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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: AW ()
Datum: 30. November 2006 23:40

> Das ist nicht richtig, sie können, wenn sie
> wollen, ab diesem Einkommen aus der gesetzlichen
> in die private KV wechseln - sie müssen nicht, tun
> dies aber oft, weil es sich in der Regel rechnet.
Jedoch kommst du als DaF-Dozent ohnehin nicht in diese
> Einkommens-Sphären.

Das nicht, aber es ging ja auch nicht um die Dozenten selbst, sondern um die gutverdienenden Ehemänner, die "mehrere tausend Euro" verdienen und trotzdem in der GKV für die Mitversicherung ihrer Frau sorgen.

Ich habe im Internet folgendes gefunden:
"Für einen Wechsel in die private Krankenversicherung ist die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) relevant; sie beträgt 2007 voraussichtlich 47.700 € p.a. bzw. 3.975 € monatlich.
Jedoch wurde im Rahmen der Gesundheitsreform 2006 beschlossen, den Wechsel in die PKV dadurch zu erschweren, daß die Versicherungspflichtgrenze in den letzten drei Jahren überschritten worden sein muss."
Es ist also nicht eindeutig, ob man in der GKV bleiben KANN oder nicht. Ich weiß nur, dass mal jemand gesagt hat, dass es früher so war: Gutverdienende und Beamte (auch "kleine" Beamte mit niedrigem Gehalt) müssen in die PKV, auch wenn es für sie sehr teuer werden kann. Vielleicht stimmt es nicht (mehr). Auf jeden Fall ist es so, dass viele von den wirklich Wohlhabenden aus der GKV aussteigen, und deren Familien verursachen dann dem Solidarsystem keine Kosten mehr. Das heißt, die Frauen und Kinder sind zwar günstig versichert, aber nicht zu Lasten der Sozialkassen. Und damit wäre eine Kritik an ihnen wirklich eher Neid als ein Argument für die hohe finanzielle Belastung der DaF-ler, denn die kommt nicht dadurch zu Stande.

Übrigens fallen die Mitversicherten in der GKV im Grunde allen zahlenden Versicherten "zur Last", also auch den Angestellten, Rentnern, selbstversicherten Studenten, ..., denn der allgemeine Beitragssatz kommt ja aus der gesamten Kostenkalkulation der Kassen. Und höhere Ausgaben = höherer Prozentsatz für ALLE Versicherten. Nur, dass die anderen im Verhältnis weniger zahlen, z.B. weil der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt. Schuld an den hohen Beiträgen der Freiberufler sind also eher unsere Auftraggeber bzw. Kursträger, die nicht die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge übernehmen. Die kann man auch ernsthaft kritisieren (auch wenn die immer sagen, dass deren Finanzlage, besonders bei öffentlichen Trägern, solche Zusatzkosten nicht erlaubt).


> Der "Dozenten-Markt" (mir liegt das Wort
> "Sklavenmarkt" auf der Zunge) sieht hier so aus,
> dass oben angesprochene Personengruppe mehr als
> die Hälfte des Lehrpersonals ausmachen.

Und die Verheirateten waren alle familienversichert? Wenn die alle ihrer Krankenversicherungspflicht trotz hoher Honorare nicht nachgekommen sind, dann gibt es wirklich wenig Kontrollen auf diesem Gebiet! Angeblich werden die meisten Bildungsträger ca. alle 4 Jahre kontrolliert und infolgedessen auch die freien Mitarbeiter (siehe Erwin Denzler). Und normalerweise sind die Krankenkassen da ziemlich hinterher.

Aber auch die Privatversicherten, ob mit Familie oder nicht, werden im Übrigen oft von Geringverdienenden kritisiert, da sie den Krankenkassen hohe Mitgliedsbeiträge vorenthalten anstatt im Solidarsystem zu bleiben. Das ist eben so schade in der Gesellschaft, dass man so viele Dinge "bei den anderen" kritisiert - ein reiner Verteilungskampf. In anderen Ländern ist die Mentalität anders: da denken die Leute, dass es dem ganzen Land schlechter geht und dass es für alle besser werden soll. Hierzulande und andernorts in Westeuropa geht es leider sehr oft nur um Eigeninteressen und Lobbyarbeit für die eigenen Leute.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: BP ()
Datum: 01. Dezember 2006 17:54

Zitat

„Die ganzen Hausfrauen, Muttis, Studenten und nahezu alle anderen Freizeitpädagogen im DaF-Bereich, die die Honorare drücken und ihre Lehrtätigkeit mehr oder weniger als Hobby ansehen (bzw. als eines von vielen Mitteln zur Selbstverwirklichung), sind in der Regel verheiratet und geben ihre Honorare bei der KV nicht an. So sparen sie im Gegensatz zu den wenigen ehrlichen freiwillig verischerten Beitragszahlern rund 250 Euro im Monat.“

Danke Herr/Frau “Jemand-ohne-Frust“!!

Dieser aggressive Ton gegen die „Dotscherl-Hausfrauen“, die die Preise verderben, stört mich als so eine "400-€-Mutti" definitiv. Ich habe DaF sehr gerne studiert, ich mag den Beruf und tue immer noch etwas etwas für meine Fortbildung. Um es ganz blöd auszudrücken: ich halte mich durch meine Miniselbständigkeit- die ich übrigens vor der Ksse nicht verheimliche - für den Arbeitsmarkt warm, damit ich wieder voll einsteigen kann, wenn unsere drei Kinder so weit sind. Ich arbeite jetzt nicht dafür, dass ich mir eine Putzfrau, ein Pferd oder Wellness-Wochenenden finanzieren kann, sondern weil unsere Familie das Geld braucht und mir der Beruf Spaß macht, nach wie vor. Dieser Neid auf Ehefrauen, deren Männer „wahnsinnig viel verdienen“, und die nur aus „lauter Langeweile“ unterrichten, kotzt mich an. Der bringt uns Dozenten nämlich als Gemeinschaft auch nicht weiter.

Übrigens: bei der Techniker Kasse gab es verschiedene Tarife für nebenberuflich und hauptberuflich Selbständige. Nebenberuflich Selbständige zahlten die Hälfte! Es gab einen Satz der bei etwa 125 € im Monat lag. Ich weiß nicht genau, wie die Situation jetzt ist.
Im letzten Magazin der Techniker Kasse weist diese extra darauf hin, dass die Beiträge für hauptberuflich Selbständige nach dem Steuerbescheid des Vorjahres prozentual errechnet werden, dass die Kasse also nicht von einem Pauschalbeitrag für einen fiktiv angenommenen Gewinn von 3562,50 € ausgeht. Wäre vielleicht mal interessant da nachzufragen, wie dies heute bei nebenberuflich Selbständigen ist! Aber Achtung: Nicht alle Mitarbeiter der Kasse kennen sich bei diesen Begriffen aus! Da hilft nur nachfragen.



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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: AW ()
Datum: 01. Dezember 2006 18:46

Hallo BP,

es ist gut, dass sich endlich ein "Betroffener" meldet! Als Nicht-Verheiratetem ohne Kinder wird einem ja vorgeworfen, "für die andere Seite Partei zu ergreifen" und die zu Unrecht Privilegierten der Gesellschaft in Schutz zu nehmen. Dass Leute wie du eigentlich "dazugehören" in die Gemeinschaft der DaFler, sehen viele nicht - wohl, weil sie glauben, dass Leute in deiner Situation niemals um ihre Existenz bangen müssen und "nicht wissen, wie das ist". Das Gemeinschaftsdenken fehlt eben in der Diskussion - bzw. es gibt nur die "Leidensgemeinschaft" der DaFler.
Ich kann mir im Übrigen kaum vorstellen, dass diejenigen, die nicht nur von DaF leben, die Honorare drücken bzw. die einzige Ursache für niedrige Honorare sind. Nehmen ernsthaft alle diese Leute die Jobs mit Dumping-Honoraren an, weil das Geld ihnen egal ist? Würden alle, die das Geld nicht brauchen, für 5 Euro die Stunde arbeiten und umgekehrt: lehnt tatsächlich jeder, der davon leben muss, gering bezahlte Jobs ab, um das Dumping zu boykottieren??? Ist das nicht wieder schwarz-weiß-Denken?
Jedem, ob hauptberuflicher DaFler oder nicht, kann man im Grunde vorwerfen, das Dumping mitzumachen, indem er solche Jobs annimmt. Auch wenn er auf den Job angewiesen ist: Tatsache ist, dass er so einen Job angenommen hat.
Und andererseits gibt es sicher genug "Existenzgesicherte", die trotzdem für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden wollen, auch wenn sie das Geld nicht zum (Über)leben brauchen!
Es ist schwer, was gegen die Honorare zu tun, denn
1. haben viele Kursträger wirklich nicht allzu viel Geld (manche schon, aber nicht alle!)
2. ist der Markt überlaufen
3. gibt es immer Leute, die diese Jobs dringend brauchen und am Ende doch annehmen. Somit ist der Kreislauf schwer zu durchbrechen. Es müsste mehr Zusammenhalt da sein, außerdem müsste wiederholt mehr Druck auf GEW usw. gemacht werden (und nicht vorher gesagt werden, die tun sowieso nichts!). Aber die "treibende Kraft" ist einfach nicht da, mangels Energie bei vielen überlasteten Freiberuflern - ein Teufelskreis.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 18. Dezember 2006 01:57

Hallo alle miteinander,

ich war bis Ende September gesetzlich studentisch bei der AOK versichert und bin nun seit knapp drei Monaten keine Studentin mehr. Ich bin arbeitssuchend, habe aber einen Job als Honorarkraft, bei dem
ich jeden Monat unterschiedlich viel verdiene, aber im Durchschnitt ca. 500-600 Euro, selten mehr als 800 Euro. Nun war ich letzte Woche bei der AOK, um ihnen mitzuteilen, dass ich keine Studentin mehr bin
und um mich freiwillig gesetzlich zu versichern, da ich dies ja bis Ende des Jahres tun muss, um nicht aus der gesetzlichen Krankenkasse rauszufliegen, und mir wurde gesagt, dass ich monatlich ca. 280,-
Euro zahlen muss. Stimmt das denn? Das kommt mir extrem viel vor, wäre ja etwa die Hälfte meines Einkommens. Von Bekannten und Freunden
habe ich gehört, dass ich bis zu einer Einkommensgrenze von ca. 800 Euro ungefähr 127,- Euro KV und PV zahlen muss. Könnt ihr mir sagen, was nun stimmt? Gelte ich so direkt nach dem Studium tatsächlich als Selbstständige, bei der ein Einkommen von 1800 Euro angenommen werden kann? Und hätte ich denn auch Anspruch auf einen Beitragszuschuss?

Für Antworten danke ich im Voraus,

Chrisi

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Tasha ()
Datum: 18. Dezember 2006 08:15

Hallo,

also ich habe meiner Kraneknkasse (TK) damals einen Brief geschrieben und mitgeteilt, dass ich monatlich 560 Euro verdiene und die haben dann gesagt, dass ich nur 121 Euro (vor 2 Jahren, jetzt wohl etwas mehr) zahlen muss. Außerdem versicherten sie mir, dass ich bis maximal 805 Euro verdienen darf, ohne mehr zu bezahlen. Geh auf alle Fälle zu deiner KV und lass nicht locker. Viele Mitarbeiter wissen das nämlich gar nicht und verlangen direkt 280 Euro. Du musst nur sagen, dass du nebenberuflich selbständig bist. Als sie mich fragten, was mein Hauptberuf sei, sagte ich Hausfrau, auch wenn nicht ganz der Tatsache entspricht, aber wie will man das nachforschen?
Gruß
Tasha

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Anna2 ()
Datum: 18. Dezember 2006 16:27

Liebe Chrisi,

willkommen in unserer Welt. Lies dir doch diesen thread einfach mal genau durch, das müsste alle deine Fragen beantworten - glücklich machen wird`s dich allerdings nicht.

Anna

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 27. Dezember 2006 02:58

Hallo!

Mich würde mal interessieren, ob jemand weiß, wie das bei Maya, deren Eintrag auf der ersten Seite dieses threads steht (sie hat ihn irgendwann im Sommer letzten Jahres geschrieben), ausgegangen ist?! Oder Maya, falls Du selbst noch ab und zu in dieses Forum schaust, vielleicht kannst Du ja mal erzählen, wie das mit dem ALG II denn dann gelaufen ist? Oder hast Du vielleicht diesen Zuschuss zur KV beantragt? Bei welcher KK warst Du denn, dass sie fairerweise nur 125 Euro verlangt haben?
Ich muss morgen nochmal mit der AOK sprechen und hoffe, dass sie auch so kulant sind. Habe mittlerweile ausgerechnet, dass ich durchschnittlich 467€/Monat verdient habe und auch nur ca. 10 Stunden/Woche arbeite, da bin ich ja wohl nicht hauptberuflich Selbstständig.
Tasha, Dir auf jeden Fall auch nochmal danke für den Tipp mit der Hausfrau.

Gruß,

Chrisi


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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Dörte ()
Datum: 27. Dezember 2006 11:10

Hallo, Chrisi!

Du schreibst:

quote:
dass ich durchschnittlich 467€/Monat verdient habe und auch nur ca. 10 Stunden/Woche arbeite, da bin ich ja wohl nicht hauptberuflich Selbstständig.
unquote

Ob Du "hauptberuflich" selbstständig bist, hängt aber weder von der Anzahl der Stunden noch vom Verdienst ab! Sozialversicherungsrechtlich - Hr. Denzler möge mich korrigieren, wenn ich hier falsch liege - bist Du über die Euro 400,-- und damit sozialversicherungspflichtig. Das Finanzamt interessiert schon gar nicht, wie viele Stunden Du arbeitest; Du musst m. E. den Verdienst auf jeden Fall erklären (also eine Einkommensteuer-Erklärung abgeben - auch wenn keine Steuer dabei herausguckt).

Bei mir liegen die Daten ähnlich - aber ich werde als Selbstständige behandelt.

Liebe Grüße

Dörte

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 27. Dezember 2006 11:36

Hi Dörte,

bist Du Dir sicher, dass die Stundenanzahl nichts damit zu tun hat, ob man eine Tätigkeit "haupt-" oder "nebenberuflich" ausübt? Hr. Denzler schreibt selbst auf einer seiner Seiten:

"Die Tätigkeit ist nur nebenberuflich, d.h. sie erreicht maximal 1/3 der Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten (im öffentlichen Dienst: 38,5 : 3 = 12 Std. 49 Minuten). Mehrere gleichartige Tätigkeiten werden addiert. Ob gleichzeitig ein Hauptberuf ausgeübt wird, spielt keine Rolle."

Also, nach meiner Berechnung ist man dann mit einer Tätigkeit mit weniger als 10 Stunden die Woche doch wohl nebenberuflich tätig, oder?

Wenn es bei Dir so ähnlich aussieht wie bei mir, Dörte, darf ich dann fragen bei welcher KK Du bist, was Du zahlst und ob Du diesen Zuschuss von der Agentur für Arbeit beantragt hast?

Liebe Grüße,

Chrisi

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Dörte ()
Datum: 27. Dezember 2006 12:46

Hi, Chrisi!

Ja - bei unter 10 Stunden und wenn Hr. Denzler das so schreibt, könnte es dann doch hinkommen! Er ist der Profi!!! Ich liege über den 10 Stunden! Ich habe immer gedacht, es liegt an der magischen 400-Euro-Grenze! Diese Auskunft haben Kolleginnen auch von ihren Krankenkassen bekommen.

Alles sehr schwierig und sehr verwirrend das!

LG Dörte

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 27. Dezember 2006 13:00

Hi Dörte!

Finde das alles auch sehr verwirrend. Habe auch gerade mit einer Dame bei der AOK gesprochen, die sehr nett war und mich wohl auch verstanden hat, aber sie hat dann kurz mit Leuten aus einer anderen Abteilung gesprochen, die meinten, dass ich dadurch, dass ich keiner anderen Tätigkeit außer der Honorarstelle nachgehe, doch als hauptberufliche Freiberuflerin gelte. Das stimmt aber nach dem was Herr Denzler schreibt und auch nach Wikipedia nicht. Dort steht:

"Als nebenberuflich gilt eine Tätigkeit, wenn die Arbeitszeit nicht mehr als ein Drittel einer vergleichbaren Vollzeitstelle beträgt. Für die Nebenberuflichkeit ist das Vorliegen eines "Hauptberufes" ohne Belang (auch Rentner oder Studenten kommen also in Frage), die Nebentätigkeit muss sich aber vom ausgeübten Hauptberuf unterscheiden."

Wenn jetzt also der Hauptberuf Hausfrau und arbeitssuchend ist und man höchstens 12 Stunden/Woche arbeitet ist man ja wohl laut dieser Definitionen nicht hauptberuflich Freiberufler, oder verstehe ich da irgendwas falsch?

Jedenfalls leitet die Dame das jetzt so weiter an meinen zuständigen Berater, der mich dann später anrufen wird, und dann darf ich das alles nochmals erzählen. Und wenn alles schief läuft werde ich wohl zur Agentur für Arbeit gehen und diesen Zuschuss beantragen.

LG Chrisi

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 27. Dezember 2006 13:08

Nur noch ganz kurz: Das Zitat in meinem Eintrag vom 27. Dezember 2006 11:36 stammt von Herrn Denzlers Seite www.400-Euro.de.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Erwin Denzler ()
Datum: 27. Dezember 2006 15:28

Hallo,

gut, daß Chrisi mich per Mail auf diese Diskussion hingewiesen hat. Denn da ist schon ein Hinweis nötig, damit meine zitierte Äußerung nicht mißverstanden wird.

Das Zitat bezieht sich auf die Nebenberuflichkeit in Zusammenhang mit einer recht speziellen Regelung aus dem Steuerrecht. Dabei gilt nach den entsprechenden steuerrechtlichen Richtlinien ausdrücklich als nicht relevant, ob man daneben einen Hauptberuf ausübt oder nicht. Ich halte es zwar auch für richtig, diese Argumentation auf das Krankenversicherungsrecht zu übertragen und Tätigkeiten von weniger als einem Drittel der Vollzeit als nicht hauptberuflich zu definieren.

Aber ich muß auch ergänzen: es gibt verschiedene Definitionen des Begriffes "hauptberuflich". In einigen Urteilen der Landessozialgerichte wurden auch schon Tätigkeiten von nur 10 Std./Woche als hauptberuflich eingestuft, wenn daneben keine andere Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde. Und es gibt auch noch andere Definitionsmöglichkeiten, die alle darzustellen hier viel zu weit führen würde. Man kann mit der oben genannten Möglichkeit zwar argumentieren, aber man darf sich nicht darauf verlassen, daß die Krankenkasse das ohne Weiteres übernimmt.

Da ich mich mit dem Thema seit Jahren auch publizistisch befasse, bin ich übrigens an Erfahrungsberichten dazu immer interessiert. Insbesondere falls jemand von Euch diese Frage der Hauptberuflichkeit bereits durch Gerichtsverfahren klären ließ, würde ich mich über eine Kopie des Urteils freuen. Meine Kontaktdaten findet man auf www.400-euro.de im Impressum.

Viele Grüße
Erwin Denzler

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 27. Dezember 2006 15:42

So,

vielen Dank auf jeden Fall nochmals an Herrn Denzler, es war wirklich sehr nett, dass Sie so schnell reagiert haben. Dass das Ergebnis für mich dabei leider nicht auf jeden Fall positiv ausfällt, naja, daran kann man wohl nichts ändern.
Ich habe jetzt gerade noch mal mit einem Herrn bei der AOK gesprochen und habe nun morgen Nachmittag einen Termin. Dabei wird ein zusätzliches Formular ausgeüllt, mit dem dann überprüft wir, ob ich nun haupt- oder nebenberuflich tätig bin und bis dahin, versicherte mir der Herr, bin ich zum Hausfrauentarif, also rund 127 Euro, versichert. Mal sehen, was am Ende der Überprüfung rauskommt...

Gruß,

Chrisi

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Chrisi ()
Datum: 27. Dezember 2006 15:43

P.S.: Hat denn irgendjemand schon Erfahrung mit der Beantragung dieses Zuschusses von der Agentur für Arbeit gemacht? Wollte mich da neulich informieren und hatte sofort einen Antrag auf ALG II in der Hand.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Nadia ()
Datum: 27. Dezember 2006 19:01

Mit der Arbeitsagentur ist es auf jeden Fall so, dass man den Krankenkassenzuschuss bekommt, wenn man andernfalls (also wenn man den Beitrag selbst bezahlen müsste) nicht genug Geld zum Lebensunterhalt übrig hätte, d.h. also dass man abzüglich der 280 Euro KK-Beitrag unter dem "Sozialhilfesatz" (wie er früher hieß) liegt. Deshalb muss man erstmal den ganzen ALG II-Antrag ausfüllen, denn möglicherweise bekommt man nicht nur die Krankenkasse bezahlt, sondern auch sonst einen Zuschuss zum Lebensunterhalt. Der "Sozialhilfesatz" (ALG II-Satz) definiert ja, wie viel man mindestens zum Lebensunterhalt braucht (wie hoch er z.Zt. genau ist, steht auch bei Erwin Denzler), und verdient man weniger, so hat man Recht auf diesen Zuschuss. Deshalb werden gleich die gesamten Einkommensverhältnisse geprüft.
Es ist wirklich total kompliziert, immer wieder stößt man als Freiberufler auf diese Grauzonen. Mich haben bei Erwin Denzler auch die verschiedenen Gerichtsurteile und Definitionen von Hauptberuflichkeit im Zusammenhang mit der Krankenkasse eher abgeschreckt. Für die Rentenversicherung zählt die 400,-Euro-Grenze als Kriterium, für das Arbeitsamt die 15 Std.-Grenze (darunter gilt man als "arbeitslos bzw. arbeitssuchend), für die Steuer gilt das Jahreseinkommen, für die Krankenkasse wieder andere Dinge, ...
Das ganze Sozialversicherungs- und Steuersystem im Deutschland ist eben veraltet und zu bürokratisch, in anderen Ländern ist es erheblich einfacher.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Dörte ()
Datum: 28. Dezember 2006 09:27

Liebe Chrisi!

Ohh ja, ich habe hinlänglich Erfahrungen mit ALG II - Hartz IV!!! Und zwar nur schlechte!!! Wir stoßen nämlich bei den ARGEn wieder auf dasselbe Problem - die haben ihrerseits Probleme mit Selbstständigen. Die meisten ARGEn anerkennen einem die Betriebskosten nicht, berechnen das Einkommen nicht so, wie es nach dem Einkommensteuer-Gesetz berechnet werden muss, misstrauen Selbstständigen von vorne bis hinten und es ist ein Kampf!!!

Ich habe nach 2 Monaten ALG II entnervt aufgegeben! Ich habe zwar in der Zeit meine Krankenversicherung bezahlt bekommen, aber der Preis war extrem hoch. Du musst Dich unbedingt darauf einstellen, dass die Dir zuerst mal einen Ein-Euro-Job aufhängen wollen, Dir damit drohen, Dir Deine Selbstständigkeit zu untersagen etc. etc. etc.

Wenn Du es genauer wissen möchtest, lies mal ein wenig auf www.tacheles-sozialhilfe.de.

Wer tiefer in dem Thema Hartz IV drin ist, der weiß, warum man da von einer sogenannten "Verfolgungsbetreuung" spricht. Es passt auf kein Blatt Papier, was ich und auch viele andere Selbstständige für Erfahrungen mit den ARGEn gemacht haben. U. a. wird Dir z. B. sofort eine sogenannte Eingliederungsvereinbarung aufgehängt, in der Du Dich verpflichten musst, alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um Arbeit zu finden. Aus deren Sicht taugt Deine Selbstständigkeit nämlich ganz offensichtlich nichts, wenn sie nicht bewirkt, dass Du Dich ohne staatliche Alimentation durchbringen kannst.

Die Idee, die Krankenversicherung von der ARGE bezahlen zu lassen, ist nur THEORETISCH attraktiv; wer das mal in der Praxis durchgemacht hat, der weiß, dass man damit auf Dauer nicht leben kann.

Wer hierzu noch Details wissen will, kann sich gerne an mich wenden. Hr. Denzler weiß das alles auch, denn er ist Stammposter auf. www.tacheles-sozialhilfe.de.

Wer noch weitere Links möchte, kann sich ebenfalls an mich wenden; ich habe sie seitenweise!

LG Dörte

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: fleur ()
Datum: 03. Februar 2007 22:04

hallo,

weiß jemand, welche krankenkasse für freiberufler die "günstigsten" konditionen hat?

bei der dak zahlt man derzeit für kranken- und pflegeversicherung ca. 285 euro, wenn man nicht über der mindestbeitragsbemessungsgrenze von ca. 1.840 euro liegt. könnt ihr eine krankenkasse empfehlen, die günstiger ist? wie sind die konditionen bei euch?

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: Sonja72 ()
Datum: 04. Februar 2007 22:48

Vergiß die gesetzlichen. Da nehmen sich die Beträge nicht wirklich viel. Wenn du gesund bist (also keine Allergien oder andere chronischen Leiden hast) kommst du bei den privaten bedeutend günstiger weg.

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Re: Freiberuflich: Krankenkasse,...
geschrieben von: sonja70 ()
Datum: 06. Februar 2007 02:10

Sonja72 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Vergiß die gesetzlichen. Da nehmen sich die
> Beträge nicht wirklich viel. Wenn du gesund bist
> (also keine Allergien oder andere chronischen
> Leiden hast) kommst du bei den privaten bedeutend
> günstiger weg.

Ich kenne das so, dass die KK-Beiträge bei den privaten KK mit dem Alter des Versicherten nicht unerheblich steigen. Das ist ja auch der Grund, warum ein Zurück von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung nicht möglich war (ist?). Deshalb denke ich, dass der Schritt zur privaten KK wohlüberlegt sein sollte. Und wer weiß, ob man nicht doch in ein paar Monaten wieder einen Angestellenstatus hat und gar nicht mehr freiberuflich tätig ist.

Was möglich sein könnte/müsste: vom privaten Tarif der GKK wieder in den normalen Tarif der GKK bei Berufswechsel züruckzukommen...weiß jemand darüber Bescheid? Aber von der PKK zur GKK zu wechseln, ist denke ich weiterhin nicht möglich, oder hat sich daran was bei der Gesundheitsreform geändert?





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