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Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 02. Juli 2013 14:53

[www.deutsch-als-fremdsprache.de]

Zitat

Wir bieten
ein Ihrer Qualifikation und Berufserfahrung angemessenes Honorar
eine homogene, motivierte Lerngruppe
ein erfahrenes, freundliches Team innerhalb eines multiprofessionellen Arbeitsumfelds
16Euro/Stunde

Schon wieder mal so ein unprofessioneller Senf aus der Klitschenkiste - 16 Euro/UE für die jahrelange Ausbildung von DaF-Lehrern mit Fachstudium sind also dieser Qualifikation "angemessen". Aha.

Wer legt denn so etwas nach welchen Kriterien fest?

Wenn ich mal während eines Deutschlandaufenthaltes eingeladen bin, einen Fachvortrag oder gar ein mehrstündiges Semnar zu halten (was hin und wieder schon mal vorkommt), läuft da z.B. unter mindestens 500 Euro für eine 90minütige Veranstaltung (Vortrag + anschließender Aussprache/Diskussion) plus Unkosten (Rückfahrt + Hotel + evtl. Handouts) gar nichts; ich muss es dann auch nicht erst einfordern, sondern der Veranstalter kommt von selbst mit einem solchen Angebot rüber.

Warum soll es hier denn anders sein? Offensichtlich war da mal wieder jemand am Werk, der nicht die "Markt"regeln beachtet und im Übrigen von den fachlichen Anforderungen keine Ahnung hat. Kennen wir im Falle der Sprachklitschen doch schon alles, und eben dies ist auch ein Merkmal, das diese als solche auszeichnet.

Weiterhin ist ja auch bekannt, dass für den Sprachklitschenbereich das Prinzip gilt;: "Geiz ist geil". Dann soll man aber, bitte schön, keine gestandenen qualifizierten Fachkräfte einstellen, sondern Gymnasiasten, die gerade mal das Abi mit einer "1" in Deutsch hinter sich haben. Amen...LOL

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: bernd Hamann ()
Datum: 02. Juli 2013 16:01

Mir wurde letztens die Leitung eines Integrationskurses angeboten. Für die ersten 2 Monate sollte ich 15 Euro bekommen, danach dann 17. Auf meine Frage: "Sie wissen doch, dass das BAMF den Mindesthonorarsatz für Integrationskurse auf 20 Euro erhöht hat?", wurde mir geantwortet:" Das gilt nur, wenn man im nächsten Jahr auch weiterhin Integrationskurse haben will. Daran sind wir aber nicht interessiert."

Im Laufe des Gesprächs rückte die Mitarbeiterin dann damit raus, dass der Abendbereich nicht gut läuft und sie "das ja nun irgendwie wieder ausgleichen müssten...."

Es gibt nichts, was es nicht gibt......!!!! :-)

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: MR ()
Datum: 02. Juli 2013 18:39

Herr Hamann schrieb:
"Auf meine Frage: "Sie wissen doch, dass das BAMF den Mindesthonorarsatz für Integrationskurse auf 20 Euro erhöht hat?""

Das ist so nicht richtig! Das BAMF hat den Kostenerstattungssatz für Integrationskursträger seit 01.01.2013 von zuvor 2,54 auf 2, 94 Euro angehoben, verbunden mit der Empfehlung! das Lehrkrafthonorar auf mind. 20 Euro anzuheben.Sollte sich der Kursträger nicht daran halten, müsse er nach einem Jahr seine Zulassung neu beim BAMF beantragen.

Das bedeutet, dass der Kursträger wie zuvor auch mit der Lehrkraft das Honorar verhandeln soll, nun jedoch mehr Spielraum hat. Nach wie vor ist die Anzahl der Teilnehmer entscheidend für die Einkünfte des Kursträgers. Im Durchschnitt sind 16 Teilnehmer (20 TN max) in den Kursen. Das bedeutet: 16 TN x 2,94 /TN/UE = 47,04 Euro/UE. Wenn die Lehrkraft also 20 Euro/UE bekommt, behält der Kursträger 27,04 Euro für Verwaltung und Organisation. Ob das gerecht ist, kann ich nicht beurteilen. Dazu müsste man die Kalkulation bzw. Kosten des Trägers kennen. Anzumerken ist noch, dass die Anzahl der TN im Laufe des Kurses von Modul zu Modul wächst. Anfangs sind oft nur 10-12 TN im Kurs.

Leider sind die Kursträger nicht zum Verhandeln bereit, sondern erklären stattdessen "Das BAMF hat das Honorar auf 20 Euro/UE festgelegt" Das ist totaler Blödsinn und ein perfider und zynischer Versuch eines Honorardiktats!!! Viele KollegInnen lassen sich jedoch davon beeindrucken und akzeptieren.

Eines weiß ich aus eigener Erfahrung. 20 Euro/UE sind für mein wirtschaftliches Handeln mittelfristig zu wenig. Ich benötige für die Deckung meiner Kosten und die Bildung einer kleinen Rücklage (Urlaub, Auftragsflaute) als Alleinstehender ohne große Ansprüche (kein Auto, 33qm-Wohnung) mind. 25 Euro/UE!!! bei 25 UE/Woche



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.07.13 19:00.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Roswitha Haala ()
Datum: 02. Juli 2013 18:40

Schande!!!

Diese Rundumverlogenheit bestimmter Anbieter, Institutionen auch behördlichen ...

Wir leben in einer "Wegwerfgesellschaft". Tja, wirf diese Gesell(en)schaft weg! Recycelt natürlich (Letzteres doppelsinnig).

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 02. Juli 2013 21:41

Zitat

Eines weiß ich aus eigener Erfahrung. 20 Euro/UE sind für mein wirtschaftliches Handeln mittelfristig zu wenig. Ich benötige für die Deckung meiner Kosten und die Bildung einer kleinen Rücklage (Urlaub, Auftragsflaute) als Alleinstehender ohne große Ansprüche (kein Auto, 33qm-Wohnung) mind. 25 Euro/UE!!! bei 25 UE/Woche

Es gab bereits früher andere Kalkulationen hier, dass es mindestens 45- 50 Euro/UE sein müssten, um als Freiberufler einigermaßen über die Runden zu kommen - mit Krankenkassen- und RV-Beuiträgen, usw. Auch diese Summe halte ich noch für zu knapp. Familie mit Kindern kann man sich wohl da nicht mehr "leisten"?

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 02. Juli 2013 23:55

Es ist schwer da einen konkreten Betrag zu nennen der erforderlich ist um einigermaßen über die Runden zu kommen. Es ist ja ein Unterschied, ob man in Stuttgart, München oder Frankfurt wohnt oder zum Beispiel in Görlitz, was eine wunderschöne Stadt ist, aber von der Lebenshaltung wesentlich billiger ist.

Dann ist auch die Frage, ob die Auftragslage durchgehend gut ist, oder ob es auch mal magere Zeiten gibt, was eigentlich normal ist. Außerdem muss der Aufwand nicht für alle gleich sein, d.h. die Werbungskosten können unterschiedlich sein.
Vielleicht muss ich ja ein Büro anmieten und das reduziert das Honorar sozusagen wieder.

Ich denke aber dass man mit einem Honorar von 45 € bei guter Auftragslage einigermaßen gut über die Runde kommen kann. Wenn der Partner oder die Partnerin noch einen Halbtagsjob hat, sollte es reichen auch Kinder zu ernähren, obwohl die 45€ Honorar immer noch unter dem Verdienst eines Lehrers in einer staatlichen Schule liegen, mit denen ich trotzdem nicht tauschen möchte.

Über 25€ muss man aber erst gar nicht diskutieren. Entweder heißt das dann Kinderlosigkeit oder Kinderarmut.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 03. Juli 2013 09:29

Zitat

Über 25€ muss man aber erst gar nicht diskutieren. Entweder heißt das dann Kinderlosigkeit oder Kinderarmut.

Ein interessanter Zusammenhang, der da hergestellt wird.

Mein Eindruck ist, dass viele der schlecht bezahlten DaFler an Klitschen und VHSen ledig sind und keine Kinder zu versorgen haben und nur deshalb so weiter vor sich hin wurschteln und Einzeltänzer sind.

Das wäre ja sicher nicht so, wenn Kinder zu versorgen wären und damit auch eine Verabntwortung für andere gefordert wäre außer der für sich selbst. Verantwortung für andere bedeutet ijn diesemn Fall nämlich aussteigen aus der DaF-Klitschenszene und sich anderweitig beruiflich orientieren. Mit Kinderbn lebt man sogar noch besser, wenn man Hartz IV bekommt. Denn da ist klar, was jeden Monat reinkommt und hat eine gewisse Planungssicherheit; bei den Klitschenjobs ist das hingegen nicht der Fall.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Johannes Berndt ()
Datum: 03. Juli 2013 10:06

Ein großer Teil der Angebote richtet sich an Hobby-Lehrer und wird auch von ebendiesen bedient. Damit meine ich "Kollegen", die keine Rentenbeiträge, geringe oder keine Krankenkassenbeiträge und nach Möglichkeit keine Steuern zahlen. 16 Euro brutto sind dann 15 Euro netto. Das ist auch nicht viel, aber für ein Hobby durchaus ok. Meine Hobbys kosten eher Geld, als dass sie was einspielen.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Björn ()
Datum: 03. Juli 2013 11:11

Johannes Berndt schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ein großer Teil der Angebote richtet sich an
> Hobby-Lehrer und wird auch von ebendiesen bedient.
> Damit meine ich "Kollegen", die keine
> Rentenbeiträge, geringe oder keine
> Krankenkassenbeiträge und nach Möglichkeit keine
> Steuern zahlen. 16 Euro brutto sind dann 15 Euro
> netto. Das ist auch nicht viel, aber für ein Hobby
> durchaus ok. Meine Hobbys kosten eher Geld, als
> dass sie was einspielen.


So ists. Ich unterrichte nun schon fast 3 Jahrzehnte an Vhsen, der größte Teil aller KollegInnen im Außer-DaF Bereich sind Hausfrauen, meist OHNE akademische Ausbildung, die über ihre Partner versichert sind etc. Das Honorar ist brutto wie netto und dient als nettes Zusatzeinkommen (Was es dann natürlich auch ist). Der
VHS ist das egal, ein Studium wird nicht vorausgesetzt und ein Dozent mit ebensolchem natürlich auch nicht besser honoriert... Damals standen VHSen übrigens ziemlich am unteren Ende der Honorarskala wogegen heute die Privatklitschen noch schlechter bezahlen. Ein Kursteilnehmer von mir lernt aktuell eine selten unterrichtete Fremdsprache bei inlingua, zusammen mit seiner Frau. Sie bezahlen für Einzelunerricht pro Person 50,-.Die Dozentin (ihres Zeichens Physiotherapeutin!) erhält 15,-

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: MR ()
Datum: 03. Juli 2013 16:45

Björn schrieb:
-------------------------------------------------------

Ich unterrichte nun schon fast 3
> Jahrzehnte an Vhsen, ...
----------------------------------------------------

Dann bist du ja der lebende Beweis, dass es doch funktioniert!!! Oder nicht?

Also so schlecht bezahlt kann der Job nicht sein, dass man ihn freiwillig 30 Jahre macht.


Die Lage ist wirklich nicht gut, aber es wird auch auf hohem Niveau gejammert.

Und 45,- Euro/UE in einem Integrationskurs sind schlechthin utopisch und auch unverschämt. Eine Lehrkraft im öffentlichen Dienst verdient übrigens im Durchschnitt ca. 33,- Euro/UE.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Angelo ()
Datum: 03. Juli 2013 16:50

@ MR:

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, schließlich ist eine Lehrkraft im ÖD fest angestellt, mit allem, was dazugehört, die Lehrkraft in IK ist "frei", und das vor allem von Arbeitnehmerrechten.

Vielleicht überdenken Sie Ihr geringqualifiziertes Posting ja nochmal.

LG!


Angelo

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 03. Juli 2013 19:44

Zitat

Die Dozentin (ihres Zeichens Physiotherapeutin!) erhält 15,-

Na, toll!

Dann ist die Dame ja richtig für den DaF-Unterricht "qualifiziert"...

Was es nicht alles abn Sprachklitschen gibt!

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: slowhand ()
Datum: 03. Juli 2013 20:16

Ich kann allen beipflichten, die realistisch kalkulieren müssen und "nicht nur über die Runden" kommen wollen. Wer Sprachen im Allgemeinen und DaF im Speziellen unterrichtet - und somit dazu beiträgt, dass aus einigen jungen Leuten irgendwann hervorragende Ingenieure, Wissenschaftler oder Ärzte werden -, kann sich m.E. nicht mit 16 €/UE zufriedengeben, wenn er ein normales Mittelklasseleben, evtl. mit Kindern, finanzieren muss.

Als DaF-ler mit Ü10 Jahren Berufserfahrung orientiere ich mich z.B. am TVÖD-Gehaltsrechner (TV-L, NRW) zzgl. Arbeitgeberbeiträgen bei einer 39 Std.-Woche. In der Eingruppierung E13, Stufe 5 macht das 4691,98 €. Der auf die SV-Beträge entfallende AG-Anteil beträgt ca. 1012 €. Macht zusammen 5703,98 €. Hinzu kommen die VBL mit 7,84% und die Jahressonderzahlung.

Auf dieser Basis ergibt sich ein Jahresbrutto von 58649,75 €, ein steuerpflichtiges Brutto von 60632,30 € und ein Sozialversicherungs-Brutto von 62211,82 € (Quelle: TVÖD). Das als Grundlage für eine 39-Std.-Woche genommen (inkl. ca. 15 Std. U-Vor- und Nachbereitung, Organisatorisches,
Prüfungsvorbereitung usw.) ergibt einen Stundensatz von 32,40 € (=1263,60 €/W.).

Auf 20 UE/Woche heruntergebrochen bedeutete das 84,24 €/UE. Etwa so viel wie ein freier Informatiker oder Sanitär-Sachverständiger verdient, weniger als ein freier Ingenieur oder Architekt.

16 €? Ich lach mich schlapp.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Georg321 ()
Datum: 03. Juli 2013 20:31

> Die Lage ist wirklich nicht gut, aber es wird auch
> auf hohem Niveau gejammert.
>
> Und 45,- Euro/UE in einem Integrationskurs sind
> schlechthin utopisch und auch unverschämt. Eine
> Lehrkraft im öffentlichen Dienst verdient übrigens
> im Durchschnitt ca. 33,- Euro/UE.

Wieso soll das denn utopisch sein? Ist Deutschland so ein armes Land? 2 Billionen Euro Schulden, aber 10 Billionen Euro Guthaben. Ein vernünftiges Honorar als "utopisch" zu bezeichnen erinnert mich irgendwie an die Gewerkschaft, das ist nämlich auch deren Motto.
Und im öffentlichen Dienst verdient man 25 € netto, über den Daumen gepeilt.

Entweder zahlen die Träger so, dass man davon leben kann, oder sie bieten solche Jobs eben nicht mehr an. Es geht aber nicht, dass ein Träger sich einen Teil seiner Personalkosten über Hartz IV vom Steuerzahler bezahlen lässt. Wenn der Staat für seine Integrationskurse und seine Weiterbildungsmaßnahmen nicht ausreichend zahlen will, weil er kein Geld für die unteren Bevölkerungsteile ausgeben will, dann gibt es eben keine Bildung mehr!

Wir leben in Deutschland, und wer erwartet von diesem Land noch, dass man sich weiterbilden kann und dass man von einem Vollzeitjob in der Bildungsbranche leben könnte? Oder wer erwartet in Deutschland, dass man nach einem arbeitsreichen Leben eine Rente bekommt, von der man leben kann? Völlig utopisch! Hat es hier noch nie gegeben! Solche Sachen gibt es nur in der Schweiz, aber doch nicht in Deutschland!

Und wie schön, dass überall in diesem Land Menschen in Mülleimern nach Pfandflaschen suchen müssen. Man sieht: in Deutschland muss keiner hungern!

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 03. Juli 2013 21:44

Zitat

Und wie schön, dass überall in diesem Land Menschen in Mülleimern nach Pfandflaschen suchen müssen. Man sieht: in Deutschland muss keiner hungern!

Jaja, es scheint so zu sein, wie dieser Reim es sagt:

Zitat

Deutschland hat Masse,
avber eben keine Klasse!

Wenn das auch für den DaF-Bereich gelten sollte, muss ich mich ja schämen, zukünftig noch DaF zu unterrichten bei dem übertrieben positiven Deutschlandbild,. das die deutsche Kulturpolitik im Auskland verbreitet sehen will.

Aber zurück zu den VHsen...

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Björn ()
Datum: 04. Juli 2013 08:42

MR schrieb:
-------------------------------------------------------
> Björn schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
>
> Ich unterrichte nun schon fast 3
> > Jahrzehnte an Vhsen, ...
> --------------------------------------------------
> --
>
> Dann bist du ja der lebende Beweis, dass es doch
> funktioniert!!! Oder nicht?
>
> Also so schlecht bezahlt kann der Job nicht sein,
> dass man ihn freiwillig 30 Jahre macht.
>
>
> Die Lage ist wirklich nicht gut, aber es wird auch
> auf hohem Niveau gejammert.
>
> Und 45,- Euro/UE in einem Integrationskurs sind
> schlechthin utopisch und auch unverschämt. Eine
> Lehrkraft im öffentlichen Dienst verdient übrigens
> im Durchschnitt ca. 33,- Euro/UE.

Nein, ich bin der lebende Beweis, dass es NICHT funktioniert. Vor 20 Jahren war es letztendlich noch deutlich besser, nicht aufgrund besserer Honorare sondern wegen der Auftragslage. Am Rande: Ein Bildungsträger der damals für Vorläufer der Integrationskurse 35 DM/Std bezahlt hatte, bezahlt aktuell (2010) 16€ !!!
Ich unterrichte nicht, weil ich von dem Sch... Honorar leben oder gar reich werden könnte. Bereits in den 90ern habe ich ein zweites Standbein im gewerbl. Sektor begonnen.
Integrationskurse habe ich zu Anfang noch 2 oder 3 geleitet, aber das werde ich nie wieder tun.

Wie kommst du dazu von 45€ als Unverschämtheit zu sprechen? Für eine Tätigkeit, die ein akad. Studium vorraussetzt, das man sich evtl. (wie in meinem Falle) vom Munde absgepart hat ! Ein Freund von mir fährt einen Wagen einer nicht mehr existierenden schwed. Marke, zum TÜV brachte er ihn zu einer renomm. Werkstatt für ebendiese Automobile. Stundensatz 150€. Natürlich gehen dort Werkstattausrüstung, Versicherungen etc mit ein, wissen wir.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: JK ()
Datum: 04. Juli 2013 13:08

Credentia schrieb:
-------------------------------------------------------
>
Zitat

Die Dozentin (ihres Zeichens
> Physiotherapeutin!) erhält 15,-
>
> Na, toll!
>
> Dann ist die Dame ja richtig für den
> DaF-Unterricht "qualifiziert"...
>
> Was es nicht alles abn Sprachklitschen gibt!


apropos geringqualifizierte Beiträge... da ging es nicht um DaF, sondern um "eine selten unterrichtete Fremdsprache"! Da ist man schon froh, wenn man überhaupt *irgend*jemanden findet, der die gesuchte Sprache spricht und man mit ihm lernen kann.

Man braucht auch nicht immer einen voll akademisch ausgebildeten Sprachlehrer. Natürlich ist dann der Unterricht (im Idealfall) besser und effizienter, aber eben auch teurer (oder sollte es sein). Manche Kunden haben aber das Geld nicht oder ihnen genügt ein "schlichterer" Unterricht. Ist doch ok. Wenn sich dann dennoch voll ausgebildete DaFler auf solche Aufgaben bewerben, ist das doch nicht das Problem de Sprachschule oder gar der Lerner, sie wären doch dumm, wenn sie das Angebot nicht annehmen würden!?

Das Problem ist meines Erachtens einfach, dass zum einen nicht unterschieden wird zwischen den verschiedenen Sprachlern-Märkten (gering vs. hoch qualifizierte Lehrer resp. Anforderungen), und zum anderen, dass der Markt für hochqualifizierte Lehrer sehr(!) eng ist - der für gering qualifizierte ist weitaus größer. Da muss sich dann auch jeder Lehrer selber fragen, ob er nicht auch zu einem solchen Markt beiträgt, wenn er sich überqualifiziert zu geringen Honorarsätzen verdingt.

Nur meine 2 Cent...

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: Johannes Berndt ()
Datum: 04. Juli 2013 13:24

JK schrieb:
-------------------------------------------------------

> Da muss sich
> dann auch jeder Lehrer selber fragen, ob er nicht
> auch zu einem solchen Markt beiträgt, wenn er sich
> überqualifiziert zu geringen Honorarsätzen
> verdingt.

... und keine Beiträge zu den Versicherungen abführt, damit das überhaupt möglich ist.

Als ich eine "Direktorin" mal darauf hinwies, dass ich selbige zahle (im Gegensatz zu allen anderen Lehrern an diesem Institut), entgegnete sie mir, dann sei ich schließlich selbst schuld, wenn das Honorar nicht ausreiche.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: JK ()
Datum: 04. Juli 2013 13:33

Johannes Berndt schrieb:
-------------------------------------------------------
> JK schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
>
> > Da muss sich
> > dann auch jeder Lehrer selber fragen, ob er
> nicht
> > auch zu einem solchen Markt beiträgt, wenn er
> sich
> > überqualifiziert zu geringen Honorarsätzen
> > verdingt.
>
> ... und keine Beiträge zu den Versicherungen
> abführt, damit das überhaupt möglich ist.
>
> Als ich eine "Direktorin" mal darauf hinwies, dass
> ich selbige zahle (im Gegensatz zu allen anderen
> Lehrern an diesem Institut), entgegnete sie mir,
> dann sei ich schließlich selbst schuld, wenn das
> Honorar nicht ausreiche.

das ist schon ... frech. Und dumm. Zumindest ignorant. Man könnte es auch menschenverachtend nennen. Jedenfalls genug Grund, mit der Person nichts mehr zu tun haben zu wollen.

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Re: Ein der Qualifikation angemessenes Honorar beträgt 16 Euro/UE
geschrieben von: aw ()
Datum: 04. Juli 2013 21:20

> > > Da muss sich
> > > dann auch jeder Lehrer selber fragen, ob er
> > nicht
> > > auch zu einem solchen Markt beiträgt, wenn er
> > sich
> > > überqualifiziert zu geringen Honorarsätzen
> > > verdingt.
> >
> > ... und keine Beiträge zu den Versicherungen
> > abführt, damit das überhaupt möglich ist.
> >
> > Als ich eine "Direktorin" mal darauf hinwies,
> dass
> > ich selbige zahle (im Gegensatz zu allen
> anderen
> > Lehrern an diesem Institut), entgegnete sie
> mir,
> > dann sei ich schließlich selbst schuld, wenn
> das
> > Honorar nicht ausreiche.
>
> das ist schon ... frech. Und dumm. Zumindest
> ignorant. Man könnte es auch menschenverachtend
> nennen. Jedenfalls genug Grund, mit der Person
> nichts mehr zu tun haben zu wollen.


... und genauso mit allen, die nicht zahlen?

Zitat JK:
Man braucht auch nicht immer einen voll akademisch ausgebildeten Sprachlehrer. Natürlich ist dann der Unterricht (im Idealfall) besser und effizienter, aber eben auch teurer (oder sollte es sein). Manche Kunden haben aber das Geld nicht oder ihnen genügt ein "schlichterer" Unterricht. Ist doch ok. Wenn sich dann dennoch voll ausgebildete DaFler auf solche Aufgaben bewerben, ist das doch nicht das Problem de Sprachschule oder gar der Lerner, sie wären doch dumm, wenn sie das Angebot nicht annehmen würden!?

Das Problem ist meines Erachtens einfach, dass zum einen nicht unterschieden wird zwischen den verschiedenen Sprachlern-Märkten (gering vs. hoch qualifizierte Lehrer resp. Anforderungen), und zum anderen, dass der Markt für hochqualifizierte Lehrer sehr(!) eng ist - der für gering qualifizierte ist weitaus größer. Da muss sich dann auch jeder Lehrer selber fragen, ob er nicht auch zu einem solchen Markt beiträgt, wenn er sich überqualifiziert zu geringen Honorarsätzen verdingt.


Bestimmte Lernergruppen brauchen also keinen qualifizierten Unterricht und keine qualifizierten Lehrkräfte. Oder sie verdienen es nicht? Etwa die Zuwanderer? Die Leute mit wenig Bildungshintergrund? Oder nur die Leute mit weniger Geld? Denn Firmenkunden haben ja manchmal besser bezahlte Lehrkräfte - also verdienen sie die auch? Auch wenn es "einfache Arbeiter" und keine Akademiker sind?
Machen Grund- und Hauptschullehrer dann auch weniger anspruchsvolle Arbeit als Gymnasiallehrer, weil das intellektuelle Niveau der Lernenden niedriger ist?
Den didaktischen Anspruch am Bildungsgrad der Lernenden pauschal(!) festzumachen, ist doch fragwürdig.

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