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GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Georg321 ()
Datum: 02. Mai 2013 09:50

Oh, jetzt hats aber Ärger gegeben. Ein Arbeitgeber fühlte sich von frechen Lehrkräften auf die Füße getreten und beschwerte sich bei seiner Gewerkschaft. Dienstbeflissen schrieb diese Gewerkschaft ihm und auch anderen Gewerkschaftern, dass sie sich von diesen frechen Lehrkräften unverzüglich distanziere. Man fühle sich von diesen Lehrkräften, die auch noch mehrheitlich Mitglieder dieser Gewerkschaft sind, "diffamiert".

Die GEW fordert für Lehrkräfte in Integrationskursen ein Mindesthonorar von 30 €. Das sind bei 25 Unterrichtseinheiten ca. 750 € netto im Monat, nach allen Abzügen. Eine Diskussion über dieses Dumping-Honorar gibt es in der GEW nicht. Das wurde vor Jahren mal so vereinbart und damit basta.

Merke: Kritik an Bildungsträgern wird in der GEW nicht gerne gesehen. Die GEW vertritt die Interessen der Träger, und nicht die Interessen der Lehrkräfte. Die Forderung nach einem Mindesthonorar von 30 € ist im Grunde nur eine Forderung nach mehr Geld für die Träger, in der Hoffnung, dass dadurch auch etwas mehr für die Lehrkräfte abfällt. Das ist eine neoliberale Forderung, die man auch als Trickle-Down-Theorie bezeichnet.

Zitat
Wikipedia:
Der Begriff Trickle-down-Theorie (englisch trickle ‚sickern‘), abwertend auch Pferdeäpfel-Theorie[1] bezeichnet die These, dass Wirtschaftswachstum und allgemeiner Wohlstand der Reichen nach und nach in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickerten (Trickle-down-Effekt). Sie wurde von David Stockman als synonyme Bezeichnung für angebotsorientierte Wirtschaftspolitik eingeführt.

Führende Okonomen, unter anderem die zwei Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Paul Krugman und Joseph E. Stiglitz, bezweifeln den Wahrheitsgehalt der Theorie heute.

So sagte Paul Krugman 2008 dazu: „Wir warten auf diesen Trickle-down-Effekt nun seit 30 Jahren - vergeblich.“[2] Ähnlich bezweifelte Joseph E. Stiglitz 2012, dass „[...].an der sogenannten Trickle-down-Theorie [...] ein Quäntchen Wahrheit wäre.“[3]

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Quelle?
geschrieben von: Redeker, Bangkok ()
Datum: 02. Mai 2013 09:57

Zitat
Georg321:

Oh, jetzt hats aber Ärger gegeben. Ein Arbeitgeber fühlte sich von frechen Lehrkräften auf die Füße getreten und beschwerte sich bei seiner Gewerkschaft. Dienstbeflissen schrieb diese Gewerkschaft ihm und auch anderen Gewerkschaftern, dass sie sich von diesen frechen Lehrkräften unverzüglich distanziere. Man fühle sich von diesen Lehrkräften, die auch noch mehrheitlich Mitglieder dieser Gewerkschaft sind, "diffamiert".



Haben Sie das irgendwo gehört, gelesen oder selbst erfahren? Gibt es dazu eine überprüfbare Quelle? Wer, wann, wo?




Mit freundlichen Grüßen

Michael Redeker

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Re: Quelle?
geschrieben von: Georg321 ()
Datum: 02. Mai 2013 11:06

Ja, das habe ich selbst gelesen, gehört und erfahren. Mein Name wird in einer Mail genannt, wenn auch falsch geschrieben. Fragen Sie bei der GEW NRW nach dem Brief vom 16.04.2013. Darin heißt es: "Sie haben wahrscheinlich in den letzten Tagen und Wochen verschiedentlich Emails von Georg ... und der Initiative Bildung prekär bekommen. Die Initiative Bildung prekär ist in der Vergangenheit mit aggressiven und diffamierenden Aussagen gegen die Volkshochschulen aufgetreten."

Das ist völliger Blödsinn und eine Unverschämtheit, weil es gar nicht belegt wird. Sowas schickt die GEW nicht mir, sondern irgendwelchen anderen Leuten.

Weiter heißt es später, "Die GEW NRW - insbesondere der Fachgruppenausschuss Erwachsenenbildung - kooperiert jedoch nicht mit der Initiative Bildung prekär und ist selbst den diffamierenden Aussagen der sogenannten Initiative ausgesetzt."

Wen bitte hätte ich jemals im Fachgruppenausschuss Erwachsenenbildung diffamiert? Die GEW verbreitet einfach irgendwelche Lügenmärchen, ohne die Betroffenen darüber in Kenntnis zu setzen.

Sie können sich gerne bei der GEW-NRW erkundigen.
info@gew-nrw.de

Hier die Webseite.
GEW NRW



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.05.13 11:26.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 02. Mai 2013 12:21

Eine Gewerkschaft, die ein Honorar von 30 € pro Unterrichtseinheit fordert ist ja alleine schon deshalb nicht tragbar. Vielleicht kapieren sie ja noch nicht einmal, dass das kein Stundenlohn für einen Angestellten ist.
Rechne ich nämlich 25 Unterrichtseinheiten = 40 Stunden Arbeit (wahrscheinlich ist es aber mehr) so komme ich auf 18,75 Euro pro Stunde. Abziehen muss ich davon die bezahlten Urlaubs-und Krankheitstage, die ein Arbeitnehmer bekommt. Dann noch die Arbeitnehmeranteile bei der Krankenkasse und Rentenkasse und außerdem die nicht vorhandene Absicherung in Form einer Arbeitslosenversicherung. Das dann auch nur, wenn man voll beschäftigt ist, aber gehen wir mal davon aus. Ich komme dann auf 15,62 bei 2 Wochen Krankheit im Jahr. Rechne ich 8 Feiertage hinzu komme ich auf exakt 15 Euro.
Weiterbildungen, Konferenzen (ist natürlich illegal, wenn sie nicht bezahlt werden, jedoch die Realität) muss man auch noch abziehen und dazu Werbungskosten und Weiterbildungsmaterialkosten.
Also, das abzüglich die Arbeitnehmeranteile eines Angestellten komme ich mit Sicherheit unter einen Stundenlohn von 12 Euro brutto.
Da sind wir dann unter dem Mindestlohn in der Malerbranche:
[www.hr-online.de]

Was soll ich dann von so einer Gewerkschaft halten? Darüber hinaus muss ich ja auch bedenken, dass Gewerkschaftsforderungen erst einmal Mindestforderungen sind. Im Endeffekt einigt man sich ja auf einen geringeren Betrag. Dann werden also aus den 30 Euro vielleicht 25 Euro. Da ist man dann bei HartzIV-Sätzen!!!

Na dann gute Nacht!

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Bettin ()
Datum: 02. Mai 2013 12:31

Zitat
Georg321
Ein Arbeitgeber fühlte sich von frechen Lehrkräften auf die Füße getreten und beschwerte sich bei seiner Gewerkschaft. Dienstbeflissen schrieb diese Gewerkschaft ihm und auch anderen Gewerkschaftern, dass sie sich von diesen frechen Lehrkräften unverzüglich distanziere.

Das ist ein ganz typischer SPD/Gewerkschafts-O-Ton. Ich habe neulich mit einer anderen, sinngemäß ähnlichen Organisation auch eine Diskussion gehabt und denen dann gekündigt. Es gibt auf dieser Welt manchmal nichts - da darf man sich nichts vormachen.

Zitat
Georg321
Darin heißt es: "Sie haben wahrscheinlich in den letzten Tagen und Wochen verschiedentlich Emails von Georg ... und der Initiative Bildung prekär bekommen. Die Initiative Bildung prekär ist in der Vergangenheit mit aggressiven und diffamierenden Aussagen gegen die Volkshochschulen aufgetreten."

Manche haben eben schon ein wie beschriebenes Auftreten, diese Organisationen werden jedoch auch unverschämt zu Leuten, die ein höfliches Auftreten haben. Hinzu kommt eigentlich noch, dass die Diskussion um die VHS uralt ist, m.W. mind. 25 Jahre und normale Menschen den Ton hier so oder ähnlich schon lange angeschlagen haben. Da die VHS sich m.W. von Anfang an auf das Billiglohnprinzip berufen hat, ist das Thema in keinster Weise neu oder existiert auch nicht erst seit es die Integrationskurse gibt.
Diese Leute (SPD/Gewerkschaft) tun so, als wären sie gebildet und graben den Leuten das Wasser ab, die für die Bildung eigentlich zuständig sind, den Lehrkräften.

Hier würde ich nochmals empfehlen, sich bei internationalen Organisationen nach Stellen schlau zu machen und diese Deutschen abzuhängen. Es gibt Portale, die international ausschreiben.

puh, jetz habe ich mal wieder gemeckert...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.05.13 13:21.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 02. Mai 2013 13:17

Was ich so absurd finde, ist dass die GEW überhaupt eine Forderung nach einem Mindesthonorar stellt und sich nicht für eine Festanstellung einsetzt.
Eine Gewerkschaft lebt doch von ihren Mitgliedern und die bekomme ich doch nicht bei den Selbständigen.

Es gibt ja durchaus gute Gewerkschaften, die viel erreichen. Nehmen wir die IG-Metall, die Lokführergewerkschaft etc. Dort dürfte der Organisationsgrad ja auch sehr hoch sein.
Schlecht sieht es hingegen im Banken- und Versicherungsbereich aus. Ich kannte eine Bank mit ca. 150 Mitarbeitern von denen ganze 3 Gewerkschaftsmitglieder waren und seltsamerweise war eins davon der Vorstandsvorsitzende, der den Laden wie ein Patriarch geführt hatte.

Die einzige Lösung, die ich im Integrationsbereich sehe, ist sich zu weigern diese Kurse zu unterrichten.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Georg321 ()
Datum: 02. Mai 2013 21:37

Joseph Roth schrieb:
-------------------------------------------------------
> Was ich so absurd finde, ist dass die GEW
> überhaupt eine Forderung nach einem Mindesthonorar
> stellt und sich nicht für eine Festanstellung
> einsetzt.
> Eine Gewerkschaft lebt doch von ihren Mitgliedern
> und die bekomme ich doch nicht bei den
> Selbständigen.

Die GEW fordert ja gleichzeitig ein Mindesthonorar UND DANACH die Festanstellung! Auch wenn sich beides ausschließt! Auf die Frage, welche Logik dahinter steht, bekommt man keine Antwort. Ist aber ganz einfach zu erklären: für die VHSn ist die Honorartätigkeit besser, weil billiger, und außerdem können sie so mehr Druck auf die Lehrkräfte ausüben. Wer zu oft krank ist bekommt seinen "Auftrag" nicht verlängert. Und in der GEW haben die VHSn anscheinend eine ganze Menge zu sagen. Die Beschwerde der GEW über die unverschämten Lehrkräfte war nämlich Folge davon, dass sich ein hoher Herr des Deutschen Volkshochschul-Verbandes bei der GEW ganz oben über uns beschwert hat. Er hat geschrieben, dass er kein Verständnis dafür hätte, dass die GEW überhaupt etwas mit uns zu tun hat.
Und prompt danach kam von der Vorsitzenden der GEW NRW die Distanzierung von unserer Gruppe. Der Arbeitgeber brüllt, und promt distanziert sich die Gewerkschaft von ihren eigenen Mitgliedern!
Die GEW hat lieber die VHS-LeiterInnen als Mitglieder, weil die normalen Lehrkräfte kaum verdienen und deshalb auch kaum Beiträge zahlen.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Angelo ()
Datum: 02. Mai 2013 23:14

Konsequenz: Auf die GEW u. dgl. pfeifen. Haben die an der Situation und den bekannten Missständen irgendwas geändert? NEIN. Also muss man sich eben anders wehren. 1. Schritt ist es, sich nicht mehr für die VHS und dgl. zu "prostituieren".

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 03. Mai 2013 06:46

Nun ja, ich kann mit dem ganzen Gewerkschaftskram, wie er sich gegenwärtig darstellt, auch nicht viel anfangen. Allerdings wäre ein organisiertes Vorgehen durchaus besser, weil wirkungsvoller, wenn die GEW da der richtige Partner wäre. Ist sie aber offensichtlich nicht...

Man wird also nach wie vor, jeder für sich, individuelle Lösungen suchen müssen. Denn wer kann es sich leisten, bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag zu warten, bis sich die GEW einmal besinnt und ein aktiver Teil des Lösungsprozesses wird anstatt ein Problem zu sein/bleiben?

Dass es da Querverbindungen zwischen GEW und VHS-Verbandsfunktionären gibt, wundert mich übrigens nicht. Wie viele der VHS-Leiter bzw, VHS-Verbandsfunktionäre waren früher einmal wirklich GEW-nah und waren einfache Lehrkräfte mit einem berechtigten Anliegen, bevor sie aufgestiegen sind und nun den scheinselbständigen Lehrkräften Druck machen?

Man muss sich in der Szene etwas auskennen bzw. Erfahrungen damit haben, um beurteilen zu können, ob das Berichtete authentisch ist oder nicht. Da braucht man dann übrigens keine Oberzensoren, die noch nach nachprüfbaren Quellen fragen.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Bettin ()
Datum: 03. Mai 2013 12:29

Zitat
Georg321
Die Beschwerde der GEW über die unverschämten Lehrkräfte war nämlich Folge davon, dass sich ein hoher Herr des Deutschen Volkshochschul-Verbandes bei der GEW ganz oben über uns beschwert hat. Er hat geschrieben, dass er kein Verständnis dafür hätte, dass die GEW überhaupt etwas mit uns zu tun hat.
Und prompt danach kam von der Vorsitzenden der GEW NRW die Distanzierung von unserer Gruppe.

- wer hat sich beschwert
- habt ihr eigene Kontakte
- Rückbeschwerde
- Veränderung der Wortwahl
- habt ihr mal an einen guten Presseartikel gedacht - bringt es in der Tagespresse über einen freundlichen Redakteur


@angelo - chauvikommentar: sich nicht mehr für die VHS und dgl. zu "prostituieren".



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.13 16:05.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 03. Mai 2013 15:56

Was ist denn Schauvi? Ein Hundename? Oder ist Chauvi gemeint?
Das verstehe ich dann schon mal gar nicht, da es ja auch männliche Prostituierte gibt. Genau so wie es bei der VHS und dergleichen auch Männer gibt, die ausgebeutet werden.

Der letzte Punkt stimmt allerdings. Es macht durchaus Sinn so was an die Presse zu geben. Solche Organisationen scheuen nämlich negative Presse wie der Teufel/die Teufelin das Weihwasser.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Angelo ()
Datum: 04. Mai 2013 00:44

Ich meine mit dem "Chauviausdruck" durchaus auch männliche Ex-Kollegen. Ich lönnte es auch anders formulieren: "Die Seele an einen Saftladen verkaufen".

Abendliche Grüße!

Angelo

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Redeker, Bangkok ()
Datum: 04. Mai 2013 06:42

Guten Morgen,

Zitat
Angelo schreibt unchauvinistisch über männliche Ex-Kollegen, die:

"Die Seele an einen Saftladen verkaufen".


Wieso "Saftladen"?

Zitat
[url=http://de.wikipedia.org/wiki/Seele
Wikipedia definiert[/url]:]

Als Saftladen bezeichnet man im Allgemeinen abfällig Geschäfte oder Dienstleistungsbetriebe, die ein zu geringes, wenig nützliches oder minder qualitatives Waren- und/oder Preisleistungsangebot führen, eine schlechte Gegenleistung erbracht haben, deren Mitarbeiter unfreundlich und/oder inkompetent sind oder die generell in schlechtem oder zumindest zweifelhaftem Ruf stehen.

Also stolpert auch dieser Vergleich. Denn "Deutsch als Fremdsprache"
ist kein wenig nützliches oder minder qualitatives Warenangebot und die Daf-Mitarbeiter sind nicht unfreundlich und/oder inkompetent.

Na, ja.

Und "Ex-Kollegen"? Sie arbeiten also auch nicht mehr als DaF-Lehrer?

Und über die "Seele" will ich gar nicht erst anfangen, sonst regt sich der [gelöschte] Theologe auf.


Mit faustischen Grüßen von der Bank, wo die Spötter sitzen


M.(ephistopheles) Redeker



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.13 07:04.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 04. Mai 2013 09:45

Herr Redeker,ich empfehle Ihnen einmal einen Kurs bei der VHS zu buchen. Dort gibt es ja nicht nur DaF, man kann auch zum Beispiel andere Sprachen buchen. Das wird zwar von Bangkok aus schwierig sein, aber vielleicht sind sie ja längere Zeit in Deutschland. Sie werden dann feststellen, dass Saftladen noch relativ nett ausgedrückt ist.

Mitarbeiter gibt es ja bei der VHS nur relativ wenige und die Kursleiter sind normalerweise Scheinselbständige. An ihnen liegt es aber meistens nicht, sondern zum Beispiel an den Vorgaben, die ihnen gemacht werden und an der Kursabwicklung.
Das mit dem schlechten Ruf trifft ja auch zu, allerdings muss man auch sagen, dass die Kurs sehr billig sind. Der Tenor der Teilnehmer ist dann oft " Na ja, was will ich für den Preis auch erwarten".

Die Bezeichnung "Ex-Kollegen" kann ja auch bedeuten, dass jemand aus dem Scheinselbständigensystem ausgestiegen ist und jetzt wirklich als Selbständiger arbeitet. Da möchte man dann nicht gerne mit der VHS in einem Atemzug genannt werden.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Georg321 ()
Datum: 04. Mai 2013 10:43

Zitat

Mitarbeiter gibt es ja bei der VHS nur relativ wenige und die Kursleiter sind normalerweise Scheinselbständige.

Richtig, und wenn sie scheinselbstständig sind, wofür vieles spricht, dann führen die VHSn gegen die gesetzlichen Bestimmungen keine Sozialversicherungsbeiträge ab. Aber das scheint in Deutschland keinen aufzuregen, höchstens der Deutsche Volkshochschul-Verband regt sich auf und findet es "ungeheuerlich", wenn man ihm mit diesem Thema kommt.

Da sitzen Richter und überlegen sich, ob das Führen eines Kursheftes im Integrationskurs vergleichbar ist mit dem Führen eines Klassenbuches in der Schule. Denn wenn das so ist, dann würde eine "Arbeitsanweisung" bzw. "Eingliederung" in den Betrieb vorliegen, und das würde dafür sprechen, dass eine abhängige Beschäftigung vorliegt. Und dann müssten die VHSn Beiträge abführen.

Das kann man keinem normal denkenden Menschen erklären. Jeder fragt sich: warum müssen die VHSn nicht zahlen wie jeder andere Arbeitgeber auch? Warum herrschen da Zustände wie im frühen 19. Jahrhundert? Und wie kann es sein, dass gerade die VHSn so ein "soziales" Image haben?

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Bettin ()
Datum: 04. Mai 2013 12:45

Zitat
wikipedia
Sie (die VHS Ulm) wurde von Inge Scholl (später: Inge Aicher-Scholl) und anderen engagierten Ulmern am 24. April 1946 – genau ein Jahr nachdem die Amerikaner Ulm befreiten – in der Martin-Luther-Kirche gegründet. Inge Scholl war die große Schwester von Hans Scholl und Sophie Scholl, die wegen ihres Widerstandes gegen das Nazi-Regime als Mitglieder der Weißen Rose von den Nationalsozialisten im Februar 1943 hingerichtet wurden.

Vielleicht liegt es an dem historischen Bezug, dass das Image der VHSn ansprechend ist. Ich würde das gute Image bestreiten. Ein Sammelsurium von Kochkursen, Kleinbürgern, einfachen Sprachkursen, was abschreckend ist; nur, dass Integrationskurse überhaupt sozialversicherungspflichtig sein sollten, finde ich auch, da der Job nicht so anspruchsvoll ist. Bei vielen anderen Angeboten gewinnt man auf einer anderen Ebene. (Auslandserfahrung, Dozententätigkeit an einer Universität, Unterricht mit der ggf gewünschten sozialen Absicherung)

Die Geschichte der VHSen geht bis ins 19. Jh zurück... Nur - man darf in der Vergangenheit nicht stehenbleiben und sollte die Probleme der Lehrkräfte heute verstehen und handeln.

Zitat
Georg321
Und wie kann es sein, dass gerade die VHSn so ein "soziales" Image haben?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.13 12:49.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 04. Mai 2013 15:51

Zitat
Redeker
Und über die "Seele" will ich gar nicht erst anfangen, sonst regt sich der [gelöschte] Theologe auf.

Mit "die Seele verkaufen" weiß doch jeder, was gemeint ist. Was soll dann ein Exkurs zur "Seele" im Allgemeinen, wenn es hier gar nicht zum Thema gehört? Was haben Sie übrigens gegen Theologen? Nun, das ist allein Ihr Problem und soll mich/uns hier nicht weiter interessieren.

Zitat
Redeker
Mit faustischen Grüßen von der Bank, wo die Spötter sitzen

Nun, Spott gehört mit zum Geschäft und darf sein. Es zeugt schon von sehr viel fehlendem Selbstbewusstsein, wenn man Spott, der noch nicht auf einmal auf einen selbst gemünzt ist, nicht (v)ertragen kann. Aber Humor ist noch nie eine deutsche Stärke gewesen, und das sieht man immer wieder an gewissen Reaktionen in diesem Forum. Mit Spott kann man übrigens eine ganze Reihe von Fehleinschätzungen und Problemen im DaF-Bereich recht schön karikieren. Spott ist übrigens auch ein legitimes literarisches Mittel. Faust würde ich hier auch nicht unbedingt bemühen, es geht nämlich auch eine Treppe tiefer...

Zitat
Bettin
Vielleicht liegt es an dem historischen Bezug, dass das Image der VHSn ansprechend ist. Ich würde das gute Image bestreiten. Ein Sammelsurium von Kochkursen, Kleinbürgern, einfachen Sprachkursen, was abschreckend ist;

Man muss sich einmal den Kontext und die Situation vor Augen führen, in dem/mit dem VHSen entstanden sind. Ihr eigentlicher Ursprung liegt in Skandinavien, und in Deutschland ist man diesem Modell gefolgt. Die VHSen haben einen bestimmten Bildungsauftrag, wobei man Bildung hier ganzheitlich verstehen muss - also nicht nur Wissen, sondern auch Persönlichkeits(fort)entwicklung. Es geht dabei nicht um allgemeine schulische oder sonstige akademische Hochleistungen auf höchstem Niveau, dafür sind andere da. Da VHSen sich mit ihrem Veranstaltungsangebot an unterschiedliche Schichten und Leute mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen richten, ist das Niveau eben auch "durchschnittlich" - z.B. soll dort ein Vortrag zum Thema der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht nur für ein Fachpublikum, sondern auch für Lieschen Müller - oder, wenn man denn will, auch für Kreti und Pleti - verständlich und zugänglich sein. Diejenigen, die solche VHS-Kurse oder -Vorträge als Teilnehmer besuchen, eher abschätzig als "Kleinbürger" zu bezeichnen, halte ich allerdings für daneben - man ist nämlich meistens selber einer!....hahaha

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Erwin Denzler ()
Datum: 12. Mai 2013 22:54

Lieber Georg,

die gemeinsame Veranstaltung einiger GEW-Stadtverbände zusammen mit der Initiative Bildung Prekär, die Auslöser für den Diskurs war, wurde nicht abgesagt, sie fand statt. Auch ich als Gastreferent habe nicht abgesagt. Wer allerdings nicht erschien, warst Du. Mit anderen Mitgliedern der IBP, die erschienen waren, konnte eine sinnvolle Diskussion stattfinden. Leider aber nicht mir dir, wenn Du das verweigerst.

Für deine These, dass VHS-Leiter vorsätzliche Straftaten begehen, wenn sie Honorarverträge anbieten, fehlt halt noch jede Grundlage. Bisher gingen die meisten Gerichtsverfahren leider so aus, dass Selbständigkeit akzeptiert wurde. Das Gegenbeispiel des Arbeitsgerichts München (das durch den GEW/DGB-Rechtsschutz erreicht wurde), ist noch nicht rechtskräftig. Falls wir in späterer Zeit es mal geschafft haben sollten, eine Änderung der Rechtsprechung zu erreichen, mag dein Vorschlag mit Anzeigen beim Zoll sinnvoll werden. Aber es ist noch nicht so. Dass das ewig lange dauert, weiß ich auch.

Viele Grüße
Erwin Denzler

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 13. Mai 2013 01:23

Zitat

Für deine These, dass VHS-Leiter vorsätzliche Straftaten begehen, wenn sie Honorarverträge anbieten, fehlt halt noch jede Grundlage.

Ob das mit der fehlenden Grundlage so stimmt? Immerhin hat sich schon so manche scheinselbständige Lehrkraft - auch an VHSen - erfolgreich in ein festes Angestelltenverhältnis geklagt. Und wenn das so ist, muss man davon ausgehen, dass vorher Steuern und Sozialabgaben entzogen wurden. Die Frage ist dann allein, wie sich so etwas im Einzelfall rechtlich darstellt.

Wichtig ist auch die Höhe der Stundenzahl, die jemand leistet. Bei Vollzeitmaßnahmen mit einem höheren Stundenkontigent kann/muss man manchmal von unter bestimmten Voraussetzungen von einer Vollzeitätigkeit ausgehen, die eigentlich eine angestellte Lehrkraft ausübt.

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Re: GEW meckert über Lehrkräfte
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 13. Mai 2013 16:14

Es ist vollkommen richtig, dass viele scheinselbständige Lehrkräfte erfolgreich eine Festanstellung bei der VHS eingeklagt haben. Das ist auch so in Ordnung und es handelt sich hierbei um Privatrecht.

Sollte also bei einigen Personen anerkannt sein, dass sie scheinselbständig tätig waren ist ein privatrechtlicher Prozess nicht ausreichend, denn es handelt sich dabei auch um eine Straftat, da Sozialbeiträge unterschlagen wurden.
Georg hat also zu Recht auf die Möglichkeit einer Anzeige über den Zoll hingewiesen. Letztendlich sollen dann die Gerichte entscheiden. Es ist auch gar nicht klar, wer dafür haftbar gemacht werden kann. Ich würde mich da dann auch gar nicht auf die Leiter der einzelnen VHS festnageln, denn das scheint wohl systembedingt zu sein, das heißt von ganz oben zu kommen.

Mein Vorschlag wäre also, dass jeder der einen einen Fall von Scheinselbständigkeit bei der VHS mitbekommen hat, dies anonym beim Zoll anzeigt (es gibt hier ja Leute die dabei behilflich sein können) und dann sollen letztendlich die Richter entscheiden. So funktioniert das eben in einem Rechtsstaat.

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