IDIAL4P - Fremdsprachen für den Beruf Werbung

Foren für E-Mail-Partnersuche, DaF-Diskussionen und -Jobsuche

Fachdiskurs Deutsch als Fremdsprache

Bitte in den Foren nur auf Deutsch schreiben!
Auch fremdsprachliche Beiträge (d. h. Beiträge über andere Sprachen) müssen wir leider löschen.

Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: MR ()
Datum: 20. Juni 2013 19:29

Liebe KollegInnen,

wie geht ihr mit den Wiederholern und Späteinsteigern (Einstufung) in euren Integrations-Kursen um. Mir machen sie zunehmend zu schaffen. Beginne gerade das 3. Modul.

Probleme:

Sie haben keinerlei Grammatikkenntnisse (mehr), die Aufgaben in den Büchern sind schon gelöst (Wiederholer), sie denken, sie könnten schon alles, Fossilierungen usw.

Aufgrund dieser Probleme kommt Unruhe in den Kurs. Ich muss/müsste mich verstärkt um diese Leute kümmern, damit sie (wieder) in den Lernprozess kommen und den Anschluss schaffen. Es ist einfach nur mühsam und energieraubend. Die anderen TN, die von Beginn an dabei sind werden in ihrem Lernfortschritt -prozess gestört.

An solche praktischen Probleme vor Ort hat das BAMF natürlich nicht gedacht bei der Konzipierung.

Geht es nur mir so, oder habt ihr Ähnliches zu berichten.

Freue mich auf eure Antworten.

Liebe Grüße

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: ainjaX ()
Datum: 20. Juni 2013 22:07

Hallo MR,

entschuldige, wenn ich ein bisschen ironisch rüberkomme: Ich gehe gar nicht davon aus, dass das BAMF und seine Bürokraten in der Lage sind zu denken. Dann hätten sie von Beginn an nicht so einen Mist verzapft mit den ach so wichtigen Integrationskursen.

Zu Deiner Frage:
Deinen Unmut darüber kann ich verstehen, denn es gibt immer mal wieder diese Situationen, weil man die Kurse voll bekommen will. Und wenn man schon mal das Glück hat, einen gut funktionierenden Kurs zu haben, der gut miteinander klar kommt und ein in etwa ähnliches Niveau hat, dann kommt garantiert von irgendwo ein Stein geflogen. Weiß nicht, wie oft ich solcherart "Zustände" hatte - und ich rede hier von Nullniveau bis fast B1 ---> alles miteinander vertreten. Grauselig.

Es gibt zwei Möglichkeiten:
a) Sie werden zurückgestuft, sprich ein Modul runter. Hat ja niemand was von, wenn sie nicht so weit sind.
b) Da eine solches Ansinnen seitens der Lehrkraft in den meisten Schulen utopisch/illusorisch anmutet, bleibt einem nichts anderes übrig ihnen klar zu sagen, dass sie neben dem Unterricht aufholen müssen.
Ich habe in den seltensten Fällen erlebt, dass es ein Schüler geschafft hat, mit Zusatzaufgaben den Anschluss zu bekommen - die Lücken und fehlende Basics sind meistens zu gravierend.
Ich meine, man kann auch mit 20 von 20 Schülern binnendifferenziert arbeiten, am Ende des Tages bist Du reif für die Insel, mindestens. Was soll das also?

Man kann es eine Weile probieren, sicher, und dann eine Tendenz sehen. Will man diese Schüler mit einbinden, gibt man ihnen leichtere Aufgaben - jedes Lehrwerk sieht solche Differenzierungen vor.
Wenn sie arrogant rüberkommen, weil sie denken, sie wüssten alles schon, gib ihnen gesalzene - dem jeweiligen Unterrichtsstand entsprechende - Tests. Das machst Du zwei, drei Mal. Entweder checken sie es dann und geben sich Mühe, lernen fleißig, oder sie haben begriffen, dass sie nicht die notwendige Leistung bringen. Damit es nicht so auffällt, machst Du mit allen Tests, und zwar in allen Kompetenzen. Bewerte es ruhig. Gib ihnen noch und nöcher Hausaufgaben. Auch diese werden bewertet. Wenn das alles nichts bringt und man Glück hat, bleiben sie dann von selbst weg. Das meine ich wirklich so.

Wenn es keine Arroganz ist, sondern einfach nur wie so oft falsche Einstufungen der "Leitung" aus welchem Grunde auch immer, so tun mir zwar die SchülerInnen leid, da sie auch ihr Stundenkontingent nach BAMF-Richtlinien vergeuden müssen, und ich lasse sie behutsam mitlaufen, aber nie zu Ungunsten der Lernstärkeren. Den Fehler hatte ich zu Anfang oft gemacht; meiner Erfahrung nach vergeudete Müh. Die, die arbeiten wollen, sind genervt und kommen vor allem nicht weiter. Man kann nicht alle "retten".

Vielleicht harte Worte, aber letztlich ist es ja in allen Kursen so - Du hast jedes Klientel. Nur ist es bei den BAMF-Kursen unglaublich schwierig, die Teilnehmer wieder rückzustufen. Umgekehrt ist es manchmal einfacher - gerade wenn man zu Beginn merkt, da ist mehr drin. Später meist auch nicht mehr; es könnte ja sein, dass dann der Kurs nicht mehr überlebensfähig ist. Furchtbar. In jeder Schulform gibt es Klausuren, Leistungsscheine, Zwischenprüfungen, Zeugnisse und Besprechungen - nur bei den Integrationskursen nicht. Wer's mal wieder auszubaden hat, sind die Teilnehmer und die Dozenten.

Viele Grüße,
Ainja

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 21. Juni 2013 20:24

Ich habe noch nie Intergrationskurse unterrichtet, aber hier ist es doch so, wie andernorts auch:

Späteinsteiger und Wiederholer müssen sich nach der Mehrheit der anderen Kursteilnehmer richten, und das muss man denen ganz klar vermitteln. Und wem es nicht passt, der darf dann aus der Klasse gehen und wird abwesend gemeldet.

Man muss sich den ganzen Zusatzstress als nun nicht gerade üppig bezahlte Lehrkraft nun wirklich nicht antun.

Ich würde also auch mal Stärke und Konsequenz im Unterricht zeigen;: auch dann, wenn das mit der eigenen Unterrichntsphilosophie nicht immer übereinstimmen mag. Ich mache es bei meinen Studenten im ersten Studienjahr, die noch etwas "kindlich2 drauf sind, genauso. Nachher legt sich das.

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: Roswitha Haala ()
Datum: 21. Juni 2013 20:34

@ Ainja, Zitat:"In jeder Schulform gibt es Klausuren, Leistungsscheine, Zwischenprüfungen, Zeugnisse und Besprechungen - nur bei den Integrationskursen nicht. Wer's mal wieder auszubaden hat, sind die Teilnehmer und die Dozenten."???:

Siehe § 17 IntV: 3 Modellprüfungen (A1-A2-B1), auf die natürlich vorbereitet werden muss. Sonst schaffen die TN die entsprechenden Formulare, Briefe, sonstige Prüfungsaufgaben nicht und scheitern bereits an den Antwortbögen. Gleichzeitig erfahren die TN ihren jeweiligen Leistungsstand.

Ainja, macht ihr das nicht?

Vor den IntV-Integrationskursen (ab 1. Jan. 2005) mussten die TN bei VHSen dafür extra Wochenendkurse buchen. Durch die BAMF-Integrationskurse findet dies während des Unterrichts statt, s. § 17 IntV.

Viele Grüße

Roswitha

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: ainjaX ()
Datum: 21. Juni 2013 22:25

Hallo Roswitha,

ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt.
Natürlich mache ich in der Zeit des Kurses alles Prüfungsvorbereitende, natürlich bereite ich erschöpfend und frühzeitig auf alle sogen. Kompetenzen vor. Natürlich mache ich Modellprüfungen in allen Stufen und auf allen Niveaus mit ziemlichem Aufwand - und derer nicht wenige.

Nur: Es hat keine Konsequenzen - und ich habe noch KEINE Schule erlebt, die es interessiert hat, wenn ich von Beginn an interne Prüfungen mache. Offizielle außer der dtz-Prüfung am Ende (und das kann je nach Kurslänge schon mal 2-4 Jahre (sic!) dauern) gibt es nicht.

Heißt im Klartext: Lasse ich Probeprüfungen schreiben, hat das keinerlei Konsequenzen bpsw. in der Rückstufung. Es ist shitegal, wenn TN gerade das geforderte Niveau nicht erreichen. Das zieht sich durch den ganzen Kurs. Die TN bleiben; man muss ja unbedingt den Kurs halten. Und ob die Leute da sind oder nicht, interessiert auch keine Socke. Ich habe auf jeden Fall auch dahingehend noch nicht erlebt, dass das irgendwelche Konsequenzen gehabt haben sollte.

Mein Vergleich zum Schulsystem: Packt jemand eine Klasse nicht, macht er ggf. entweder eine Nachprüfung oder muss die KLasse wiederholen - über einen Zeitraum von mehreren Jahren.
Packt jemand in den Integrationskursen in einem 600er-, 900er- oder 1.200-Kurs bspw. die A1 nicht, so ist es egal. Teilnehmer geht trotzdem in die A2 bzw. macht mit dem nächsten Modul/Buch weiter, obwohl er den Anschluss sei's aus welchem Grunde verpasst hat. Das ist Bullshit.

Mal ganz abgesehen von den sogenannten tollen Fachberatungen und Einstufungstests: Da habe ich mich jahrelang gefragt, wie es passieren kann, wie bspw. alphabetisierte Menschen neben nicht alphabetisierten Menschen in einen Kurs gepackt werden.

VG,
Ainja

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 22. Juni 2013 07:55

Zitat

Mal ganz abgesehen von den sogenannten tollen Fachberatungen und Einstufungstests: Da habe ich mich jahrelang gefragt, wie es passieren kann, wie bspw. alphabetisierte Menschen neben nicht alphabetisierten Menschen in einen Kurs gepackt werden.

Inkomptente Schulleitung - hört sich ganz danach an, und so sollte es nicht laufen!
Wer ist denn der Bildungsträger - VHS oder irgendeine Privatklitsche ("schule")?

Entschuldigung, aber wenn man sich am nächsten Tag noch im Spiegel sehen will, ohne rot zu werden, würde ich die "Leitung" dieser Einrichtung mal in gehöriger Form darauf hinweisen. Und wenn das nicht hilft, den Laden beim BamF melden und dann den Job hinschmeißen. Kann man ja als scheinselbnständige Lehrkraft jederzeit, ohne irgendwelchen arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten zu müssen. Neue Jobs mit etwas mehr Würde hinsichtlich der Arbeitsbedingungen gibt es nämlich immer noch (aber sicher außerhalb der ganzen Integrationskurs-Anbieter-Szene, bei der mir immer wieder das Bild von Geiern einfällt. Warum wohl?)...Es gibt z. B. da ja noch die privaten Ersatzschulen mit festen Stellen, usw.

Das ist doch kein "Unterricht", sondern eine mehr oder minder schlecht organisierte Show von seiten des Betreibers, um Kohle einzustreichen. Kann man da als Lehrkraft, die etwas auf sich hält, kommentarlos mitmachen?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.06.13 08:17.

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: ainjaX ()
Datum: 22. Juni 2013 09:50

Hallo Credentia,

aber so läuft es. Wenn sich nicht mehrere Dozenten einer Schulinstitution zusammentun, bleiben diese Mängel bestehen. Ich habe einen Kollektivaufschrei noch nicht wirklich erlebt (obwohl es diesen vereinzelt an Schulen gibt).
Normalerweise hauen die DaZ/DaF-Dozenten nach einer Weile gefrustet ab - allein.

Was mich angeht: Alles bereits geschehen bei solch mangelnder Kompetenz und offensichtlicher Ignoranz: Beschwerden bei den Klitschen(volkshoch)schulen, beim BAMF, gar über Anwälte (wenn es zudem noch um fehlende Honorarzahlungen geht). Kurse von jetzt auf gleich abgebrochen. Null Resonanz - bis auf die Honorare, die trudelten dann doch irgendwann mit genügendem Druck ein.
Natürlich gibt es auch positive Beispiele, diese aber, wie Du selbst schreibst, gemeinhin NICHT in I-Kursen.

Es ist weitgehend wie so immer: Sogar Verwaltungsmitarbeiter/Bürokräfte/Sekretärinnen in kleinen Klitschen (bei der VHS noch nicht erlebt, haha) streichen das Handtuch und suchen sich einen weniger bekloppt werdenden Job, da sie die ständig wechselnden unverständlichen und reglementierenden "Maßnahmen" und "Durchführungen" in vielen "Bereichen" des Supi-BAMF nicht mehr hinnehmen wollen/können, ohne Nervenzusammenbrüche zu kriegen.

Meine Konsequenz daraus:
I-Kurse bzw. Übernahme von Stunden nur noch in sehr geringem Maße, Alphabetisierungskurse gar nicht mehr. Ich könnte mir realiter nicht mehr ins Gesicht sehen. Bei offensichtlichen Mängeln, Auffälligkeiten usw. setze ich heute die Leitung davon in Kenntnis oder mache Einträge ins Klassenbuch. Wenn es MICH nicht betrifft, belasse ich es dabei, ehrlich. Egoistisch? Nein. Ich mache meinen Unterricht, ziehe MEINEN Stiefel durch, und gut ist. Oder auch nicht. Es gibt durchaus Zeiten, wo sich für meinen Bedarf genügend Auftraggeber finden, die nicht auf den Integrationsgruselgeisterzug *lol* aufgesprungen sind. Aber zuweilen muss ich auch unter schlechteren Bedingungen arbeiten - glücklicherweise nur noch zu einem geringen Anteil.

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 22. Juni 2013 11:23

Zitat

I-Kurse bzw. Übernahme von Stunden nur noch in sehr geringem Maße,

OK, Du hast ja die Erfahrungen und das Insiderwissen in diesem Bereich und wirst das alles viel besser beurteilen können als ich, da ich in einem ganz anderen, im Hochschulbereich (nicht in Deutschland), unterwegs bin.

Dennoch würde ich aus Deiner Schilderung schließen müssen, dass die ganze Situation doch sehr unwürdig ist für Dich. Folglich möchte ich Dich wirklich ermuntern, dem Gedanken an einen endgültigen Ausstieg aus diesem Bereich näherzutreten. Denn so schnell ändern wird sich nichts, und da kann es dann sein, dass man die besten Jahre seines Lebens in dieser unbefriedigenden Situation vergeudet. Solche Jahre kann man später nicht mehr zurückholen.

Man kann einen solchen Ausstieg auch ein wenig planen; Um nicht von heute auf morgen mit leeren Händen dazustehen (d.h. ohne Job und alles), vorher etwas anderes suchen und erst wenn man das Neue dann sicher hat, dann dem gegenwärtigen Träger mitteilen, dass er sich einen anderen "Dummen" suchen kann.

DaF-Lehrer sollten viel mehr an sich und nicht nur an ihre Schüler/Kursteilnehmer denken. Schüler dienen den weniger seriösen und kompetenten Kursträgern oft als moralisches Druckmittel, die gegenwärtigen Zustände so zu belassen wie sie sind. Und diese dienen nur dem Kursträger, aber nicht den Schülern oder den Lehrern.

Hoffentlich findest Du eine für Dich befriedigende Lösung.

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: MR ()
Datum: 22. Juni 2013 20:15

Liebe KollegInnen,

vielen Dank für die rege Diskussion. Es beruhigt mich ein wenig, dass ich nicht alleine dastehe mit meinen Eindrücken und Sorgen. Ich werde nun versuchen, ein wenig mehr Abstand zur Sache zu gewinnen und etwas von meinem Idealismus aufzugeben. Ist einfach gesünder.

@ Ainja: Zurückstufung: Ist schwierig, da die Wiederholer ja nur 300 UEs zusätzlich bezahlt bekommen.

@ Roswitha: §17 Int. VO: Wo steht das mit den Modellprüfungen? Habe ich nicht gefunden.

Wünsche euch allen ein schönes Wochenende weiterhin.

Liebe Grüße

MR

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 23. Juni 2013 20:13

Zitat

Ich werde nun versuchen, ein wenig mehr Abstand zur Sache zu gewinnen und etwas von meinem Idealismus aufzugeben. Ist einfach gesünder.

Herhervorhebung in Fett von mir.

Ansonsten:

Sehr gut - und viel Glück dabei!

Hast Du schon mal an eine DaF-Stelle an einer Uni, z.B. im Ausland, gedacht?

Eine Stelle mit diesem Profil ist sicher etwas Seriöses und durchaus annehmbar.

Ist sicher gesünder!

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: ainjaS ()
Datum: 23. Juni 2013 23:22

Hallo MR,

Zitat
MR
@ Ainja: Zurückstufung: Ist schwierig, da die Wiederholer ja nur 300 UEs zusätzlich bezahlt bekommen.

Aber das ist der Punkt. Dann ist meist eh alles zu spät. Das ganze System stimmt nicht. Diese TN hätten schon viel früher einzelne Niveaustufen wiederholen müssen. Und das rechtfertigt m.E. nicht, diese Wiederholer in Module einzustufen, wo sie eigentlich vom Lernniveau gar nicht hinpassen. Garantiert werden diese dann finanztechnisch in Kurse gepackt, die gerade noch 300 Stunden haben. Welch Zufall. Deshalb hatte ich ja auch die B-Variante ausgeführt.
Es kann ja nicht sein, dass jemand, sagen wir mal, noch 3 Schuljahre hat, immer weiter durchgeschleust wird, obwohl seine Leistungen unter jedem akzeptablen Niveau liegen. Der wiederholt auch die Klasse. Und zwar hoffentlich frühzeitig, und nicht, wenn das Kind komplett in den Brunnen gefallen ist.
Ich sage meinen Schülern immer: Schert Euch nicht um die Euch zugestandenen Stunden, macht selbst was draus. Das heißt im Zweifelsfall: Selbst zahlen. Oder früher fertig sein - im besten Fall. Warum eigentlich nicht? Was ist verwerflich daran, für die eigene Bildung über das zugestandene Budget ein wenig in die eigene Tasche zu greifen?
Aber auch das ist höchst selten.
a) Gibt es da noch sowas wie die ARGE, von denen die meisten TN abhängig sind und auch mit 70 Jahren und krank noch in die Kurse geschickt werden *lol*;
b) scheint es den meisten Schülern in Integrationskursen nicht zumutbar, eigenverantwortlich vielleicht mal 100 Stunden oder gar mehr zu zahlen.

Hallo Credentia,
unwürdig war es mal, als ich ausschließlich in Integrationskursen beschäftigt war, auch schon mal türenknallend gegangen bin. Das ist lang vorbei.
Mittlerweile bin ich zum großen Teil ganz zufrieden - sicherlich arbeite ich immer noch zu viele Stunden, was ich langfristig nicht möchte. Wenn mir etwas an den Bedingungen nicht passt, horche ich in mich rein, ob ich's mir zumuten möchte, und wenn nicht, gehe ich. Situationen, wo ich von heute auf morgen ohne jeden Auftraggeber dastehe, kenne ich nicht (mehr). Nichtsdestotrotz schaue ich immer mal wieder nach einer Festanstellung - eben aufgrund der insgesamt widrigen Honorarbedingungen, die wir alle kennen. Meinen Idealismus habe ich nicht verloren, ich unterrichte gerne, aber natürlich wird dieser auch von rein pragmatischen Überlegungen gelenkt. Und wenn's in diesem Leben noch mal was ganz Anderes wird, soll's mir auch recht sein.

VG, Ainja

Optionen: AntwortenZitieren
Re: Arbeitsbedingungen im Integrationskurs
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 24. Juni 2013 03:40

Zitat

sicherlich arbeite ich immer noch zu viele Stunden, was ich langfristig nicht möchte.

Kann ich verstehen. Aber diese Notwendigkeit, so viele Stunden zu arbeiten, hängt ja damit zusammen, dass man in diesem nicht gerade üppig bezahlten Job irgendwie überleben muss.

Würde braucht jeder Mensch, damit er ein Gefühl hat, dass die geleistete Arbeit geschätzt wird, was sich in einer fairen Entlohnung und auch nicht zuletzt in einer annehmbaren Stundenzahl ausdrückt. Dieser scheinselbständige Zustand ist daher insgesamt unwürdig, und er dient nur den Auftraggebern, also den Klitschen.

Die besten Jahre des Lebens können schnell vorbeigehen, und daher würde ich mich, wäre ich in Deiner Situation, parallel immer nach einer Festanstellung umschauen - an einer Uni im Ausland oder bei staatlichen Ersatzschulen in Deutschland. Im letzeren Fall wäre es sicher hilfreich, wenn Du noch etwas anderes unterrichten könntest als DaF. Good luck!

Optionen: AntwortenZitieren


Ihr vollständiger Name: 
Ihre Emailadresse: 
Thema: 
Schutz gegen unerwünschte Werbebeiträge (SPAM):
Bitte geben Sie den Code aus dem unten stehenden Bild ein. Damit werden Programme geblockt, die versuchen dieses Formular automatisch auszufüllen. Wenn der Code schwer zu lesen ist, versuchen Sie ihn einfach zu raten. Wenn Sie einen falschen Code eingeben, wird ein neues Bild erzeugt und Sie bekommen eine weitere Chance.

Bitte in den Foren nur auf Deutsch schreiben!
Auch fremdsprachliche Beiträge (d. h. Beiträge über andere Sprachen) müssen wir leider löschen.


This forum powered by Phorum.