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E-Mail-Infobrief Deutsch als Fremdsprache - WWW-Archiv

Deutsche Bibliothek: ISSN 1439-3611

Der Infobrief Deutsch als Fremdsprache (E-DaF-Info) ist eine kostenlose Serviceleistung des Instituts für Internationale Kommunikation (IIK Düsseldorf e.V.) für Lehrende und Lernende weltweit. Ziel ist insbesondere die Verwendung des Internet als Informations- und Lernmedium zu fördern.

E-DaF-Info Nr. 6-7/1998

Vorwort: Ferien sind nicht gleich Urlaub 
Rechtschreibreform: Unsicherheit beendet 
Die Wichtigste aller Neuerungen 
Rechtschreibreform: Praktisch Relevantes auf einen Blick 
Wie die Deutschen sind ... (kostenloses Lesebuch) 
WWW-Unterrichtstip: Rollenspiel in der Antike 
Landeskunde-Materialien: Arm sein in einem reichen Land 
DaF-Seiten der Monate Juni/Juli: ein Angebot aus Rußland 
Reden über Ausländer: zwei neue Publikationen 
Technischer Tip: Zeichensalat in Mails und WWW 
Internet-Dossier: Sport 
Fußball und die deutsche Volksseele 
Tour de France: Sport, Moral, Kommerz 
Formel 1: Deutsche lieber nicht unter sich 
Tennis: Ende einer Ära
Didaktische Vorschläge zum Internetdossier
Meldung zum Schluß: Internet und Gesundheit 
Vorschau auf die nächsten Infobriefe 
Impressum 

 

 

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten 

des Infobriefs Deutsch-als-Fremdsprache, 

die vorliegende Ausgabe des E-DaF-Infos kommt in der Ferienzeit als umfangreichere Doppelnummer für die Monate Juni und Juli. Danach geht es monatlich wieder mit einer Ausgabe weiter. Gleichzeitig haben wir unser Redaktionsteam erweitert: Mit von der Partie ist jetzt auch Andreas Westhofen. 

A propos Ferien: Das ist etwas sehr Relatives. Hier zumindest wird es jetzt besonders hektisch und es gibt "Urlaubssperre". Denn viele Deutschlerner/innen nutzen Ihre Ferien produktiv und belegen einen Uni-Sommerkurs, so viele wie noch nie davon in Düsseldorf. 

Bei den Kollegen/innen vom Lehrgebiet Deutsch als Fremdsprache eine Tür weiter haben die Sommerkurse schon im Juli begonnen. In wenigen Tagen geht dann die ganz heiße Phase los. Traditionell ist der August der Höhepunkt der Sommerkurssaison. Das IIK Düsseldorf startet dann nach den Lehrerfortbildungsseminaren im Juli auch seine Sommersprachkurse. 

Insgesamt sind über 200 Lernerinnen und Lerner zusätzlich zu den das ganze Jahr über laufenden 10-wöchigen Intensivkursen, den zielgruppenspezifischen Fortbildungsseminaren und den internationalen Hochschulprogrammen auf dem Campus. 

Sommerkurse sind immer etwas Besonderes. Ferien, Sonne (aber leider kein Meer und das Rheinufer ist ein schlechter Ersatz), man lernt Leute aus aller Welt kennen und ist intensiver zusammen als bei den normalen Kursen u.a. bei viel gemeinsamer Freizeit. 

Das gilt übrigens auch auf Seite der Kursleiter/innen. Wir begrüßen im Sommer jedesmal einige Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland (dieses Jahr z.B. aus Italien, Rumänien, Ungarn und den USA), die dann zusätzlich zu den normalen Lehrkräften bei uns unterrichten und Ihre Ferien zu einem produktiven Düsseldorf-Aufenthalt nutzen. 

In den Kursen sind auch einige Schützlinge von AbonnentInnen des E-DaF-Infos. Und vielleicht haben auch Sie Lust, im nächsten Sommer bei uns zu unterrichten. Damit gönnen Sie sich - sofern Sie im Ausland unterrichten - gleichzeitig ein bißchen Abwechslung von Ihren national homogenen Gruppen. Und wenn Sie Ihre Lernerinnen und Lerner einzeln oder als Gruppe zu uns schicken wollen, können wir uns gerne vorher abstimmen. 

Doch das nächste Jahr ist noch weithin. Jetzt gilt es erst einmal, diesen Sommer zu "überstehen". Auch wenn für Sie wie bei uns etwas Streß dabei ist, wünschen wir Ihnen auf jeden Fall eine Menge Spaß. 

In diesem Sinne: Schöne Ferien! 

INSTITUT FÜR INTERNATIONALE KOMMUNIKATION IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER HEINRICH-HEINE-UNIVERSITÄT e.V. 

Matthias Jung/Andreas Westhofen 
 
Redaktionsschluß der Nummer 8/1998: 15.8.98, 24.00h 

 
 
 

Rechtschreibreform: Unsicherheit beendet 

Unsere Nachbarn jenseits des Rheins machen am 14. Juli Revolution von unten und lassen Köpfe rollen, in Deutschland erhält eine Sprachrevolution von oben, die für einigen Aufruhr in der Republik gesorgt hatte, den endgültigen amtlichen Segen. Die Gegenüberstellung ist etwas an den Haaren herbeigezogen, aber Sie wissen, worum es geht: die Rechtschreibreform. 

Am 14. Juli hat das Bundesverfassungsgericht (BVG) die Klage eines Elternpaares gegen die Rechtschreibreform abgelehnt. Das BVG hat entschieden, daß die Rechtschreibreform auch ohne ein entsprechendes Bundesgesetz auf dem Erlaßweg von den einzelnen Ländern eingeführt werden kann. Damit tritt die Neuregelung, wie von der Kultusministerkonferenz ursprünglich beschlossen, definitiv am 1.8.1998 in Kraft. In vielen Bundesländern lernen im übrigen die Grundschulkinder schon seit 2 Jahren nach den neuen Regeln. 

Eine Kuriosität gilt es noch nachzutragen: In Schleswig-Holstein wird diesen Herbst eine Volksabstimmung über die Rechtschreibreform entscheiden. Das ist rechtlich möglich, da es kein Bundesgesetz gibt. Die Ablehnung der Reform in Schleswig-Holstein würde zu der absurden Situation führen, daß in einem kleinen Teil Deutschlands eine andere Rechtschreibung gilt als im Rest der Republik und den anderen deutschsprachigen Ländern. Ob das die laut Umfragen immer noch in einer deutlichen Mehrheit befindlichen Gegner der Rechtschreibreform im hohen Norden zurückschrecken läßt? 

Also: ganz ausgestanden ist die Sache noch nicht, aber trotzdem An der Rechtschreibreform führt kein Weg mehr vorbei. Das Thema hängt auch allmählich allen zum Halse raus. Und in der Zwischenzeit sind bereits Fakten geschaffen worden - nicht zuletzt in den DaF-Lehrbüchern. 

Fraglich ist nur, wie weit sich die Rechtschreibreform in der normalen Schreibpraxis der Deutschsprachigen durchsetzen wird. Zu vielfältig sind die Bestimmungen, zu groß bleibt die Zahl der Ausnahmen und der Widerspruch zwischen etabliertem Gebrauch und systematischen Regeln. Deswegen werden wie bisher auch viele gar nicht merken, daß sie zum Teil schon immer nach den neuen Regeln geschrieben haben, zum Teil immer noch nach den alten schreiben oder nach alten wie neuen Regeln falsch schreiben. Tröstlich ist: Niemand wird alles richtig, niemand wird alles falsch schreiben. 

Angesichts der Übergangsfristen und der bewußt erhöhten Zahl der Doppelschreibweisen wird es sicherlich eine mehrere Jahrzehnte dauernde Zeit geben, in der sich bestimmte Neuerungen der Rechtschreibreform durchsetzen, andere scheitern werden. Doch geht es hier um eine Variabilität, die auch früher schon zu beobachten war und nicht unbedingt auffällt. Und Rechtschreibung ist nicht Statisches, das sich ein für allemal festschreiben läßt. 

Wir berichten im folgenden über die wichtigsten Regelungen, die eine tatsächliche praktische Relevanz haben. Spätestens jetzt muß sich nämlich jeder, der Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache lehrt, mit der Rechtschreibreform auseinandersetzen - aber nicht so verbissen, wie manche der Gegner oder Befürworter das betreiben. 
 

 

 
 

Die wichtigste aller Neuerungen 

Die wichtigste aller Veränderungen - und sie wird sich bestimmt durchsetzen - können wir hier im E-DaF-Info gar nicht richtig zeigen: die Neuregelung der ss/sz-Schreibung. Siesorgt nicht nur für die meisten Veränderungen, sondern ist auch eine Hilfe bei der Aussprache. 

Im Unterschied zu früher wird jetzt konsequenter nach kurzem Vokal ss und nach langem Vokal bzw. Diphtong scharfes s geschrieben. So konnte man ja schon immer - ausser im E-Mail - die beiden Wörter: "Masse" und "Masse" unterscheiden. Die alte Sonderregel, daß Doppel-S nur zwischen zwei Vokalen und niemals im Auslaut oder vor weiteren Konsonanten geschrieben wird, entfällt damit. 

Dadurch ändert sich die Schreibung von einigen Wörtern von scharfem s zu ss: 

  • du musst, der Fluss (wie ja schon der Plural "Flüsse"), der Hass, sie küssten sich, Lass das! usw.

Auch die Konjunktion "daß" schreibt sich nun mit zwei s, wird aber immer noch vom Relativpronomen "das" orthographisch unterschieden - phonetisch gesehen natürlich keineswegs konsequent, denn die Aussprache von Relativpronomen und Konjunktion ist absolut identisch. 
 

Rechtschreibreform: Praktisch Relevantes auf einen Blick 

Wir werden in den folgenden Nummern des E-DaF-Infos weitere konkrete Beispiele bringen, von denen wir meinen, daß sie Ihre Praxis berühren und nicht Spitzfindigkeiten sind, über die sich nur Pedanten ereifern können. Hier zunächst drei "Pi-mal-Daumen-Regeln": 

Im Zweifelsfall jetzt eher groß (Ausnahme: übertragene Ausdrücke mit Adjektiv wie "schwarzes Brett") 

  • im Zweifelsfall jetzt eher auseinander schreiben
  • die Trennung erfolgt jetzt konsequenter nach Sprechsilben, auch bei Fremdwörtern und st (jetzt also "Wes- te" und "Pä-da-go-ge")

 Und hier eindeutige Einzelfälle: 

  • die Personal- und Possessivpronomen der 2. Person (Du, Dein, Ihr, Euer, Euch) jetzt auch in Briefen wie schon immer in der wörtlichen Rede klein schreiben
  • die entsprechenden Pronomen der 3. Höflichkeitsform:Sie/Ihr/Ihnen bleiben aber groß, weil die Klein-Groß-Differenz eine unterscheidende Funktion hat
  • mit "und" verbundene Hauptsätze nicht mehr durch Komma trennen

 Bewußt ausgelassen sind in unserer Liste Regeln zur Fremdwortschreibung: Es gibt zwar den Versuch, diese Schreibweisen stärker einzudeutschen, aber dem geben wir - außer bei den lateinisch-griechischen Fremdwörtern - wenig Chancen. Zur Fremdwortschreibung läßt sich nicht einmal eine sinnvolle Grobregel formulieren: Es gibt nur eine Ansammlung von Einzelfällen. Die "alten" Schreibweisen sind noch sehr lange als Nebenvariante zulässig. 

Erschöpfende Auskünfte incl. der vollständigen amtlichen Rechtschreibliste und dem Regelverzeichnis zum Herunterladen, einem Online-Pressespiegel, Diskussionstexte, Tests gibt es hier: 

                                       http://www.ids-mannheim.de/reform 

 
 

Wie die Deutschen sind ... (kostenloses Lesebuch) 
 
Unter dem Titel "Mein Deutschlanbbild" hat der DAAD Bonn ein schönes Bändchen im Taschenkalenderformat herausgegeben. Darin berichten ausländische Preisträgerinnen und Preisträger über ihre Erfahrungen in Deutschland. Der Band ist sehr abwechslungsreich, die Beiträge bunt - aus allen Kontinenten außer Australien und der Antarktis - gemischt und gut geschrieben, jenseits der sattsam bekannten Klischees mit Ecken und Kanten. 

Da ist Jing Wang, die eines Tages merkt, daß sie nicht mehr "Blödchen" sagt, sondern "Brötchen" artikulieren kann. Dieser Tag wird zu einem "Wendepunkt in ihrem Leben" (Es lebe der Ausspracheunterricht!). Jean Atto-Soumbou aus Kamerun findet er habe sehr viel Glück in seinem Studium gehabt, mehr als die meisten seiner ausländischen Kommilitonen, und Machino Totani aus Japan wundert sich, daß Männer über 30 Jahre immer noch öffentlich Eiskrem und Süßigkeiten essen. 

Das Buch gibt‘s kostenlos beim DAAD (http://www.daad.de) (Hinweis von Astrid Jährling, IIK Düsseldorf) 
 

 
 
 

Unterrichtstip: WWW-Rollenspiel 

Kennen Sie die gerade unter Jugendlichen so beliebten PC- und Internet-Abenteuerspiele? Schroedel - ein wichtiger Schulbuchverlag, aber ohne spezifisches DaF-Angebot, hat unter 

http://www.schroedel.de/images/rollenspiel/00000000.htm 

ein kleines Rollenspiel mit pädagogischen Hintergedanken ins Netz gestellt. Inhaltlich geht es um einen römischen Schüler zur Zeit Cäsars, der seinen Vater vor einem Attentat bewahren soll. Es stehen jeweils 1-3 alternative Handlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Ist man unternehmungslustig, rettet man durch direkte Intervention bei Cäsar seinen Vater vor einem Meuchelmord, wenn nicht muß man mitansehen, wie der Vater hinterrücks erstochen wird. Jeder der ca. 100-150 Wörter lange Einzeltexte des Rollenspiels wird durch ein kleines Bild illustriert. 

Zwar ist dieses Rollenspiel offensichtlich für den Geschichtsunterricht gedacht, aber es ist auch sehr gut als freie Hausaufgabe in der Mittel- und Oberstufe oder als Partnerübung im PC-Unterricht denkbar. Dann diskutieren die Lerner jeweils in der Gruppe oder zu zweit über die beste Handlungsalternative. Die Schüler können "ihre" Version des Rollenspiels anschließend auch mündlich oder schriftlich nacherzählen. 

Ein zweites Rollenspiel nach dem gleichen Muster und mit dem Titel "Gewalt in der Schule" ist vielleicht noch pfiffiger, aber sprachlich ungleich schwerer. Das liegt am verwendeten Jugendjargon, der recht realistisch ist und deswegen teilweise derb-vulgär daherkommt. Es gibt einen bösen und einen guten Weg. Das Ende soll man erfinden und kann (konnte - das hängt davon ab, wann Sie diesen Brief lesen) dabei Preise gewinnen. 
 
Die vorgeschlagene Seite öfters mal besuchen und sprachlich guten Lernern allgemein empfehlen: Neue Geschichten und Preise werden laut Ankündigung regelmäßig ergänzt! 

 
 

Landeskundeheft: Arm sein in einem reichen Land 

Die Koerber-Stiftung (Hamburg) hat in ihrer Reihe "Miteinander in Europa - Lese- und Arbeitshefte zur deutschen Landeskunde" ein neues Heft mit dem Titel "Arm sein in einem reichen Land" veröffentlicht. Erstellt wurde das Heft in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Körber-Stiftung und des bulgarischen Deutschlehrerverbandes. Das Heft ist sehr ansprechend gestaltet und kann in der Mittel- und Oberstufe eingesetzt werden. Es kostet im Inland 14 DM, kann aber - insbesondere im mittel- und osteuropäischen Ausland - auf Anfrage auch in Klassensätzen weitgehend kostenlos bezogen werden. Weitere Infos zur Heftreihe und der Koerber-Stiftung: 

http://www.stiftung.koerber.de 
 

 
 

DaF-Seiten der Monate Juni/Juli: ein Angebot aus Rußland 
 
In unserer Reihe Internet-Seiten und ihre MacherInnen ist unsere Wahl diesmal auf die von Hartmut Schönherr(Moskau) erstellten Seiten gefallen. Während seines Lektorats in Moskau hat er ein bemerkenswertes Angebot auf die Beine gestellt. Hartmut Schönherr, den wir um ein paar Zeilen über sich und seine Webseiten gebeten hatten, schreibt uns: 
 
Studiert habe ich in einem Doppelstudiengang Kunstgeschichte, Italienisch, Empirische Kulturwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Freiburg, Köln und Tübingen. Promotion in Philosophie. Zusatzausbildung in Deutsch als Fremdsprache. Berufstätigkeit als Journalist, Leiter studentischer Theatergruppen, Dolmetscher und Deutschlehrer in Italien, DaF-Dozent am Sprachinstitut Tübingen (SIT), DAAD-Lektor in Kasachstan und der Russischen Föderation. 
  
Mein Lektorat in Moskau endet am 30. Juni dieses Jahres, anschließend Rückkehr nach Deutschland mit einem Lehrauftrag an einer deutschen Hochschule. Danach habe ich mit DaF auf unbestimmte Zeit jedoch bestenfalls im Bereich Literaturdidaktik zu tun. Aber wer weiß, vielleicht führen mich ja die Winkelzüge des Arbeitsmarktes schneller wieder mit DaF und Wirtschafts-DaF zusammen, als ich jetzt vermute. 
  
Ich bin zum Internet eher aus praktischen Gründen denn aus Surf- und Homepageleidenschaft geraten. Allerdings muß ich gestehen, daß ich inzwischen schon verstehe, wie auch eine Homepage zum "Zuhause" werden kann. Es bringt ein kleines Kribbeln, immer wieder die ‚eigene‘ Seite im Netz zu sehen. Nicht so toll wie das eigene Buch in der Buchhandlung, aber doch ganz nett. Und - z.B. durch diese faszinierenden Besucher-Zähler, wieviele waren es heute? - sehr interessant, psychologisch meine ich, in der Selbstbetrachtung." 
 
Soweit O-Ton Hartmut Schönherr, unser DaF-Webseitenmacher der Monate Juni/Juli. Über unsere Themenseite 
  http://deutsch-als-fremdsprache.de   
finden Sie nicht nur die URL und unseren Kommentar, der die Qualitäten dieser Link-Seite hervorhebt, sondern auch Bilder, die ein bißchen Einblick in das Ambiente geben, in dem die Seiten von Hartmut Schönherr entstanden sind. 
 
Gleichzeitig können Sie dort weitere Beispiele aus unserer Reihe: Webseiten und ihre MacherInnen entdecken. Schauen Sie regelmäßig rein, dann wird das Netz für uns alle etwas persönlicher. Und Sie entdecken vielleicht auch noch manches WWW-Juwel, das Sie nicht kannten. 

Machen Sie uns Vorschläge für die DaF-Seiten des Monats oder bewerben Sie sich selber mit Ihrem Angebot! 

 
 

Reden über Ausländer: zwei neue Publikationen 
 
Obwohl wir normalerweise nicht über reine Printpublikationen im E-DaF-Info berichten wollen, werden wir diesmal schwach - mit gutem Grund: wir sind selber an diesen Publikationen beteiligt, das Thema hat einen landeskundlichen Zusammenhang mit Deutsch als Fremdsprache und passende Web-Adressen gibt es auch. Worum geht es? Kurz gesagt um linguistisch-medienwissenschaftliche Untersuchungen und Reflexionen darüber, wie man in Deutschland über "die Fremden" schreibt, redet und damit auch denkt. Hauptsächlich in der Presse, aber auch in Alltagsgesprächen. 
 
Beide Sammelbände teilen nicht nur einige der Beitragenden, sondern haben zudem einen internationalen Aspekt: Es geht über die deutschsprachigen Länder hinaus auch um den australischen, britischen oder französischen Pressediskurs über Ausländer oder - wie z.B. im Beitrag von Andreas Westhofen aus dem Band von Bernd Scheffer - um den jüngsten niederländischen Deutschland-Diskurs. 

Der erste Sammelband ist stärker sprachwissenschaftlich orientiert: 
 
Matthias JUNG, Martin WENGELER und Karin BÖKE (Hg.): Die Sprache des Migrationsdiskurses. Das Reden über Ausländer in Medien, Politik und Alltag. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997, ISBN 3-531-12924-4, 405 Seiten, DM 78,Inhaltsverzeichnis, Bilder und Infos zu den Beitragenden und einiges mehr gibt es im Web unter 
  http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ1/dfg_proj.htm   
Der zweite Sammelband hat ein stärker medienwissenschaftliches Profil und widmet sich den brisanten und "unbequemen" Fragestellungen im Medien-Diskurs, jenseits von kulturkonservativen Erklärungsmodellen und optimistischen Lösungsvorschlägen: 
 
Bernd SCHEFFER (Hg.): Medien und Fremdenfeindlichkeit. Alltägliche Paradoxien, Dilemmata, Absurditäten und Zynismen. Opladen: Leske + Budrich 1997, ISBN 3-8100-1917-8, DM 39,Eine Kurzfassung des Einleitungsessays von Bernd Scheffer können Sie im Münchner Online-Magazin "Medienobservationen" nachlesen, in dem noch weitere kultur- und medienkritische Beiträge abgelegt sind:  http://www.medienobservationen.uni-muenchen.de/Fremde.html 

 
 
 

Technischer Tip: Zeichensalat in Mail und Web 

Sicherlich haben auch Sie sich über seltsame Hieroglyphen in Ihrer elektronischen Post oder auf Web-Seiten gewundert. Und vielleicht sind auch Ihre Mails recht unleserlich oder unprofessionell aussehend bei den Adressaten angekommen - hoffentlich aber niemals unsere Infobriefe. Wir verwenden viel Zeit und Mühe darauf, die Infobriefe für alle so lesbar wie möglich zu machen und verwenden nicht zuletzt ein spezielles E-Mail-Layout (im WWW-Archiv der Infobriefe dann ein spezielles WWW-Layout) 

Wir ersparen Ihnen die technischen Einzelheiten und fassen hier die wichtigsten Tips aus unserer Praxis zusammen: 

  • Sonderzeichen und Formatierungen in Mails (fett, kursiv, verschiedene Farben) nur verwenden, wenn Sie mit bestimmten Personen regelmäßig E-Mail-Kontakt pflegen und ausprobiert haben, daß Sonderzeichen und Formatierungen korrekt ankommen
  • auch innerhalb des gleichen Landes/Sprachraums ist die korrekte Übermittlung kulturspezifischer Sonderzeichen keineswegs garantiert
  • nicht zu den Sonderzeichen zählt etwa der Bindestrich. Er kann deswegen wie in diesem Infobrief gut zur Unterstreichung und Hervorhebung von Überschriften verwendet werden
  • Alle Angaben im Kopf des Mails (Absender, Empfänger, Betreff) immer ohne Sonderzeichen, auch wenn diese im eigentlichen Text selber korrekt ankommen
  • Wenn Sie einen Eindruck bekommen wollen, wie Ihre Mails evtl. verstümmelt werden, schicken Sie mal eine Nachricht mit Formatierungen und Sonderzeichen an eine wissentlich falsche E-Mail-Adresse. Das dann mit Fehlermeldung zurückgesandte Mail entspricht dem, wie internationale Partner ihr Mail u.U. empfangen
  • besonders schwierig wird es natürlich bei der Verwendung von anderen als dem lateinischen Schriftsystem (etwa Kyrillisch, Griechisch oder Chinesisch). Soweit man die betreffenden Zeichensätze in seinem WWW-Browser installiert hat - und die neuren Versionen bringen in der Regel mehrere Zeichensätze von Haus aus mit - gibt es keine Probleme, bei der Anzeige "exotischer" WWW-Seiten. Wenn doch, müssen Sie die betreffenden Zeichensätze nachinstallieren und brauchen vielleicht Expertenrat.
  • sehr viele und sehr lange, besonders kryptische Hieroglyphentexte in Mails sind meist verunglückte angehängte Bild-, Text- oder Tondateien ("Attachments"). Hier gibt es immer noch Kompatibilitätsprobleme, obwohl sich der sogenannte MIME-Standard mittlerweile weitestgehend durchgesetzt hat. Bei ständigen Problemen müssen Sie sich mal die Attachment-Einstellungen in Ihrem Mailprogramm ansehen und verändern. Tritt der Fehler nur einmalig auf, liegt‘s am Absender/Empfänger oder an den echten und insofern einmaligen Übertragungsfehlern, wie sie manchmal vorkommen.

Unser grundsätzlicher Tip: Bei komplizierteren Sachen und elektronischen Erstkontakten immer zunächst einmal mit dem Partner (weniger wichtige) "Testmails" bzw. "Testattachments" austauschen und Rücksprache halten. Hat beim Test alles geklappt (und der Partner damit auch unter Beweis gestellt, daß er mit der E-Mail-Technik auf der gleichen Stufe wie Sie zurechtkommt), haben Sie einen verläßlichen E-Mail-Kontakt etabliert. Vorher sollten Sie nichts von Bedeutung an diesen Partner elektronisch verschicken. 

 

 
 

Sport: Brot und Spiele (Internet-Dossier) 
 
Welches Thema bietet sich im Sommer mehr an als der Sport? Die Monate Juni, Juli und August sind mit Großereignissen reichlich gesegnet. Und natürlich geht es uns weniger um die Statistik und Ergebnisse als vielmehr um das Landeskundlich-Psychologische, das sich im Verhältnis einer Kultur zum Sport und ihren modernen Gladiatoren entdecken läßt. 
 
Außerdem: Sport verbindet über Grenzen hinweg und die bekanntesten Österreicher, Schweizer oder Deutschen sind selten Politiker, sondern meistens die Beckers, Grafs, Musters, die Klinsmanns, Bierhoffs und Polsters, die Schumachers, Bergers und Laudas, die Romingers und Ullrichs dieser Welt - darauf kann man schon im Anfängerunterricht manch nette Übung aufbauen. 
 
Im Fortgeschrittenenunterricht lassen sich hier heftige Diskussionen anzetteln: über Themen wie "Sport und Nationalstolz/Chauvinismus", "Sport und Kommerz", "Sport und Doping", "Fairplay", "Sport als Opium fürs Volk?", "Sport und Gewalt", über persönliche und nationale Lieblingssportarten, über die eigenen Idole. Konkret geht es in unserem Internet-Dossier um vier Sportarten und Großereignisse: Fußball-WM, Tour de France, Tennis und Formel 1. 
 
In Deutschland ist diesen Sommer übrigens der Sport-Katzenjammer groß: WM-Pleite, Ende der Becker- und Graf-Ära, Jan Ulrich bei der Tour de France abgehängt und auch Michael Schumacher scheint den Formel1-Weltmeistertitel wieder einmal zu verpassen. 
 
Aber langsam, eins nach dem anderen. Und bevor wir zu den Einzelsportarten schreiten, erst ein paar allgemeine Sport-Links, mal ernst-enzyklopädisch, mal skurril-witzig 
 
Eine sehr übersichtliche Startseite zum Thema mit allen wichtigen und weniger wichtigen Sportarten finden Sie unter  http://www.dino-online.de/sport.html 

Hier dürfte jeder Lerner fündig werden, was seine Lieblingssportart angeht. 

Aktuelle Sportnachrichten, Pressespiegel, Dossiers zu Ereignissen, SportlerInnen-Infos und Links gibt es unter den URLs  http://www.sportpresse.de/  und  http://www.sport.de/ 

Auf der letztgenannten Webseite kann man zusätzlich auf ein umfangreiches Archiv zur Sportgeschichte zurückgreifen, das sich als Recherche-Basis längerer Referate anbietet. 

Einen Ausgangspunkt für eine intensive Beschäftigung mit der deutschen Sportgeschichte - oder auch einfach als Infoquelle für Quizfragen – kann eine Liste dienen, auf der alle deutschen "SportlerInnnen und Mannschaften des Jahres" seit 1947 nachzulesen sind: 
  http://www.sport.de/wissen/spodeja/welcome.html   
Sprachspiel und Sprachwitz sind beim Reden über Sport nicht direkt ausgeschlossen - auch wenn wir nach der Fußball-WM wieder einmal diesen Eindruck gewinnen mußten. Das demonstriert uns Olli Dietrich in seiner RTL-Samstagnacht-"Spocht"-Kolumne immer wieder auf‘s Neue demonstriert ("Spocht" hat nichts mit der Rechtschreibreform zu tun, ist weder Tipp- noch Sprachfehler, sondern einfach eine bewußt phonetische Schreibweise, die "aufhorchen" läßt): 
  http://www.rtl.de/samstag/spocht.html   
Leider gibt es hier nur wenige Auszüge. Dafür kann man eine besonders moderne Form des Leseverstehens üben: das sogenannte BHL (=Bildschirm-Hochgeschwindigkeitslesen): Die "Spocht-Meldungen" werden zügig auf dem Bildschirm abgerollt. Ist das letzte Wort erschienen, verschwindet die ganze Nachricht und es folgt Meldung Nr. 2. 
 
Insgesamt sind es 5 Nachrichten von unterschiedlicher sprachlicher Schwierigkeitsstufe und variabler Witzqualität, aber das wird jeder anders sehen. Humor - da scheiden sich die Kulturen, Generationen und Individuen (wieder ein Thema mehr für eines unserer Internet-Dossiers) 
 
Hier eine der einfacheren Meldungen als Kostprobe (per Hand notiert, denn gemeinerweise läßt sich die Laufschrift nicht speichern oder kopieren!): 
 
"Reiten: Paul Schockemöhle hat sich von seiner Lieblingsstufe getrennt. Der Holsteiner Reiter bekommt das Haus, sein Ex-Pferd das Sorgerecht für die Kinder" 
 
Wenn Sie darüber gelacht haben, versuchen Sie es doch einmal mit diesem Webangebot als Sprach-Sensibilisierung für die Oberstufe. Oder sie betrachten die Seite einfach als sprachlich höchst anspruchsvolle Unterhaltung für sich und die Kollegen/innen da draußen im Internet an ihren Computern. 

 
 
 

Fußball und die Volksseele 
 
Nun ist sie leider vorbei, sagen die einen, schade, wieder nicht bei einer Fußball-Wette gewonnen, sagen die anderen. Trauer aller Orten also und bis zur EM in den Niederlanden und Belgien sind es noch zwei lange Jahre... 
 
Grund zum Jubel gab es kaum: Österreich in der Vorrunde ausgeschieden, Deutschland vom Außenseiter Kroatien mit einer 3:0-Packung zum Duschen geschickt. Und außerhalb des Spielfeldes? Da sah es erst recht finster aus: Deutsche Hooligans schlagen einen französischen Polizisten halbtot und der Bundestrainer gibt sich als beleidigte Leberwurst, die das Ausscheiden seiner Mannschaft einem Anti-Deutschland-Komplott anlastet. 
 
Für diesen peinlichen Auftritt mußte Berti Vogts hinterher seinen Gang nach Canossa antreten. Deutschland deine internationalen Repräsentanten! Häme und Spott brachen über den dünnhäutigen Bundestrainer herein, der - wie andere WM-Trainer auch - zum Sündenbock der Nation wurde, doch am Ende seines medialen Spießrutenlaufens wollte/durfte er bleiben: deutsche Treue oder deutsche Sturheit? 
 
Statt solchen landeskundlich tiefschürfenden Fragen kann man sich natürlich auch erst einmal mit Zahlen und Fakten begnügen. Denn wozu gibt es dann diese kompakte Übersicht zum allerschönsten Sport im Netz? Doch wohl nur um die Freude der Sprachstudierenden am Fußball auf den Unterricht überschwappen zu lassen: 
  http://www.dino-online.de/seiten/go07f.htm   
Die Diskussion um den so gescholtenen Bundestrainer, der übrigens in der Nähe Düsseldorfs wohnt, und das erwartete, aber trotzdem irgendwie nicht akzeptierte Ausscheiden von "Berti Buben" mit Texten aller Fußballkundigen des Landes ist nachzulesen unter: 
  http://www.tvtoday.de/wm98/   
Millionen wußten es besser, aber Bundestrainer Hubert Vogts, von allen nur "Berti" genannt, wollte ja nicht auf den geballten Fußballverstand der Nation hören. Dabei hat man vor dem Bildschirm, unterstützt von einer Flasche Bier und einer Tüte Chips doch logischerweise den besten Durchblick. Und heutzutage im Internet-Zeitalter könnte man eine Mannschaft leicht per Mehrheitsmausklick aufstellen! 
 
Da Deutsche offensichtlich ein Volk von begnadeten Fußballtrainern sind, ist es nachgerade tragisch, daß immer die falschen das Amt bekommen. Aber wie steht es eigentlich mit den Fußballregeln? Die sollte man dann schon kennen. 

Dafür gibt es jetzt den "Pfeifen-Test für Fußball-Fans", denn "Schuld ist immer der Schiedsrichter" – wie wir spätestens seit Berti Vogts Vorwürfen nach der Niederlage gegen Kroatien wissen. Hier besteht nun die Möglichkeit, seine Regelfestigkeit in den absuirdesten Situationen auf dem Fußballplatz unter Beweis zu stellen, denn das nächste Spiel kommt bestimmt: 
  http://www.universum.de/pz/pz94/pfeifentest.html 

 

 
 

Sport, Kommerz, Moral: die Tour de France  
 
Nach dem bisher recht verregneten Sommer setzte die Fahrradindustrie alle Hoffnungen auf Jan Ulrich, um wie schon im letzten Jahr nach dem 1. Sieg eines Deutschen bei der Tour de France den Umsatz kräftig anzukurbeln. Tja, war wohl nichts dieses Jahr. Weder kann Ulrich seinen Titel verteidigen noch stehen Fahrräder und Zubehör im Vordergrund des Medieninteresses. Die Tour wurde durch den Doping-Skandal zum moralischen und finanziellen Desaster - hervorragender Diskussionsstoff im Unterricht. 
 
Dabei setzt sich der kollektive Ausflug junger Männer in die Weiten des französischen Hexagons mit anschließender euphorischer Begrüßung auf der schönsten Straße der Welt (O-Ton Paris-Werbung), bekannt als Tour de France, im Internet technisch perfekt fort. 
 
Aktuelle Berichte zur Tour, den Fahrern, dem Doping sowie eine ansprechende Routen-Karte sind unter 
  http://www.express.de/tour/   
abrufbar. Die Homepage des Telekom-Teams Texte versorgt die Fangemeinde mit Texten zu allen Fahrern, so daß auch die sog. "Wasserträger" an die mediale Oberfläche gespült werden: 
  http://www.team-telekom.de/   
Nett für den Unterricht und Fahrradfans ist das "Audio-Tagebuch", das man auf der hevorragend gemachten Seite des Telekom-Teams unter 
  http://www.tourdefrance.de   
findet. Hier kann man sich kurze Stellungnahmen vor und nach jeder Etappe anhören, darunter auch etliche mit diversen ausländischen - meist niederländisch-französischen Akzentfärbungen (Real-Audio-Plug-In erforderlich) 

 
 
 

Formel 1: Deutsche lieber nicht unter sich 
 
Die Formel 1 wird derzeit deutsch dominiert: Bei den Fahrern ist eindeutig Michael Schumacher in seiner Verfolgerrolle der Star und bei den Wagen sind die McLaren-Mercedes im Moment die besten. Doch die von der populären Presse gern herbeigeredete "Traum-Allianz" Mercedes und Schumacher wird wohl nie zustandekommen. 
 
Mercedes baut lieber auf den finnischen Fahrer Mika Häkkinnen und den Schotten David Coulthard, Schumacher bleibt lieber bei Ferrari - zu unterschiedlich sind die Konzeptionen, die dahinter stehen, und die finanziellen Konditionen, die beiden Seiten vorschweben. Was lernen wir daraus? Wenn‘s um den Erfolg und viel Geld geht, ist Nationalität zweitrangig und: deutsch und deutsch gesellt sich nicht unbedingt gerne. 
 
Das gilt übrigens erst recht für die beiden deutschen Top-Fahrer der Formel 1, Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen. Sie kommen zwar aus der gleichen Gegend (Niederrhein), können sich aber überhaupt nicht leiden. Daran soll nicht zuletzt die Frau Schumachers und ehemalige Freundin Frentzens schuld sein - aber Klatsch, Tratsch und die Regenbogenpresse behandeln wir in einem anderen Internetdossier! 
 
Selbst auf seinen jüngeren Bruder Ralf Schumacher, der ebenfalls in der Formel 1 fährt, war der "große Schumi" schon mächtig sauer, weil er durch dessen ungestüme Fahrweise indirekt in Karambolagen verwickelt wurde. Also reichlich Stoff, um auch zwischen den Rennen die Fans zu beschäftigen 
 
Die größte Datenbank zum Thema ist im Netz unter der URL 
  http://193.189.230.52/WWW/Formel1.nsf/WWWPages/Startseite?OpenDocument   
zu erreichen. Längere "Schumi"-Artikel, die nicht nur das Herz der Fans erfreuen, sondern auch die Unterrichtsrecherche vereinfachen bieten 
  http://www.tvtoday.de/TVT/sport/f1_formel1/news/news.hbs?PATH=news.hbs&TARGET=content   
sowie der "Schumi"-Chat der Kölner Boulevardzeitung Express. Beide verdeutlichen den Starkult rund um den Rennfahrer vom Niederrhein: 
  http://et.cologne-guide.de/fo/index.cfm?forum_id=19&thema_id=86   
Beim Starkult angekommen, darf das Kurzporträt mit Foto und Rennbiografie und persönlichen Vorlieben natürlich nicht fehlen. Als Basis für einen zu erstellenden Fragenkatalog in der Grundstufe geeignet: 
  http://193.189.230.52/WWW/Formel1.nsf/WWWPages/SchumacherMichael?OpenDocument   
Für den zweiten, erfolgreichen Rennfahrer aus dem Rheinland, Heinz-Harald Frentzen, gibt es ebenfalls ein Kurzporträt mit Foto, einer Rennbiografie und persönlichen Infos: 
  http://193.189.230.52/WWW/Formel1.nsf/WWWPages/FrentzenHeinz-Harald?OpenDocument   
Um die Familienidylle zu komplettieren hier noch ein Link zum kleinen Bruder Ralf Schumacher mit Kurzporträt, Foto und Rennbiografie: 
  http://www2.sportbild.de/new/formel1/teams/fahrerinfo.hbs?ident=rschumi   
Wer auf den ganzen (Renn-)Zirkus pfeift oder die ewigen Platitüden der sog. Boxen-Reporter nicht mehr hören kann, sollte sich auf der Formel-Satire-Seite etwas Urlaub vom Kommerz gönnen: 
  http://privat.schlund.de/uhu/ 

 
 
 

Tennis: Ende einer Ära 
 
Auch im Tennis Debakel an allen Ecken und Enden für Deutschland: Die Damen- und Herren-Mannschaft abgestiegen, die großen Stars der letzen 10 Jahre Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich am Ende ihrer Karriere und NachfolgerInnen nicht unbedingt in Sicht. Auch von dem Österreicher Thomas Muster hört man nicht mehr viel. Als neuen deutschsprachigen Tennis-Star gibt es immerhin Martina Hingis, aber im Sport zählen, anders als im Kulturbereich, vor allem in der der Literatur, sprachlich-kulturelle Gemeinsamkeiten gar nicht. Hier gibt es nur Konkurrent/innen. 
 
Insbesondere Boris Becker hat Deutschland über seine sportlichen Erfolge hinaus immer wieder beschäftigt, weil er eine eigenwillige und extrovertierte Persönlichkeit ist. Als Jungstar in manches Fettnäpfchen getreten, ist er doch gereift und hat sich im Laufe der Jahre eine Menge Respekt verschafft. Z.B. durch seinen Kampf gegen Rassismus, den er nach seiner Heirat mit Barbara Feltus am eigenen Leib zu spüren bekam. 
 
Steffi Graf, die objektiv die größeren Erfolge erzielte, aber stärker in sich gekehrt ist, stand in der Publikumsgunst immer gegenüber Becker zurück und machte am meisten private Schlagzeilen durch die Steuerbetrugsaffären Ihres Vaters. Auch Michael Stich, der letzte der großen Drei des deutschen Tennissports, konnte Becker zwar manchmal auf dem Tennisplatz, aber nie im Herzen der Deutschen schlagen. 
 
Bei unseren Recherchen für dieses Dossier sind wir über Suchmaschinen auch auf folgende interessante Anfragen von Deutschlerner/innen in öffentlichen, sogenannten "Newsgroups" gestoßen. Wir zitieren das hier als kleinen Einblick, was so ein Internetdossier DaF-Lernern nützen kann (Nicht über die Originalorthographie geschockt sein!): Am 1.5.1998 schrieb beispielsweise LWJ aus den USA: 
 
"Hallo! Ich bin aus Amerika. Ich muss ein Prasontation fur meine Deutchenklasse geben. Meine Prasontation ist uber Boris Becker. Wisst ihr ein gutes Fan-Page mit eine gute Biographie? Bitte e-mail mir! (entschuldigung, mein Computer hat keinen Umlaut und keinen Scharfes "S".)" 
 
Und Audrey Pergent aus Frankreich meinte am 27.4.1998: 
 
"Hallo Boris Beckers Fan. Ich bin fransözin. Ich wollte sagen, es ist gut zu wissen, dass Boris noch Spass beim Tennis hat. Ich war froh, als ich sah, dass Boris in Monte Carlo in Viertelfinal spielte. Tschuss und bis bald" 

Nur - die ursprüngliche Frage nach einer Boris-Becker-Fanseite konnte niemand in der Newsgroup beantworten. Allgemein sieht es mit Fan-Seiten von Tennisstars verblüffend schlecht aus, vor allem wenn sie dann auch noch auf deutsch sein sollen. 
 
Gefunden haben wir eine aber Reihe ganz anständiger SpielerInnenporträts, wobei das Frauentennis im Internet wie auch bei den Preisgeldern gegenüber den Männern eindeutig benachteiligt ist. Bleiben wir beim landeskundlich-völkerspsychologisch interessantesten Spieler Boris Becker. Unter 
  http://inka.fak-cbg.tu-muenchen.de/~barthelm/atpstatd/players/beckerd.htm   
fnden man harte Fakten und Statistiken zu Becker und kann sich zu anderen Tennisstars weiterklicken. Ein guter, relativ einfach geschriebener Porträttext zu Becker ist: 
  http://www.sport.de/spart/ten/ten007.html   
Auch hier gibt es vergleichbare Texte zu anderen Stars, aber leider bisher nur zu einigen wenigen. 
 
Stars haben den Vorteil, daß sie nicht unbedingt gut aussehen müssen, um Männer oder Frauen für sich schwärmen zu lassen. Boris Becker ist ein guter Beleg. Hier das absolute Anti-Foto zum Fürchten, das unter dem Titel "Fluch und Segen des Teleobjektivs" abgelegt ist: 
  http://mainz-online.de/old/96/09/12/sport/news/foto.html   
Insgesamt waren wir vom Tennis-Online-Angebot ziemlich enttäuscht. Immerhin ist einiges Vielversprechendes im Aufbau, zum Beispiel das Tennis-Online-Magazin, das unter 
  http://www.tennis-online.de/fun.htm   
ein paar Quizzfragen bringt und Stilblüten von Tennisspielern in Aussicht stellt (aber noch keine bietet!) 
 
Auf der allgemeinen Tennisseite von D. Münkel kann man die Antwort auf die Frage nach dem Aufschlagweltrekord der Männer und der Frauen finden. Raten Sie mal oder schauen Sie nach: 
  http://ourworld.compuserve.com/homepages/d_munkel/   
 
Didaktische Vorschläge zum Internetdossier "Sport"  
 
Soweit unser Internet-Dossier zum Thema "Sport". Mit unseren Tips können Sie Lernern guten Gewissens als Hausaufgabe ein Referat über ihren Lieblingssport oder ihren Lieblingsstar aufgeben. Gut lassen sich natürlich auch Zahlen und Fakten üben, oft schon im Anfängerunterricht. 
 
Die diversen oben erwähnten Quizzfragen, die sich auf den Sportseiten finden, müssen auch nicht unbedingt online ausgefüllt werden, sondern lassen sich oft besser ausdrucken und in Gruppen im "normalen" Unterricht diskutieren und beantworten. 
 
Bei den Steckbriefe von Stars bieten sich Fragen zu den Personen oder Vergleiche zwischen den Stars an. Ein einfacher, aber authentischer Schreibanlaß im Zusammenhang mit Sport ist die Aufgabe: "Schreiben Sie einen Brief an Ihren Lieblingsstar und bitten Sie um ein Autogramm!". 
 
Das sind - verallgemeinert - einige Ideen aus einem Goethe-Projekt für die Grundstufe zum Thema "Fußball", das sehr schön unter 
  http://www.goethe.de/ne/hel/dessport.htm   
dokumentiert ist. 
 
Testen Sie unser Internetdossier "Sport" und geben uns ein wenig Rückmeldung! 

 

 
 

Meldung zum Schluß: Internet und Gesundheit 
 
Wenn Sie manchmal um Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Lerner/innen fürchten, weil sie durch das E-DaF-Info und seine Internet-Tips tagelang an den Bildschirm gefesselt werden - wir können sie beruhigen. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO muß man sich keine Sorgen machen, wenn man täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm sitzt. 
 
Entgegen früheren Vermutungen führe die Bilschirmarbeit weder zu Augenkrankheiten, Kopfschmerzen, Hautausschlägen noch zu Fehlgeburten. Und die von Bildschirmen abgegebene Strahlung sei eindeutig schwächer als die des tageslichtes an einem Wintertag? Soweit eine dpa-Meldung vom 28.7.98. Unbeantwortet blieb die Frage: Machen Internet und E-Mail süchtig? Was meinen Sie? 
 
 
Vorschau auf die nächsten Infobriefe 
 
In Planung befinden sich Unterrichtsdossiers zu den Themen "Essen und Trinken", "Wahlkampf", "Klatsch und Tratsch", "Humor". Wir stellen weiterhin DaF-Homepages des Monats und ihre MacherInnen vor (das nächste mal wieder eine aus einem deutschsprachigen Land), geben technische Tips etwa zu Pflege und Aufbau von "Lesezeichen-" und E-Mail-Adreßdateien; zu "Plug-Ins", zum Editieren eigener Webseiten, geben Beispiele für relevante, sich durch die Rechtschreibreform wandelnde Schreibweisen, stellen DaF-Institutionen wie Inter-Nationes, den DAAD oder das Goethe-Institut und ihre Webpräsenz vor u.v.a.m. - immer aus Sicht des Lehrens und Lernens von Deutsch als Fremdsprache, und mit dem Ziel, Sie zum Einsatz des Internet im Unterricht zu ermuntern und Ihnen dabei möglichst Zeit zu sparen. 
 
Machen Sie Vorschläge, was Sie hier noch gerne sehen würden ... 
 

IMPRESSUM 
 

HERAUSGEBER 
 
Institut für Internationale Kommunikation in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (IIK e.V.), Universitätsstraße 1, 40225 Düsseldorf, Tel +49/(0)211/81-15182, Fax -12537 http://www.iik-duesseldorf.de, mailto:iik@phil-fak.uni-duesseldorf.de 
 
 
INTERNET-PLATTFORM 
  http://www.deutsch-als-fremdsprache.de   

ARCHIV ALLER BISHERIGEN AUSGABEN 
  http://www.deutsch-als-fremdsprache.de/infodienst/   

REDAKTIONSTEAM  Matthias Jung, Rüdiger Riechert, Andreas Westhofen   

VERANTWORTLICH (für die Ausgabe 7/1998) 
 
Matthias Jung/Andreas Westhofen 
 
 
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