indem man über soziale Ungerechtigkeit hinwegsieht, sie totschweigt und den Begünstigten zulächelt? Politische Veränderung findet nur über Diskussion, Kritik und Abwägung von Interessen statt, nicht durch Abnicken. Sonst bräuchten wir auch keine Oppositions-Parteien. Aber die sind deiner Meinung nach wohl auch nur Sozialneider, weil sie bestehende ungerechte Verhältnisse bzw. Beschlüsse der Regierung als ungerecht und sozial nicht verträglich kritisieren.


> Diese Leute
> werden hier offensichtlich als Sozialschmarotzer
> verurteilt.

Hausfrauen, deren Männer mehrere tausend Euro im Monat verdienen, und sich kostenlos mitversichern können, sind in meinen Augen auch staatlich abgesegnete Sozialschmarotzer. Sie bringen das angeblich so soziale Sozial-System, das eigentlich niemanden bevorzugen oder benachteiligen dürfte, ins Ungleichgewicht.

> Es geht vielen schlecht, aber solange dieser
> Denkansatz, NUR für sich selbst das Beste
> rauszuholen, in allen(!) sozialen Schichten und in
> allen Lebensbereichen besteht, wird es nie besser.

Es geht nicht darum das Beste rauszuholen, da verstehst du etwas falsch. Es geht wie bei der Gleichstellung von Mann und Frau, auch hier um Gleichstellung, um soziale Gleichstellung. Das ist der Punkt. Ich wünsche mir keine Bevorzugung wie das bei den Verheiraten der Fall ist, sondern ich wünsche mir lediglich Gleichstellung - mit Neid hat das also überhaupt nichts zu tun.

> Welches Bild von
> Deutschland und unserer Gesellschaft vermittelt
> ihr eigentlich im Unterricht?

Das frage ich mich auch. In deinem Unterricht wird anscheinend vermittelt, dass Kritik an Misständen gleichbedeutend mit neidisch sein ist. Da vermittelst du deinen Schülern im Orientierungkurs aber ein falsches Bild von D. Lies dir das GG durch!

Was sagst du denn dann z.B. Kurden in deinem Unterricht, die sich mit dir darüber unterhalten, dass sie in der Türkei nicht ihre Kultur, ihre Sprache ausleben können und auch sonst benachteiligt sind? Wirfst du denen vor, auf die "echten" Türken doch bloß neidisch zu sein? Oder was sagst du den Migrantenkindern, die sagen, dass sie aufgrund ihres Namens und ihrer Herkunft keinen Arbeitsplatz finden? Sagst du zu denen auch, dass sie ja nur Sozialneider sind?

Sich benachteiligt fühlen und es zu sein, setzt du gleich mit Sozialneid haben - finde diese Sichtweise ziemlich anmaßend. Wenn alle so denken würden wie du, dann hätte es keine Arbeiterbewegung gegeben, aber diese Leute waren/sind wohl in deiner Sicht auch nur Sozialneider.

Anna2 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Es muss schließlich jeder sehen wo er
> bleibt

genau, vor allem diejenigen, die alleine "ihre Frau stehen"

> und wenn ich die Möglichkeit hätte, bei
> meinem Mann mitversichert zu sein, wär ich doch
> echt blöd, die nicht zu nutzen.

*hüstl* natürlich würde ich das dann auch tun. Aber nur weil es für mich toll wäre, würde ich es nicht automatisch als "sozial gerecht" bezeichnen!!! Was für den einen toll ist, muss anderen gegenüber nicht automatisch toll/gerecht sein! Logik!!!


Aber ich glaube, das Ganze hier führt absolut zu nichts. Statt sich für die Rechte der DaFler einzusetzen und an einem Strang zu ziehen wird für andere Partei ergriffen. Warum wird dann in diesem Forum überhaupt darüber geklagt, dass KK und BfA so ungerecht hoch sind? Zahlt doch und fertig! Die meisten DaFler haben sowieso eine große Zahl an Unterrichtsstunden und somit ein doch recht beträchtliches Einkommen, das dem angenommenen Mindesteinkommen von "normalen" Freiberuflern sehr nahekommt. Und die nur geringverdienenden DaFler sollen halt, auch wenn sie nur knapp über 400 Euro verdienen, genauso zur Kasse gebeten werden wie die anderen - ist so geregelt und damit Fakt.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: AW ()
Datum: 29. November 2006 14:09

Christliche Sozialunion schrieb:

> Ja, ja sobald man eine offensichtlich sehr
> ungerechte Regelung und ungleichmäßige Belastung
> kritisiert, bekommt man Sozialneid vorgeworfen.

Nicht unbedingt, aber wenn andere Gruppen so schlecht gemacht werden wie in diesem Forum (und vor allem in diesem Tonfall), geht es nicht mehr um gerechte oder ungerechte Regelungen, sondern um das ewige Gemecker und Gegeneinander.

> Komische Sicht der Dinge, dass die Gruppe, die
> ungerechter Weise erheblich profitiert

Warum ungerechter Weise? Dann muss man unsere gesamte Gesellschaftsform kritisieren, weil Verheiratete mit und ohne Kinder einige Vorteile genießen, wie z.B. die kostenlose Mitversicherung. Und Kinder liegen ja nun mal im Interesse des Staates.

> Also jeder, der auf Gleichstellung klagt, ist ein
> Sozialneider?

Die Diskussionen in diesem Forum haben nichts mit Gleichstellung zu tun. Wenn man erreichen will, dass freiberufliche Lehrer (nicht NUR DaFler!!) einen einkommensgerechten KV-Beitrag zahlen und evtl. einen verminderten RV-Beitrag, muss man andere Argumente bringen als "Die Hausfrauen zahlen gar nichts, und wir sollen für die mitzahlen". Wenn man andere in dieser Weise als Maßstab für Ungerechtigkeit heranzieht, kann man nicht ernst genommen werden. Ein sachliches Argument wäre, dass die Versicherungsbeiträge in einem angemessenen Verhältnis zu meinem Einkommen stehen müssen, was bei vielen Freiberuflern eben nicht der Fall ist. Zu sagen, dass es anderen aber besser geht, nützt kaum - vor allem, wenn man Gruppen heranzieht, die mit einem selbst gar nicht vergleichbar sind. Wenn man die eigene Situation z.B. mit Angestellten vergleichen würde, wäre es schon plausibler. Man könnte - wenn sich denn jemand dafür einsetzen würde - ein Angestelltenverhältnis als Beispiel dafür nehmen, in welchem Verhältnis Einkommen und Sozialversicherungsbeiträge geregelt sein sollten. Aber Hausfrauen und Kinder? Was soll man mit so einem Vergleich? Ein Problem ist sicher, dass Berufsverbände wie GEW wenig tun, weil sie nicht speziell für Freberufler da sind. Aber wenn man auf diesem Niveau wie einige Leute hier argumentiert, kann auch nichts Ernsthaftes draus werden. In der Politik ist Konstruktives (also Vorschläge) eher zu gebrauchen.

> Hausfrauen, deren Männer mehrere tausend Euro im
> Monat verdienen, und sich kostenlos mitversichern
> können, sind in meinen Augen auch staatlich
> abgesegnete Sozialschmarotzer. Sie bringen das
> angeblich so soziale Sozial-System, das eigentlich
> niemanden bevorzugen oder benachteiligen dürfte,
> ins Ungleichgewicht.

So schlimm kann es nicht sein, denn die richtig gut verdienenden (z.Zt. über 3600 Euro/Monat, glaube ich) müssen sowieso, ob sie wollen oder nicht, in die private Krankenversicherung wechseln! Und da kosten Ehepartner und Kind(er) extra.

> Ich wünsche mir keine Bevorzugung wie
> das bei den Verheiraten der Fall ist, sondern ich
> wünsche mir lediglich Gleichstellung - mit Neid
> hat das also überhaupt nichts zu tun.

Wie soll das denn gehen? Wird jemand bevorzugt, zahlt also weniger, werden andere automatisch benachteiligt, weil sie mehr zahlen. Genau das ist doch das endlose Argument in diesem Forum.

> Was sagst du denn dann z.B. Kurden in deinem
> Unterricht, die sich mit dir darüber unterhalten,
> dass sie in der Türkei nicht ihre Kultur, ihre
> Sprache ausleben können und auch sonst
> benachteiligt sind? Wirfst du denen vor, auf die
> "echten" Türken doch bloß neidisch zu sein? Oder
> was sagst du den Migrantenkindern, die sagen, dass
> sie aufgrund ihres Namens und ihrer Herkunft
> keinen Arbeitsplatz finden? Sagst du zu denen
> auch, dass sie ja nur Sozialneider sind?

Die Regelung für Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland ist also für dich gleichzusetzen mit politischer, religiöser, ethnischer, ... Diskriminierung durch andere??? Dass du als DaF-ler mehr KV-Beitrag zahlst als Angestellte und Hausfrauen, ist für dich die gleiche Benachteiligung wie die Diskriminierung von Ausländern bei der Arbeitssuche oder politische Gefangenschaft? Das heißt, dass der Staat und die Arbeitgeber uns Freiberufler bewusst(!) benachteiligen, wobei der Diskriminierungsgrund der ist, dass wir keine feste Anstellung haben?? Dann kannst du ja rechtlich den Staat sogar verklagen, denn in Deutschland ist diese Art der Benachteiligung und Diskriminierung strafbar.

> Sich benachteiligt fühlen und es zu sein, setzt du
> gleich mit Sozialneid haben - finde diese
> Sichtweise ziemlich anmaßend. Wenn alle so denken
> würden wie du, dann hätte es keine
> Arbeiterbewegung gegeben, aber diese Leute
> waren/sind wohl in deiner Sicht auch nur
> Sozialneider.

Eben nicht, weil sie IHRE eigenen Verhältnisse verbessern wollten - bessere Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung, ... sie wollten für sich selbst ein besseres Leben, einen höheren Lebensstandard. Sie hatten aber mehr Argumente als "Den Unternehmern, Beamten, ... geht es ja auch besser." Natürlich haben auch sie bei anderen diesen höheren Lebensstandard gesehen. Aber ihre Argumente gingen darüber hinaus.

> Die meisten DaFler haben sowieso eine große Zahl an
> Unterrichtsstunden und somit ein doch recht
> beträchtliches Einkommen, das dem angenommenen
> Mindesteinkommen von "normalen" Freiberuflern sehr
> nahekommt.

Ich kenne nicht so viele, die dauerhaft (im Jahrsdurchschnitt) knapp unter 2000 Euro im Monat Honorar haben. Das ist ja das Problem, dass man meistens weniger hat als das fiktive Mindesteinkommen! Die Gutverdienenden zahlen ja im Verhältnis keine übermäßig hohen Beiträge. Sogar bei der RV gibt es einen Höchstbetrag, den man als Gutverdienender nutzen kann.

Und die nur geringverdienenden DaFler
> sollen halt, auch wenn sie nur knapp über 400 Euro
> verdienen, genauso zur Kasse gebeten werden wie
> die anderen - ist so geregelt und damit Fakt.

Es wurde hier schon unzählige Male gesagt, dass Geringverdienende (Gewinn unter dem Hartz IV-Satz) den KV-Beitrag erlassen bekommen, wenn sie sich an die Arbeitsagentur wenden. Das steht einem zu. Das ist eine Tatsache!
Aber Fakten zählen hier leider nicht allzu viel (oder nur die negativen).

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: morpheus ()
Datum: 29. November 2006 18:34

Hmm, interessante Diskussion...

Also, ich bin verheiratet und meine KV muss ich selbst zahlen, klar. Bis zum Jahr 2004 hat der KK nur meine Lohnsteuererklärung gereicht. Ab 2005 nicht mehr. Ich musste auch die von meinem Mann hinschicken. Was das bedeutet, ist euch wahrscheinlich klar. Plötzlich war mein Beitrag fast um 100 Euro höher... Große Freude, aber es ist halt so. Und man kann nicht familienversichert sein, wenn man paar Monate keinen Kurs hat. Man muss KV weiterzahlen.

Da ist noch eine Variante - private KV. Man zahlt zwar weniger, aber es ist wieder da die Selbstbeteiligung...

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Jemand-ohne-Frust ()
Datum: 30. November 2006 19:56

"Hausfrauen, deren Männer mehrere tausend Euro im Monat verdienen, und sich kostenlos mitversichern können, sind in meinen Augen auch staatlich abgesegnete Sozialschmarotzer. Sie bringen das angeblich so soziale Sozial-System, das eigentlich niemanden bevorzugen oder benachteiligen dürfte, ins Ungleichgewicht. "

... um die ging es vorwiegend in meinem posting vom 27.11. Du bringst das auf den Punkt, was ich mit meinem Beitrag sagen wollte.

Meine Beobachtungen basieren auf folgendem Hintergrund: 6 Jahr in ein einer westdeutschen Grosstadt, sehr hoher Ausländeranteil, kein Goethe-Institut, daher relativ viele Sprachschulen verschiedenster Qualität.

Der "Dozenten-Markt" (mir liegt das Wort "Sklavenmarkt" auf der Zunge) sieht hier so aus, dass oben angesprochene Personengruppe mehr als die Hälfte des Lehrpersonals ausmachen, der Rest sind Studenten, bzw. Leute zwischen 1. und 2. Staatsexamen, die das dann oft auch nur wenige Monate aushalten, eben auch aus diesen versicherungstechnischen Unwägbarkeiten. Ich kenne genügend Leute, die sich ernsthaft für das DaF-Arbeitsfeld interessieren, entsprechende Qualifikationen und Motivation haben, es aber dann doch haben sein lassen, weil man davon einfach nicht leben kann. Und das waren immer unverheiratete Leute, die sich nicht über die Familie versichern konnten.

Ach ja, @ AW:

"So schlimm kann es nicht sein, denn die richtig gut verdienenden (z.Zt. über 3600 Euro/Monat, glaube ich) müssen sowieso, ob sie wollen oder nicht, in die private Krankenversicherung wechseln! Und da kosten Ehepartner und Kind(er) extra."

Das ist nicht richtig, sie können, wenn sie wollen, ab diesem Einkommen aus der gesetzlichen in die private KV wechseln - sie müssen nicht, tun dies aber oft, weil es sich in der Regel rechnet. Dies ist mein Informationsstand, ich lasse mich gern korrigieren. Jedoch kommst
du als DaF-Dozent ohnehin nicht in diese Einkommens-Sphären.

- Zu Recht wird hier der Umgangston kritisiert, aber aus dem Gemecker hier über zweifellos bestehende Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten
in der Krankenversicherung eine Grundsatzdebatte über Diskriminierungen abzuleiten, scheint mir etwas weit hergeholt.

Ich denke, es geht hier im wesentlichen "nur" um ein paar Hundert Euro Krankenkassenbeitrag pro Monat. Das wirklich problematische Element ist m.E., dass dieser Punkt angesichts des ansonsten ohnehin recht geringen Einkommens auf Honorarbasis für viele gute (potentielle) Dozenten ein - wenn nicht der entscheidende - Grund ist, letztlich nicht in den DaF-Bereich zu gehen bzw. DaF längerfristig zu unterrichten.

Gruss, M.


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