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Arbeitsmarkt und Honorare

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Honorare Prüfer
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 12. September 2013 13:22

Es gibt eine ganz konkrete Möglichkeit, wie wir einen Bereich des DaF-Marktes verbessern können und zwar die Prüfertätigkeit.
Manchmal wird man als lizensierter Prüfer von lizensierten Instituten angeschrieben, da diese dringend einen Prüfer benötigen. Sie sind aber nicht bereit, ein einigermaßen angemessenes Honorar zu bezahlen und leider gibt es immer wieder Kollegen, die sich da runterhandeln lassen. Das muss aber nicht sein, wenn wir uns dabei einigermaßen einig sind, denn Prüfer gibt es nicht wie Sand am Meer und es handelt sich ja um eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit, die zum Beispiel Einfluss darauf haben kann, ob jemand als Arzt in Deutschland arbeiten darf etc.

Niemand von uns ist auch wirklich darauf angewiesen und verdient sein Geld ausschließlich als Prüfer. Schlecht bezahlte Prüfungen muss also niemand abhalten.

Ich bitte von daher darum, dass niemand ein Honorar unter 60 € für eine Zeitstunde nimmt, dass die Besprechung vor und nach der Prüfung natürlich ebenfalls berechnet wird und dass auch Fahrtkosten in Rechnung gestellt werden.

Ich weiß, dass der Betrag eigentlich noch viel zu niedrig ist, aber es wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung!

Außerdem wäre es ein Zeichen dafür, dass es doch Solidarität unter den Kollegen gibt.

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Re: Honorare Prüfer
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 12. September 2013 17:10

Richtig, ist eigentlich selbstverständlich. Ich würde sogar noch mehr, etwa 75 Euro, pro Zeitstunde + Fahrtkosten usw. nehmen.

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Re: Honorare Prüfer
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 12. September 2013 21:45

Ich meine mit 60 € ja das Mindesthonorar. Nach oben hin gibt es natürlich keine Grenzen.

Selbstverständlich ist es leider nicht. Ich habe es sogar erlebt, dass meine Coprüfer vor der Prüfung überhaupt nicht über das Honorar geredet haben. Am Ende haben die sich dann sozusagen an mich rangehängt und meine Honorarforderungen kopiert.

Und wenn sie vorher über das Honorar sprechen, lassen sie es sich vom Träger diktieren. Das ist eine absolut unwirkliche Situation. Man stelle sich vor, dass man zum Bäcker geht und sagt, dass man ein Brötchen will und 10 Cent dafür hergibt. Wahrscheinlich fliegt man dann sofort hochkant raus.

Das zeigt einfach, welche Schuld auch die Lehrkräfte teilweise an der miesen Situation haben. Aber warum sollten sie nicht daraus lernen? Auch ich habe da Lehrgeld gezahlt und daraus gelernt.

Also, in Zukunft bitte nur noch Prüfungen mit 60 + X € pro Stunde abhalten. Wenn wir da einheitlich auftreten, wird es auch bezahlt! Und falls es nicht bezahlt wird, finden einfach keine Prüfungen mehr statt!

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Re: Honorare Prüfer
geschrieben von: slowhand ()
Datum: 12. September 2013 22:18

Ich habe das jüngst mit einigen KollegInnen diskutiert. 60 € pro Std. (60 Min.) kam einhellig an, wobei auch zehn €/Prüfling (telc, B1/B2) präferiert/genommen werden. Bei drei Prüflingspaaren/Std. kommt das aufs Gleiche raus. Fk und ggfs. USt kommen hinzu. Zumindest bei den Fk haben einige schon Schwierigkeiten, diese durchzusetzen. Die Vor- und Nachbereitungszeit bietet auch immer wieder Angriffspunkte für die Auftraggeber.

Ich vertrete den Standpunkt - und argumentiere auch so -, dass die Institute für die Prüfungsabnahme pro Prüfling einen nicht geringen Obulus erhalten. Unter 60 €/Std. plus Zusatzkosten lehne ich es ab, zu prüfen. Was mal dazu geführt hat, dass ich den Spieß umdrehen konnte, als ein in der Bredouille sitzendes Institut keinen Prüfer fand.

Das Dilemma ist, dass telc noch immer nicht dazu übergegangen ist, nur Fremdprüfer zuzulassen. Das war vor 2005 noch anders. Inzwischen ist es reines Business geworden. Da schicken Ketten wie Arenalingua, Berlitz oder Inlingua und kleinere Institute ihre Leute zu Prüferschulungen, die dann Prüfungen bei ihren Auftrag- oder Arbeitsgebern in Kursen der KollegInnen Prüfungen abnehmen.

In meinen Augen ist das Kokolores, denn hier wird der hungrige Wolf vors Futter gestellt und ihm bedeutet, er dürfe nicht zubeißen.

Die Sprachschulketten haben darüber hinaus entdeckt, dass es billiger ist, Lehrkräfte in die Prüferschulungen zu schicken (kosten bei telc 40 Euro) und ihnen dann, sofern sie auf Honorar unterrichten, den Unterrichtshonorarsatz zu zahlen; wenn sie im Gehalt stehen, gibt's teilweise gar nichts extra.

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Re: Honorare Prüfer
geschrieben von: Credentia ()
Datum: 13. September 2013 01:44

Ich stehe dem ganzen telc-Quatsch sowieso mehr als skeptisch gegenüber, weil es sich hier m.E. um ein reines Geschäft handelt und für mich einfach nicht nachvollziehbar ist, wie man da neural Prüfungen abhalten kann. Man muss ja nicht nur Prüfungen bezahlen, auch Prüferschulungen und -lizenzen kosten sicher ja.
Für mich gilt ein einfacher Grundsatz: "Wer unterrichtet, muss auch prüfen können". Wenn man nicht prüfen kann, kann man auch nicht unterrichten. Wozu brauche ich dann noch eine Prüflizenz? Hirnrissig!

Da gibt es sicher noch andere und auch bessere Alternativen...

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Re: Honorare Prüfer
geschrieben von: Joseph Roth ()
Datum: 13. September 2013 08:27

Ob die Zertifikate der telc sinvoll sind oder nicht steht auf einem anderen Blatt.
Darum ging es mir hier in erster Linie nicht, wobei diese Diskussion natürlich auch geführt werden muss.

Allzu viele Alternativen dazu gibt es im Moment allerdings auch nicht. Mir fällt da momentan nur der Sprachtest für Mediziner MeDaF ein. Dieser Test ist wirklich objektiv, gut gemacht und es bleibt zu hoffen, dass es mehr davon gibt.

Also, unabhängig von der telc: wenn ich als freiberuflicher Lehrer eine Prüfung abhalte, so muss das wirtschaftlich für mich vertretbar sein, d.h. ich muss dabei Gewinne machen und darf nicht drauflegen.

60 € für eine Zeitstunde als Mindestwert ist von daher besser als die Abrechnung pro Prüfling, da es
1. manchmal nur einen Teilnehmer gibt und ich dann wenigstens 60 € plus Fahrtkosten bekomme
2. Zeitverzögerungen im Prüfungsablauf nicht zu meinen Lasten gehen.


Bei dieser Berechnung tickt die Uhr sobald ich eine halbe Stunde vor Beginn der Prüfung das Haus betrete und zwar bis ich dann am Ende die Unterschrift unter das letzte Formular gesetzt habe.
Alles was honorarmäßig darunter liegt wäre wirtschaftlich nicht vertretbar und müsste somit abgelehnt werden.

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Re: Honorare Prüfer
geschrieben von: slowhand ()
Datum: 13. September 2013 20:35

Ich kann Joseph Roth in Bezug auf die 60 € plus X nur zustimmen.

Die telc-Prüferschulungen, die sich auf die mdl. Prf. beziehen, kosten i.Ü. 40 Euro und dauern einen Tag (ca. acht Zeitstd.). Problem: Die Plätze sind meist schnell belegt und man muss hoffen, über die Warteliste einen Platz zu bekommen, wenn man nicht schnell genug war. Als "Quatsch" würde ich sie nicht bezeichnen.

telc orientiert sich am GER und an BAMF-Kursen. Im Vgl. mit selbstzahlenden ausl. Studenten, die die DSH schaffen wollen, ist das von der Progression her zwar eher schlapp. Dennoch ist es eine gute Übung, wie man eine mdl. Prf. abhalten könnte/sollte. Zwei Sprachschüler unterhalten sich miteinander, die Prüfer halten sich weitgehend raus.

Bei der DSH hat der Prüfling ein Interview mit dem Prüfer. Das ist keine gute Konstellation, weil die Anspannung des Prüflings den Redefluss zu sehr hemmt bzw. einschränkt und der DSH-Prüfer "gottgleich" beurteilen kann.

Wenn man telc Geschäftemacherei vorwirft, ist das unbedingt auch den Hochschulen bei der DSH vorzuwerfen. Die leben vom DSH-Tourismus. Wie auch TestDaf (entwickelt an der Fernuni Hagen), das weltweit Lizenzen vergibt, sobald - überspitzt ausgedrückt - die Unterrichtsräume geeignet sind.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.09.13 20:40.

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