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Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Leonor ()
Datum: 24. März 2007 09:46

Hallo zusammen,

welche Erfahrungen habt Ihr bisher mit Euren DaF/DaZ-Kursteilnehmern gemacht? Waren sie motiviert, Deutsch zu lernen, oder gab es auch welche, die (ganz klar) heraushaengen liessen, dass sie eigentlich gar keine Lust auf Deutsch haben bzw. den Kurs nur besuchen, weil sie aufgrund der Auflagen des neuen Zuwanderungsgesetzes dazu verpflichtet wurden?

Gab es evtl. auch Teilnehmer, die sich in den Integrationskursen ueberfordert fuehlten oder grosse Lernschwierigkeiten hatten? Wie seid Ihr dann als Kursleiter darauf eingegangen?

Gruss,
Leonor

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 24. März 2007 21:50

Ich würde sagen, Leonor, dass es wirklich jede Art von Lerner gibt, ganz klar, von hoch motiviert, hoch begabt und hoch intelligent bis zum knallharten Gegenteil. Das aufzufangen oder entsprechend zu bedienen ist die Kunst ... Vielleicht könntest du deine Frage etwas präzisieren? Worauf willst du hinaus?

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Leonor ()
Datum: 25. März 2007 12:28

Eine Bekannte hat von Teilnehmerinnen eines reinen Frauen-DaF-Kurses erzählt, die nicht oder nur selten zum Kurs erschienen, weil angeblich ihre Männer etwas dagegen hätten, dass sie Deutsch lernen. Als sich die Bekannte die Mühe machte, zu jeder Teilnehmerin nach Hause zu fahren, um die Männer persönlich darauf anzusprechen, kam heraus, dass die Frauen die Kursleiterin (und auch ihre Männer) offenbar an der Nase herumgeführt hatten. Statt zum Kurs zu gehen, trafen sie sich lieber irgendwo privat und zu Hause erzählten sie, sie seien beim Kurs gewesen. Einige der Männer - alle berufstätig - waren wohl ziemlich perplex und meinten, ihre Frauen würden immer wieder darüber jammern, dass sie doch überhaupt kein Deutsch lernen wollten.

Mich würde einfach mal interessieren, ob so etwas häufiger vorkommt oder das nur Extrem-Einzelfälle sind. Vielleicht spielt da ja auch der persönliche Hintergrund eine entscheidende Rolle (z.B. ausländische Studenten, die an einer deutschen Uni studieren wollen, oder Frauen, die nach der Heirat nach Deutschland gekommen sind, und jetzt Hausfrau sind).
Ich meine, es ist doch frustrierend, sich Mühe bei der Vorbereitung des Unterrichts zu machen und dann vor Leuten zu stehen, die es eigentlich überhaupt nicht interessiert oder von denen einige scheinbar nur ihre Zeit absitzen und sich lieber privat unterhalten als mitzumachen - wie ich aus einem anderen Kurs weiß.

Zugleich frage ich mich aber auch, wie man Teilnehmer, die wirklich lernen wollen, aber Probleme damit haben (also das andere Extrem), besser unterstützen kann, so dass sie am Ende ihre Abschlusstests schaffen.

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 25. März 2007 12:40

Ah, jetzt habe ich deine Frage besser verstanden! Bisher hatte ich meistens Kurse mit Teilnehmern, die das selbst bezahlen mussten und die wichtige Prüfungen ablegen mussten - wunderbarer Lerndruck! Sobald sowas von Arbeitsämtern oder Ehemännern erwartet wird, schrumpft die Motivation erschreckend. Allerdings gibt es da oft eine Anwesenheitspflicht und echt Ärger, wenn sie nicht erscheinen.
"Sorgenkinder" gibt es leider auch immer wieder. Manche packen es irgendwann und eine eventuell zusätzliche Einzelarbeit lohnt sich. Man darf sich aber auch nicht zu sehr von diesen Problemen auffressen lassen - Daf-LehrerInnen sind oft sehr nette Menschen und sozial engagiert. Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass es manche eben einfach nicht schaffen, egal, was wir tun.
(Ich denke da an eine sehr liebe türkische Analphabetin, die ich mal unterrichtet habe. Seit 1968 als Ehefrau und Mutter in Deutschland, sprach so gut wie kein deutsches Wort. Zu Kursbeginn und am Ende.)

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Dörte ()
Datum: 06. April 2007 11:16

Hallo, Leonor!

Du sprichst mit Deinem Posting ein Thema an, das - nach meinem persönlichen Eindruck - unter DaFlern irgendwie sakrosankt ist!

Ich könnte Dir ausführlich und mit großem negativen Anteilen aus meinem Horrorfundus über die Motivation der TN berichten. Da ich damit hier aber mit Sicherheit unter Beschuss gerate, maile mich am besten direkt an.

Grundsätzlich besteht nach meiner Erfahrung ein massiver Unterschied zwischen den TN von Integrationskursen und den TN übriger Angebote. Ich unterrichte z. B. einen Mittelstufenkurs - die TN sind zum Küssen, hochmotiviert, fragen und wollen wirklich etwas lernen.

Ganz anders in den IKs - zumindest was einen unangehm hohen Anteil des Kurses betrifft. Hinzu kommt natürlich, dass aus wirtschaftlichem Druck die IKs nicht so zusammengestellt werden, wie das BAMF sich dass träumt - analog den Ergebnissen der Einstufungskurse! Oft wird wild alles zusammengewürfelt, was sich finden lässt: von der Punktezahl 4 im Einstufungstest bis 34 sitzen dann wieder alle TN zusammen. Dass die funktionalen Analphabeten und diejenigen, die z. B. in ihrem Leben überhaupt noch nie eine Schule besucht haben, schnell die Frustrationsgrenze erreichen, liegt in der Natur der Sache und nicht in der Kompetenz des Lehrers, hier etwas zu ändern.

Hohe Fehlzeiten, so gut wie nie erledigte Hausaufgaben, offene Ablehnung und Desinteresse (gern betont durch eine entsprechende Körperhaltung mit verschränkten Armen), fast nie irgendwelche Fragen, kein substanzielles Feedback auf Lehrerfragen wie "Haben Sie hierzu noch Fragen?" etc. sind in meinem Erfahrungsschatz an der Tagesordnung.

Aus irgendwelchen subtilen psychologischen Gründen wird über dieses Phänomen hier und überhaupt unter DaFlern kaum gesprochen. Vermutlich würde dieses Eingeständnis auch sehr am DaF-Selbstverständnis kratzen. Manchmal habe ich den Eindruck, als würde das Eingeständnis dieses Status quo gleichzeitig ein Versagenszeugnis des zuständigen DaF-Lehrers bedeuten - dem ist nicht so! Lieber reißen sich manche Lehrer das xte Bein raus, um die Leute noch irgendwie zu motivieren, als dass man offen zugäbe, wie die Situation ist.

Bei weitergehendem Interesse an diesem Themenkomplex kannst Du mich gerne anmailen.

LG Dörte

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Anna2 ()
Datum: 06. April 2007 14:41

Hallo Dörte (und andere),

also ich finde nicht, dass das Thema irgendwie sakrosankt ist und um ehrlich zu sein, fände ich es interessant, hier im Forum mal noch ein paar Meinungen dazu zu hören und, noch viel interessanter und produktiver, wie andere Lehrer damit umgehen. Ich persönlich kenne Desinteresse und niedrige Motivation zwar weniger aus dem DaF-Unterricht (habe hauptsächlich Einzelunterricht, in dem die Motivation meistens sowieso etwas höher ist), aber aus dem Englischunterricht (Azubis sind meine speziellen Lieblinge - was nicht unbedingt deren Schuld ist, sondern auf ähnlichen Tatsachen beruht, wie deine Erfahrung mit IKs: die Einteilung in Gruppen erfolgt nach Lehrjahr und nicht nach Sprachniveau etc.).

An meinem Lehrerego kratzt das ganze (inzwischen) nicht so sehr. Ich habe mich irgendwie damit abgefunden, dass es nun mal Leute gibt, die weniger Interesse an einer Sprache haben als andere. Ich denke, viel hängt davon ab, warum jemand einen Kurs macht (will derjenige selbst oder will es die Firma; inwiefern braucht jemand die Sprachkenntnisse überhaupt etc.). Im Unterricht konzentriere ich mich einfach eher auf die, die (ein bisschen) Interesse haben, bzw. habe ich Leute, die nicht nur kein Interesse haben, sondern den Unterricht auch noch stören und somit auch den Rest beim Lernen behindern, auch schon mal vor die Tür gesetzt. Das ist zwar sicher nicht die perfekte Lösung, aber ich finde, dass ich denen gegenüer, die eben doch Interesse haben, als Lehrer die Verantwortung habe, Störungen mglichst einzuschränken. Das Entfernen einzelner Schüler geht aber natürlich nicht in jeder Gruppe, bei erwachsenen Lernern würde ich das, glaube ich, nicht machen.

Wie reagieren andere Lehrer auf niedrige Motivation, Desinteresse oder sogar offenes Stören im Unterricht?

Liebe Grüße

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Leonor ()
Datum: 07. April 2007 10:30

Hallo zusammen,

erstmal danke für das bisherige feedback!

So ähnlich, wie es hier gepostet wurde, habe ich es mir (leider) ein wenig gedacht - ohne, dass ich bestimmte Teilnehmer pauschal in einen Topf werfen möchte.
Fakt ist wohl, dass es - bei allem Enthusiasmus für diesen Job - hauptsächlich auf die Motivation des jeweiligen Lernenden ankommt, diesen oder jenen Kurs zu besuchen. Je mehr Druck von außen (Ehemann, Behörden, etc.) kommt, desto geringer ist scheinbar die Motivation. Wer den Kurs dagegen selbst zahlen muss und/oder in Deutschland studieren will, hat wieder eine andere Einstellung als jemand, der nur einen Teil bzw. nichts zahlt und zusätzlich noch den Druck von außen hat.

Für einen DaF-Lehrer, der sich ständig bemüht, macht und tut, sich jetzt auch noch mit dieser Zusatzqualifikation herumschlagen muss und darüber hinaus alles andere als angemessen entlohnt wird, muss dieses negative Extrem, das z.T. durch Abwesenheit und Desinteresse "glänzt", jedenfalls auf Dauer sehr frustrierend sein. Eine Alternative wäre noch, sich ein dickes Fell zuzulegen und sich in erster Linie um die wenigen zu kümmern, die lernen wollen (Erwachsene vor die Tür setzen, würde ich auch nicht machen). Aber macht das auf Dauer trotzdem glücklich?

Weitere Erfahrungsberichte sind mir (und sicher auch anderen Mitlesenden) sehr willkommen. Ich denke, es ist auch ein Unterschied wie Tag und Nacht, DaF in Deutschland oder im Ausland zu unterrichten.

Gruß,
Leonor

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 07. April 2007 10:45

Ich würde sagen, Leonor, dass du damit die Sachlage ganz gut beschrieben hast. Die entsprechenden Konsequenzen muss jeder für sich ziehen.
("Ab nach Mexiko!", "Nie wieder Integration!" oder "Ich werd Beamter!")

Auch Gruß!
Franziska

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: CeBu ()
Datum: 10. April 2007 16:56

Hallo !

Wie gut, dass dieses Thema angesprochen wurde!

Meine Erfahrungen mit Kursteilnehmern sind zweigeteilt.
Die Mehrheit, na sagen wir mal gut 70-80% der Leute in meinen Kursen sind verträglich. Die einen können besser und schneller lernen, als die anderen, ist aber auch kein Wunder bei den Zusammenwürfelung in den Kursen. Da sitzen Leute mit 5 Jahren Schulbildung (wenn überhaupt) und solche mit abgeschlossenem Hochschulstudium.
Und als Kursleiter soll man die Grätsche machen und versucht es auch.
Aber es gibt leider immer TN, die -aus welchen Gründen auch immer (ich denke, es gibt viele)- am Ende nicht viel gelernt haben, obwohl ich als Kursleiter mein Bestmöglichstes gebe.
Ich habe aber auch schon genug Leute kennengelernt, denen es auf der Stirn geschrieben steht, dass sie nur im Kurs sitzen, weil irgendjemand anderes das so will. Sprich: die Motivation ist gleich Null.

Aber ich habe noch eine Frage an euch alle: Kam es auch schon mal in euren Kursen vor, dass sich Leute absichtlich "dumm" gestellt haben, weil sie keine Lust hatten?
Wie handelt ihr da?

Gruß

CeBu



PS: @Dörte: Mich würden deine weiteren Erfahrungen sehr interessieren.

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Natalia Hamburg ()
Datum: 15. April 2007 11:29

Hallo

ich wollte eben kurz über meine Erfahrungen mit den Kursteilnehmern berichten. Bei mir lernen Frauen, die in ihren Heimatländern nie die Schule besucht haben oder nur wenige Jahre. Sie haben 3-6 Kinder zuhause und führen den Haushalt, in Deutschland sind sie zum Teil schon lange, aber ihre Kontakte waren sehr beschränkt.

Einige von ihnen haben erst in meinem Kurs Schreiben gelernt, das ging mühesam und langsam, zum Teil mussten sie lernen, den Stift richtig zu halten und die kleinen Buchstaben von links nach rechts in eine Zeile zu setzen. Desto mehr war ihre und meine Freude, wenn sie ihren Namen schreiben konnten und ganz einfache Wörter erkannt haben. Inzwischen klappt es auch mit den kurzen Texten.

Ich habe gelernt, meine Anforderungen sehr stark an diese Situation anzupassen. Früher habe ich an den Universitäten unterrichtet oder aber die Kinder und das war nun mal ganz was anderes.
Ich habe gelernt, nicht zu sagen: "Sie sind dumm, sie begreifen nichts", sondern meinen Unterricht kritisch anzuschauen, und mich zu fragen, warum können sie das nicht? Vielleicht habe ich da einen wichtigen Schritt übersprungen? Vielleicht habe ich etwas vorausgesetzt, was nicht vorhanden ist? Vielleicht habe ich das nicht gut erklärt und nicht lange genug geübt?

Zur Motivation der Frauen gebe ich nur folgendes Beispiel: Die Frauen kamen auch mal nach schlaflosen Nächten (Kinder mit Magen-Darm-Grippe). Ich denke, die Mütter unter uns werden zu schätzen wissen, was das heißt.

Wenn man die Ohren offen hält, kriegt man auch mit, welcher Unterricht den Teilnehmerinnen gefällt, und zwar, wenn sie tatsächlich etwas gelernt haben. Über einige Lehrerinen sagen sie auch mal: "Sie war nett, aber wir haben nicht viel gelernt." Also liegt es ihnen schon daran, zu lernen, und nicht nur abzusitzen. Sie machen den Kurs übrigens freiwillig (auch wenn inzwischen die Behörde immer öfter nach der Bescheinigung fragt).

Upps, das ist ein langer Beitrag geworden, ich hoffe, meine Erfahrungen interessieren jemanden.

Schönes Wochenende noch
Natalia

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Dörte ()
Datum: 16. April 2007 10:09

@ Cebu!

Mail mich mal bitte an (Deine Email ist hier versteckt), dann können wir Kontakt aufnehmen. Was ich zu erzählen habe, biegt die Banane!

LG Dörte

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: kim ()
Datum: 16. April 2007 20:21

hallo zusammen,

schön, dass das thema mal näher angesprochen wird..denke, hierzu hätte bestimmt fast jeder etwas zu sagen..

ich bin immer dankbar für leute, die sich bemühen (also zumindest versuchen die sprache zu lernen, auch wenn sie aufgrund ihres hintergrundes oder ihrer oft geringen bildung schwierigkeiten haben) und freue mich über menschen, die motiviert sind und offensichtlich interesse haben zu lernen, die sich regelmäßig aktiv beteiligen und zwischendurch auch fragen stellen..dann macht das unterrichten auch mehr spaß und ist nicht so frustrierend.

ich habe die erfahrung gemacht, dass es schon auch viele gibt, die schwierigkeiten haben zu lernen und es auch leute gibt, die nicht sonderlich motiviert sind, es zumindest zu versuchen.

einige spezialisten zeigen ja auch ganz offensichtlich, dass sie keine lust haben: aktuell habe ich einen kursteilnehmer, der sein desinteresse demonstrativ auch vor der gruppe kund getan hat und sich kein stück bemüht, sich an übungen zu beteiligen. dadurch gerät der unterricht regelmäßig ins stocken, wenn wir übungen machen, bei denen jeder einen satz spricht, eine aufgabe macht usw..aufgrund massiver störungen während des unterrichts (lautes reden in der landessprache, witze/faxen machen, um andere abzulenken etc) mit zwei weiteren teilnehmern dieser art, ist er jedoch von der verwaltung inzwischen schriftlich "verwarnt" worden und seitdem ist es etwas besser geworden. (was jedoch keinen einfluss auf seine motivation hat ;-) )

andererseits habe ich aber auch ganz tolle teilnehmer, mit denen es richtig schön ist zu lernen und ihnen etwas beizubringen, weil sie den kurs ernst nehmen und sehr motiviert sind..

was sich bei mir auf jeden fall bewährt hat, sind "spielerische" sprachübungen/zwischenübungen (z.b. als kettenübungen mit einem ball), die von den meisten teilnehmern sehr gemocht werden, den unterricht auflockern und die sprache auf relativ leichte weise vermitteln oder festigen.

vielleicht habt ihr auch noch tipps in diese richtung?

freu mich auf weitere beiträge!

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: gerda ()
Datum: 22. Juni 2007 12:41

Hallo!

ich bin Neuling in diesem Forum und habe erst in diesem Jahr mit dem Unterrichten begonnen.

Nach den Schilderungen mancher Forumteilnehmer hier geht es mir in einem kleinen Ort in Rheinland-Pfalz beinahe traumhaft gut.
Ich gestalte den Deutschkurs mehr oder weniger ganz allein, ich habe nur Selbstzahler/innen, vorwiegend Frauen und Mütter, die alle ziemlich motiviert sind.

Probleme bereitet mir jedoch die Tatsache, dass einige lernstärkere Teilnehmer den lernschwächeren Teilnehmern ständig in ihrer Muttersprache vorsprechen und alles (aber auch wirklich alles) übersetzen, sodass es folglich einige Teilnehmerinnen gibt, die immer noch nicht mal Anweisungen wie "Lesen Sie bitte" selbstständig verstehen können. Zudem wird relativ viel (fast wie in der Schule) in der Muttersprache nebenbei gesprochen. Dieses Problem bestand auch schon im Vorkurs, die vorherige Lehrerin hat jedoch nicht eingegriffen.

Meine Frage: Wie geht man damit um?

In der letzten Stunde bat ich die übersetzende Teilnehmerin mehrmals, nicht zu übersetzen und die Teilnehmerin es alleine versuchen zu lassen oder nur noch auf Deutsch zu sprechen, allerdings ohne großen Erfolg.

Ich würde mich über ein paar Meinungen freuen und hoffe, dass mein Beitrag nicht zu abwegig an dieser Stelle ist.

@kim: Kettenübungen mit Hilfe eines Balles setzte ich von Anfang an ein, auch wenn es übungsbedürftig war. Für das Konjugieren von Verben zwischendurch benutze ich schon mal einen Würfel, der mit den Personalpronomen beschriftet ist.

P.S. Zum Schluss noch eine Bitte: Meine bisherige Lehrwerkerfahrung beschränkt sich auf "Schritte" bzw. "Erste Schritte" und "Pluspunkt Deutsch". Letzteres bereitet den Teilnehmern jedoch nicht wenige Schwierigkeiten beim Verstehen der Arbeitsanweisungen und hat meiner Meinung nach tatsächlich Schwächen. Welche Erfahrungen oder Tipps habt ihr (für erwachsene Anfänger mit eher geringerem Bildungsniveau)?

Viele Grüße und schon mal besten Dank für Eure Mühe

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Franziska ()
Datum: 23. Juni 2007 10:13

Wenn Leute ständig in der Muttersprache reinreden, werde ich richtig unfreundlich (!). Hier heißt es tatsächlich: Lehrerin raushängen, konsequent sein, eingreifen. Sonst wird alles kaputtgemacht! Vielleicht auseinandersetzen. Eine Kollegin hatte sogar eine "Strafkasse", in die man was werfen musste ... davon kann man ja später ein Eis essen gehen. Das traue ich mich aber nicht.
;-)
Es ist gut, wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt sagt: Wir sprechen hier nur noch Deutsch.

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Anna2 ()
Datum: 23. Juni 2007 20:12

Ein befreundeter Lehrer benutzt folgendes (von mir noch nicht erprobtes) System um Übersetzungen zu vermeiden: für jedes Wort, dass sich ein Schüler übersetzen lässt, muss er entweder ein Synonym oder Antonym finden oder es (natürlich in der Zielsprache) erklären / paraphrasieren. Soll angeblich gut funktionieren. Man könnt natürlich auch die Schüler, die ständig übersetzen nach dem gleichen System bestrafen. Ergibt wahscheinlich mehr Sinn, da sie den größeren Wortschatz haben.

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: dora ()
Datum: 25. Juli 2007 17:36

Ich will mich mit austauschen...haha Also ich habe die Themen immer offen angesprochen, meine Situation mit der der TN verglichen (z.B. gibts bei uns in den Ferien und bei Krankheit kein Geld) und das alles mit Humor. Unbeliebt habe ich mich damit gar nicht gemacht. Man hat meine Arbeit sogar mehr honoriert. Lustig waren dann die produzierten Texte zum Thema Berufe, Vor-und Nachteile, also Deutschlehrerin wollte keiner mehr werden.haha
Ja, Studenten im Ausland und v.a. Leute, die dafür bezahlen, sind wie Weihnachten. Aber hier gibts auch nette Leute. Manmuss eben über die persönliche Schiene an die ran. Ist auch ein wenig Erziehungsaufgabe. Körperhaltung, kein Genuschel usw. Ich mache das dann immer nach und sie lachen sich tot.Hand vor dem Mund. Da mache ich nur eine Geste und alle lachen. Kann natürlich 1 Jahr dauern der Prozess.haha

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Re: Erfahrungen mit Kursteilnehmern
geschrieben von: Lalaa ()
Datum: 14. November 2017 17:18

Hallo allerseits,

ich habe ein anderes Problem. Manche TN haben kein Benehmen, zum Beispiel, wird nervös und sogar schreien auf mich. Was soll ich in dieser Situation dann machen. Ich darf nicht schreien.

danke für iHre Feedback

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