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Stellenangebot Goethe-Institut Korea: FINGER WEG!
geschrieben von: Angelo ()
Datum: 07. November 2012 14:25

Da haben wir wieder mal so ein "Angebot":

[www.deutsch-als-fremdsprache.de]

Wir verlangen alles und bieten (fast) nix, aber natürlich ein unglaublich nettes Team und interaktive Whiteboards, auf die sind wir ja ungemein stolz, blablabla.

Lasst die Finger von derartigen Offerten, denn:

- Das Leben ist teuer in Korea, etwas teurer als in D. sogar. Auf welchem Niveau man dann mit den angeblich ausreichenden 400,- € vor sich hinexistiert, ist ja ganz einfach zu ermitteln.

- Die 1500,- für den Flug: Der kostet im Schnitt 800,-, und man wird en Rückflug verfallen lassen müssen, denn die Aufenthaltsdauer ist bei den günstigen Tickets begrenzt. Ergo: Man zahlt nochmal den Rückflug, und der ist genauso teuer.

- Das garantierte "Deputat": Ich kenne es von meinem "geschätzten" Goethe-Institut so: Wenn man mal angereist ist, sieht es mit dem angeblich garantierten Auftrgsvolumen plötzlich ganz anders aus, ein Kurs kommt nicht zustande, und dann wird's leider, leider weniger. Kann natürlich niemand was dafür, klar.

- Über die Höhe der Steuern und Sozialabgaben im Zielland schweigt man sich gleich ganz aus, die Damen und Herren in der Plüschetage des GI beschäftigen sich als Entsandte - sprich als "was Besseres" ja nicht mit solchen Nichtigkeiten, das ist schließlich was fürs Fußvolk (Billige Werkverträgler, aka Honorarlehrkräfte).

- Unterstützung bei der Beschaffung eines Visums: Da sagt man euch, wo ihr euch anstellen dürft und zahlen könnt ihr's selber selber, sowas kostet nämlich in der Regel Geld.

Und: Wer so einen Job annimmt, fliegt in D. in der Regel aus der Krankenkasse und kann sich nach der Rückkehr der teuren, langfristig meist unerschwinglichen PKV anvertrauen.

Nun wird bei den mitlesenden Mitarbeitern des GI wieder ein Aufschrei durch die Reihen gehen, man könne ja nicht anders, die Vorgaben kämen aus der Zentrale, etc. p.p. Natürlich, von statlichen Subventionen (Steuergeldern) lebt es sich ja so schlecht im Ausland, da kann man doch nicht einfach gute produktive Arbeit (Die Lehrkräfte produzieren nämlich, statt sich selbst und andere zu verwalten.) auch noch gut bezahlen, wo kämen wir denn da hin?

Das Goethe-Institut mausert sich langsam aber sicher zur größten staatlich subventionierten Lohndumping-Maschine im Bildunsgebereich, mittlerweile arbeiten auch in Deutschland etwa zwei Drittel der Sprachlehrer schwarz, also mit Scheinwerkverträgen.

Zur Annahme so eines Jobangebotes kann ich nur solchen Leuten raten, die mal erleben wollen, wie sich Deutsche Entsandte im Ausland so richtig als "was Besseres" fühlen. Da lässt sich doch einiges an Feldforschung betreiben. Ansonsten: FINGER WEG von so einem Jobangebot.

Herbstliche Grüße!


Angelo


P.S.: Die dargestellten Sachverhalte beruhen auf eigenen Erfahrungen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.11.12 21:48.

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Und China legt nach.
geschrieben von: springfall ()
Datum: 09. November 2012 19:17

Man kann auch nach China gehen:

[www.deutsch-als-fremdsprache.de]

Klasse ist der Satz:

"Darüber hinaus besteht die Möglichkeit ein Test-DaF Vorbereitungskurs am Ende des 2. Semesters, gegen eine zusätzliche Vergütung nach dem durchschnittlichen deutschen Stundensatz, durchzuführen."

"Es besteht die Möglichkeit", "nach durchschnittlichem deutschen Stundensatz", ja nach welchem denn, dem eines Hilfsarbeiters? Das klingt angesichts der deutschen Lohnentwicklung fast wie eine Drohung.

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Re: Stellenangebot Goethe-Institut Korea: FINGER WEG!
geschrieben von: Thomas D. ()
Datum: 09. November 2012 20:04

Die im Web ausgeschriebenen Goethe-Jobs will kein interner GI-Mitarbeiter machen, deshalb werden diese ja extern ausgeschrieben. Das sollte allen hier zu denken geben oder?

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Re: Stellenangebot Goethe-Institut Korea: FINGER WEG!
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 10. November 2012 04:28

Natürlich - Finger weg von solchen "Angeboten"; hinzu kommt: wer will denn den Lückenbüßer und Schuhputzer für die fest besoldeten GI-Motarbeiter spielen, die einen dann rumscheuchen? Anscheinend fühlen die sich wohl dabei, wenn die ihren "Underdog" haben. Größenwahn lässt grüßen...

Etwas Grundsätzliches: Wie kann man überhaupt Bildung/Ausbildung als Ware verkaufen? Was dabei herauskommt, sieht man am Beispiel der Sprachschulklitschen, die KEINER wirklich braucht!

Bildung/Ausbildung ist grundsätzlich eine Aufgabe öffentlicher Träger und eignet sich nicht für den (un)freien "Markt"; dem Anspruch nach handelt es sich nämlich um eine "Non-profit"-Aufgabe, wobei allerdings die Kostendeckung sichergestellt sein muss.

Wird Zeit, hier einmal diese grundsätzliche Systemfrage zu diesem Punkt zu stellen!

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Re: Stellenangebot Goethe-Institut Korea: FINGER WEG!
geschrieben von: Miriam Berger ()
Datum: 10. November 2012 13:52

Kleine Anmerkung zu Angelos Posting (dem ich inhaltlich zustimme, die Lebenshaltungskosten in Korea sind wirklich sehr hoch): Man kann bzw. muss, wenn
man sich doch dazu etschließen sollte, für eine Weile ins Ausland zu gehen, vorher
zur gesetzlichen Krankenkasse gehen und einen Antrag auf Anwartschaft stellen. D.h. man kann nach der Rückkehr zurück in die gesetzliche, muss aber allein für die Anwartschaft jeden Monat einen beachtlichen Beitrag berappen. Auch irre, oder?
liebe Grüße, Miri

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Re: Stellenangebot Goethe-Institut Korea: FINGER WEG!
geschrieben von: Tabitha ()
Datum: 10. November 2012 16:12

Richtig. Meine Kollegin hat einige Jahre bei der deutschen KV pausiert. Nun will sie wieder rein und soll jetzt 15.000€ für die "Pause" nachzahlen. Wer macht solche Gesetze?

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Re: Stellenangebot Goethe-Institut Korea: FINGER WEG!
geschrieben von: Pat1980 ()
Datum: 10. November 2012 22:35

Das ist illegal und das weiß auch jede Kasse. Sie versuchen es halt trotzdem. Jede gesetzliche Kasse muss Dich zu jeder Zeit aufnehmen. Ohne Nachzahlung für unversicherte Phasen.

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